Erfolgreiche Zusammenarbeit

Corona: Lebenshilfe kooperiert mit Wohnheimen

Die Mitarbeiter der Lebenshilfe und der Solinger Wohnheime sind in Corona-Zeiten zu einem guten Team geworden. Foto:  Christian Beier
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Die Mitarbeiter der Lebenshilfe und der Solinger Wohnheime sind in Corona-Zeiten zu einem guten Team geworden.

Die Zusammenarbeit zwischen den Partnern soll nach Corona weitergeführt werden.

Von Stephanie Licciardi

Solingen. Lisa Mittelmann ist von ihrem neuen Einsatzgebiet begeistert. „Täglich mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Adolph-Kolping-Hauses zusammen zu sein ist nicht nur für mich ein anderer Einblick, sondern eine Erfahrung, die Gold wert ist.“ Seit dem 16. März, als im Zuge der Corona-Pandemie der Betrieb der Werkstätten und Angebote im Bildungs- und Betreuungsbereich der Lebenshilfe eingestellt wurden, sei eine schnelle Lösung notwendig geworden, so deren Geschäftsführer Andreas Engeln.

Eine Kooperation mit der Heimstatt Adolph Kolping, der Behinderten-Heimstätte Solingen und dem LVR-HPH-Netz Ost, wie Andreas Engeln berichtet, sei mit dem gemeinsamen Ziel in die Wege geleitet worden, einen Teil des Personals der Lebenshilfe auf die Wohnheime zu verteilen. „Inzwischen haben wir 16 Personen abbestellt.“

„Ich lerne die Menschen von ihrer ganz privaten Seite kennen.“ Lisa Mittelmann, Betreuerin

Seit Mitte April ist Betreuerin Lisa Mittelmann, die sonst in der Werkstatt an der Freiheitstraße arbeitet, im Adolph-Kolping-Haus der Heimstatt Adolph Kolping für die tägliche Betreuung der Bewohner zuständig. Sie geht mit ihnen spazieren, erledigt Einkäufe und ist für ihre Schützlinge da. „Selbstverständlich immer mit Mundschutz und dem nötigen Sicherheitsabstand“, versichert sie.

Solingen: Kooperation in Corona-Zeiten ermöglicht neue Erfahrungen

Mittelmann überlegt sich auch kreative Aufgaben, bastelt, kocht und backt in Kleingruppen. „Es ist eine völlig neue Erfahrung für mich und ich lerne die Menschen, mit denen ich sonst in der Werkstatt zu tun habe, von ihrer ganz privaten Seite kennen“, sagt die Betreuerin.

Auch beim Thema Corona hat Lisa Mittelmann ein offenes Ohr. „Oft erklären wir den Bewohnern, dass sie vorsichtig sein sollen, sich nicht anstecken dürfen und sich regelmäßig die Hände waschen müssen. Oder warum ein Mundschutz sinnvoll ist.“ Der Wechsel von der Werkstatt sei kein Problem für sie. „Ich finde, das ist eine tolle und funktionierende Idee und ich bin stolz darauf, ein Teil dessen zu sein. Die privaten Einblicke, wie die Mitarbeiter leben, wie sie sich privat verhalten, das ist eine ganz neue Erfahrung.“

Um den Mehrbedarf an Personal zu decken und Betreuungsangebote aufrechtzuerhalten, hat sich die Lebenshilfe im Rahmen des Sozialdienstleister-Einsatzgesetzes (SodEG) dazu entschieden, einen Teil des Werkstätten-Personals den kooperierenden Wohneinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Dass diese Idee ein voller Erfolg wird, daran habe vor sechs Wochen keiner der Initiatoren geglaubt. „Es ist der Spirit des Zusammenhaltens und Miteinanders, dass die Kooperation so erfolgreich angelaufen und in dieser Krise wichtiger denn je ist“, so der Geschäftsführer der Lebenshilfe.

Details der Betreuung wurden in zahlreichen Gesprächen geklärt

Einrichtungsleiter Benedikt Bieker von der Heimstatt Adolph Kolping und Gabriele Lapp, Betriebsleiterin der LVR-HPH-Netz Ost, loben den personellen Einsatz der Lebenshilfe. Besonders wichtig sei es für Menschen mit Behinderung nicht nur, die tägliche Betreuung in Zeiten von Kontaktsperren und geschlossenen Werk- und Betriebsstätten zu erhalten, sondern auch einen täglichen Ablauf – Benedikt Bieker spricht von „einer Tagesstruktur“ – zu gewährleisten.

Im Vorfeld seien viele Gespräche geführt worden, wie die Wohnheime unterstützt, die Betreuung gestaltet werden könne, berichtet der Bereichsleiter für Berufsbildung und Rehabilitation, Torsten Klein-von Ondarza, von der Lebenshilfe. „Die Kooperation ist ein gemeinsamer Auftrag, in dieser schwierigen Zeit Hand in Hand zusammen zu arbeiten und diese künftig, auch nach Corona, fortzuführen.“

Die baufällige Eishalle am Südpark, die von der Lebenshilfe betrieben wird, zu sanieren, ist unwahrscheinlich. Die Chance auf einen neuen Standort für eine Eishalle ist allerdings gestiegen: Die Stadt Solingen hat ein konkretes Grundstück im Auge.

Das Sozialschutz-Paket

Zur Bekämpfung der Corona-Krise hat Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales (SPD), am 23. März einen Entwurf des Sozialschutz-Pakets auf den Weg gebracht. Im Sozialdienstleister-Einsatzgesetz (Sod-EG) ist neben dem Zugang zur sozialen Sicherung, der trägerübergreifende Einsatz von Personal in Einrichtungen geregelt. Weitere Informationen gibt es online.

www.bmas.de

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