Jahresverkehrsbericht der Polizei

Corona lässt die Unfallzahlen sinken

Auch wenn es immer wieder zu Blechschäden kommt - insgesamt hat es seltener gekracht auf Solingens Straßen.
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Auch wenn es immer wieder zu Blechschäden und anderen Unfällen kommt - insgesamt hat es seltener gekracht auf Solingens Straßen, berichtet die Polizei.

Die Polizei hat am Mittwoch den Jahresverkehrsbericht vorgelegt.

Von Sven Schlickowey

Solingen. Die Zahl der Verkehrsunfälle ist im Bergischen 2020 zurückgegangen, wohl auch coronabedingt. Das zeigt der Jahresbericht der Polizei Wuppertal, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. 22 494 Mal krachte es demnach im vergangenen Jahr in Wuppertal, Solingen und Remscheid, wobei die Unfälle auf Autobahnen nicht mitgezählt wurden, weil diese in die Zuständigkeit der Polizei Düsseldorf fallen. Bei 1459 dieser Unfälle kam es zu Personenschäden.

Im Vergleich zu 2019 entspricht das einem deutlichen Rückgang von 9,2 Prozent bei den Unfällen und sogar 13 Prozent bei denen mit Personenschaden. Ein Trend, den auch die Solinger Zahlen wiedergeben. 5057 Verkehrsunfälle registrierte die Polizei 2020 auf Solingens Straßen, 576 oder 10,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die Zahl der Unfälle, bei denen jemand verletzt wurde sank um 59 oder 12,8 Prozent auf 402.

Die Zahl der Verkehrsunfälle ist im Bergischen 2020 gesunken.

Als einen Hauptgrund vermutet Polizeipräsident Markus Röhrl die Corona-Pandemie: „Wir hatten weniger Straßenverkehr und dadurch auch weniger Unfälle.“ Die positiven Folgen ziehen sich durch den ganzen Bericht: So sank in Solingen zum Beispiel auch die Zahl der bei Verkehrsunfällen verletzten Kinder (-55,1 Prozent), der verunglückten Kradfahrer (-18,8 Prozent) und der Unfallfluchten (-14,7 Prozent).

Vor allem, dass im gesamten Städtedreieck weniger Menschen bei Verkehrsunfällen getötet und verletzt wurden, wertet Stephan Spies, stellvertretender Leiter der Direktion Verkehr, als Erfolg: „310 Verletzte weniger, das ist eine Bank.“ Zudem sei die Zahl der Verkehrstoten von 13 auf sieben gesunken. „Dafür machen wir Präventionsarbeit.“

Doch genau diese Präventionsarbeit bereitet der Polizei angesichts der Pandemie nun Kopfschmerzen. Besuche in Schulen und Kindergärten seien derzeit zum Beispiel nicht möglich, sagt Spies: „Das wird sich in den nächsten Wochen und Monaten noch bemerkbar machen.“

„Wir hatten weniger Straßenverkehr und dadurch auch weniger Unfälle.“

Polizeipräsident Markus Röhrl

Nicht der einzige Punkt, an dem Corona sich negativ auf die Unfallstatistik auswirkt. Denn während nahezu alle anderen Werte fielen, zum Teil sogar deutlich, stieg die Zahl der Unfälle mit Fahrrädern und Pedelecs. Im Städtedreieck wurden zum Beispiel 73 Prozent mehr Pedelec-Fahrer bei Verkehrsunfällen verletzt. Bei den Radfahrern ging dieser Wert um 37,2 Prozent nach oben. Auch die Zahl der verunglückten Fußgänger stieg zumindest in einzelnen Bereichen. Dabei verursachen rund die Hälfte dieser Fußgänger und fast ein Viertel der Radfahrer die Unfälle, bei denen sie verletzt werden, selbst.

Einen Schwerpunkt ihrer Arbeit legte die Polizei im Bergischen 2020 auf die Überwachung des Güterverkehrs, insbesondere von Paketdiensten, die in der Pandemie gut zu tun haben. Dort habe man „erhebliche Steigerungsraten“ festgestellt, berichtet Markus Röhrl. So stieg die Anzahl der Verstöße im Bereich Ladungssicherheit um 46 Prozent. Röhrl: „Da merkt man, dass die Unternehmen häufig auf Gewinnmaximierung aus sind.“

Doch Corona habe nicht nur Auswirkung auf die Unfallstatistik, man könne auch daraus lernen, sagt der Polizeipräsident – und meint damit vor allem das in den letzten Monaten erlernte Abstandsgebot. „Nichts wirkt so gut wie Paragraf 1 der Straßenverkehrsordnung: gegenseitige Rücksichtsname“, so Röhrl. Lasse jeder Verkehrsteilnehmer dem anderen den für ihn notwendigen Raum, könnten die Unfallzahlen noch weiter sinken.

Hintergrund

Drei der sieben Verkehrstoten im Städtedreieck starben 2020 beim Unfällen in Solingen, exakt so viele wie im Jahr zuvor. Damit ist die Klingenstadt die einzige der drei bergischen Großstädte, in der diese Zahl nicht zurückging. So starb eine 63-jährige Fußgängerin im Januar auf der Schwertstraße, ein 29-jähriger Kradfahrer im April auf der Merscheider Straße und ein 19-jähriger Kradfahrer im Juli auf der Glüderstraße.

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