Pandemie

Corona-Lockerungen: So läuft es in den Solinger Gastronomie-Betrieben

Pedro Hernandez und sein spanisches Restaurant Casa Pedro sind Institutionen in Gräfrath. Freitags und samstags läuft das Geschäft, unter der Woche bereiten fernbleibende Geschäftsleute Probleme. Zudem hadert der Gastronom mit nicht abgesagten Reservierungen. Foto: Christian Beier
+
Pedro Hernandez und sein spanisches Restaurant Casa Pedro sind Institutionen in Gräfrath. Freitags und samstags läuft das Geschäft, unter der Woche bereiten fernbleibende Geschäftsleute Probleme. Zudem hadert der Gastronom mit nicht abgesagten Reservierungen.

Gastronomen in Solingen blicken auf die vergangenen Monate zurück und wagen einen Ausblick auf die nun kommende Zeit.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Fast auf den Tag genau zwei Jahre ist es her, dass die Restaurants und Gaststätten in Solingen erstmals flächendeckend schließen mussten. Es folgten 24 Monate mit wechselnden Regeln, Lockdowns und strengen Zugangsbeschränkungen. Mit dem Frühling kehrt auch der Optimismus in die Branche zurück, die wie wenig andere unter den Corona-Vorgaben gelitten hat. Wenngleich ein Ende der Beschränkungen in Sicht ist, bleiben Fragezeichen.

„Der Sommer kann kommen“, erklärt eine gut gelaunte Petra Meis. Der Frühling hat dem Betrieb in ihrer Gaststätte Rüdenstein Schwung verliehen. „Ausflugslokale profitieren sehr davon, dass die Leute nach vielen trüben Monaten einfach wieder raus möchten“, berichtet die Solinger Vorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). Andere Kollegen hätten noch mit größeren Schwierigkeiten zu kämpfen.

„Alle haben Angst, in Quarantäne zu müssen.“

Pedro Hernandez, Gastronom

Das gelte beispielsweise für Betriebe, die auf große Gesellschaften spezialisiert sind. Zwar schöpfen die Gäste auch diesbezüglich neuen Mut, das Geschäft laufe jedoch eher zögerlich an. Die Hotellerie kämpfe zudem weiterhin mit ausfallenden Geschäftsreisen, Messen und Großveranstaltungen. „In diesem Bereich ist fraglich, wann wieder die Auslastungen wie vor Corona erzielt werden“, sagt Meis.

Pedro Hernandez bekommt das Wegbleiben von Geschäftsleuten ebenfalls erheblich zu spüren. Seit den 1990er Jahren betreibt er das spanische Restaurant Casa Pedro im Gräfrather Ortskern. Über Jahrzehnte war der Betrieb an sieben Tagen pro Woche geöffnet – seit einem halben Jahr arbeitet Hernandez mit zwei Ruhetagen. „Es fehlt Kundschaft“, begründet er den Schritt.

Das treffe vor allem unter der Woche zu. Von montags bis donnerstags lebe das Geschäft normalerweise von Solinger Firmen, die mit Gästen aus aller Welt in Gräfrath einkehren. Aktuell finden Dienstreisen noch immer nur eingeschränkt statt. Wenn doch, werde meist auf gesellige Zusammenkünfte verzichtet. „Alle haben Angst, in Quarantäne zu müssen“, schildert Hernandez seinen Eindruck.

Auch intern schwinge immer die Sorge mit, dass ein positives Corona-Testergebnis den Betrieb tagelang lahmlegen könnte. „Damit haben viele zu kämpfen“, bestätigt Petra Meis. Am Wochenende sei die Nachfrage deutlich besser, sagt Hernandez. Freitags und samstags bereiten dem Solinger andere Dinge Schwierigkeiten. Er berichtet von fernbleibenden Gästen, die ihren reservierten Tisch nicht absagen. Problematisch seien auch Gruppen, die wegen Quarantänefällen, unangekündigt in kleinerer Besetzung kommen. „Das ist an sich alles kein Problem“, sagt Pedro Hernandez – solange kommuniziert werde.

Bleiben entsprechende Hinweise aus, schade das dem Geschäft. An Frei- und Samstagen erscheinen jeweils 15 bis 20 angekündigte Gäste nicht, schätzt der Gastronom. Bei vielen Kollegen und in anderen Branchen sei die Situation ähnlich, ist er überzeugt. „Das ist unser bares Geld. Wüssten wir davon, könnten wir die Tische umstellen oder andere Reservierungen annehmen.“

Pedro Hernandez hofft, dass sich die Lage in den kommenden Wochen wieder normalisiert. Ein Teil dieses Prozesses wäre, am Eingang nicht mehr die Impf-, Test- und Genesenennachweise kontrollieren zu müssen – diese Aufgabe habe den Aufwand und Personalbedarf zusätzlich erhöht.

Die Zuversicht ist auch in Wald zurückgekehrt. Im Januar habe der Umsatz noch 40 Prozent unter dem Vor-Krisen-Niveau gelegen, inzwischen gehe es auswärts, berichtet Till Droß. „Man spürt, dass die Leute allmählich die Angst verlieren“, sagt der Geschäftsführer des Al B’Andy. So lange zusammengesessen wie vor der Pandemie werde allerdings noch nicht: „Manches läuft noch mit angezogener Handbremse.“ Nun liegen die Hoffnungen auf sinkenden Infektionszahlen und einer erfolgreichen Biergarten-Saison.

Trotz dieser positiven Aussichten kann sich Till Droß nicht dagegen wehren, bereits den Herbst im Kopf zu haben. „Was ist im Oktober?“, fragt er. Die Ungewissheit trübe die Stimmung leicht – doch nun komme erst mal der Sommer.

Regeln

Die neue Corona-Schutzverordnung des Landes sieht weiterhin die 3G-Regel für gastronomische Angebot vor. Auch bleibt die Maskenpflicht in Innenräumen bestehen. Die Vorgaben gelten bis zum 2. April.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Sturmbilanz fällt in Solingen glimpflich aus
Sturmbilanz fällt in Solingen glimpflich aus
Sturmbilanz fällt in Solingen glimpflich aus
Freibad Ittertal öffnet am Samstag
Freibad Ittertal öffnet am Samstag
Freibad Ittertal öffnet am Samstag
Hier gilt in Solingen zeitnah Tempo 30
Hier gilt in Solingen zeitnah Tempo 30
Hier gilt in Solingen zeitnah Tempo 30
Unwetterwarnung: Dürpelfest startet um 18 Uhr - So bereiten sich alle vor
Unwetterwarnung: Dürpelfest startet um 18 Uhr - So bereiten sich alle vor
Unwetterwarnung: Dürpelfest startet um 18 Uhr - So bereiten sich alle vor

Kommentare