Statistik erklärt

Corona sorgt für Höchstwert bei Todesfällen

Ein Sanitäter richtet neben einem Krankenwagen eine Krankentransport-Bare her.
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2020 starben insgesamt 2149 Solinger – ein eindeutiges Indiz für eine coronabedingte Übersterblichkeit, erklärt die Statistikstelle der Stadt Solingen (Symbolbild).

Die Bevölkerungszahlen 2020 für Solingen sind da: Die Statistik zeigt mehr Zu- als Wegzüge. Im Dezember starben besonders viele Solinger, auch wegen Corona.

  • Die Bevölkerungsstatistik für Solingen zeigt für 2020 ein eindeutiges Indiz für eine Übersterblichkeit durch das Coronavirus.
  • 2020 sind in Solingen insgesamt 2149 Menschen verstorben, der höchste Wert seit 1992.
  • Die Zahl der Einwohner in Solingen bleibt durch mehr Zu- als Wegzüge nahezu gleich.

Von Andreas Tews

Solingen. 240 Solinger sind im Dezember gestorben. Dies ist nach Angaben des Rathauses der höchste Wert seit zehn Jahren. Seitdem werden diese Daten monatsweise erfasst. Nach der Bevölkerungsstatistik 2020 starben im vergangenen Jahr insgesamt 2149 Solinger. Das ist der höchste Wert seit 1992. Diese Werte seien ein eindeutiges Indiz für eine coronabedingte Übersterblichkeit, erklärt die städtische Statistikstelle in ihrem Bericht.

Die Corona-Pandemie hat Solingen Anfang des vergangenen Jahres erreicht. Der erste Todesfall in Zusammenhang mit Covid-19 wurde im April gemeldet. Seitdem stieg diese Zahl auf 121. Den insgesamt 2149 Todesfällen standen im vergangenen Jahr laut Statistik nur 1482 Geburten (866 mit Migrationshintergrund) gegenüber. Damit gab es vier Neugeborene weniger als im Vorjahr.

Dass die Bevölkerungszahl nahezu stagniert, ist auf die anhaltende Tendenz zurückzuführen, dass mehr Menschen aus anderen Städten nach Solingen ziehen (2020 waren es 7131) als andere wegziehen (6573). Dieses Wanderungssaldo sei im zehnten Jahr in Folge positiv, berichten die Statistiker.

Thomas Kraft beschreibt statistische Effekte.

Auch gegenüber den direkten Nachbarkommunen gab es mehr Zu- als Wegzüge. 1666 Menschen kamen aus dem Umland neu hinzu, 1272 zogen weg. Die meisten Zugezogenen kamen mit 527 aus Wuppertal, 476 zogen in die Nachbarstadt. Negative Werte hat Solingen in Bezug auf direkte Nachbarstädte nur gegenüber Wermelskirchen (62 Fort- und 32 Zuzüge) und Burscheid (31 und 24). Mit den Großstädten Köln und Düsseldorf gibt es laut Statistikstelle hingegen einen positiven Wanderungssaldo. 536 Fortzüge in die beiden Metropolen standen 798 Zuzüge aus diesen Städten gegenüber.

Neubaugebiete könnten auch auswärtige Bürger nach Solingen ziehen - unter anderem ist eines in Widdert geplant.

Solingen: Statistik: Die Einwohnerzahl sank um 172 auf 162 940

Dass die Bevölkerungszahl insgesamt um 172 auf 162 940 Solinger zurückgegangen ist, führt Rathaussprecher Thomas Kraft vor allem auf statistische Vorgänge zurück. „Die Gründe für den leichten Einwohnerverlust sind vor allem in sogenannten Registerbereinigungen zu suchen“, erklärt er. Gemeint sind damit Streichungen aus dem Einwohnerregister, die von der Behörde aufgrund neuer Erkenntnisse vorgenommen werden. Kraft: „Diese erfolgten bereits 2019 im Nachgang zur Europawahl sowie auch 2020 durch die Kommunalwahl.“ Allein im Zusammenhang mit den beiden Wahlen wurden laut Kraft etwa 700 Personen von Amts wegen abgemeldet. Bei diesen habe sich herausgestellt, dass sie nicht mehr in Solingen wohnten, sich aber nicht abgemeldet hätten.

Tagesaktuelle Zahlen zur Corona-Situation finden Sie in unserem Corona-Live-Blog für Solingen.

Meinung: Zahlen erschüttern

Von Andreas Tews

andreas.tews@solinger-tageblatt.de

Diese Zahl erschüttert: 121 Solinger sind bisher im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Dies ist nicht nur ein statistischer Wert. Dahinter stehen 121 Schicksale und noch viel mehr Menschen, die trauern, einen Verlust beklagen.

Leider gilt es als sicher, dass in den nächsten Tagen und Wochen weitere Solinger an oder mit Covid-19 sterben werden. Unser aller Aufgabe ist es, die Zahl der Opfer durch vernünftiges Verhalten so klein wie möglich zu halten. Die meisten Menschen halten sich drinnen wie draußen an die Abstands-, Hygiene- und Maskenregeln.

Doch leider ist bei manchen Mitmenschen eine Sorglosigkeit zu beobachten, die seit Wochen zuzunehmen scheint. Darum kann man es nicht oft genug wiederholen: Obwohl jetzt ein Impfstoff vorhanden ist, müssen wir weiterhin vorsichtig sein. Es wird noch Monate dauern, bis allen, die es wollen, eine Impfung angeboten werden kann. Bis dies geschafft ist und bis die Infiziertenzahlen deutlich gesunken sind, müssen wir uns durch Abstand und Hygiene schützen und verstärkt auch Rücksicht auf andere nehmen.

Um sich vor dem Coronavirus zu schützen, setzen jetzt viele Solinger auf FFP2-Masken: Sie sind in Solingen stark nachgefragt. Inzwischen müssen sichere Masken auch in Bussen und Geschäften getragen werden.

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