Projektgruppe Krisensituationen

Gruppe rückt psychische Gesundheit in den Fokus

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Alina Linke und Finn Grimsehl-Schmitz haben die Projektgruppe Krisensituationen initiiert.

Partei-Jugendorganisationen arbeiten zusammen.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf Menschen in psychosozialen Krisensituationen? Mit dieser Frage beschäftigt sich seit April 2021 eine Projektgruppe. Alina Linke, Sinja Waldmann und Finn Grimsehl-Schmitz stellten die Ergebnisse am Dienstag im Sozialausschuss vor. Sie streben einen überparteilichen Konsens an, damit das Thema psychische Gesundheit in den politischen Fokus rückt.

Finn Grimsehl-Schmitz

Die Projektgruppe Krisensituationen geht auf eine Idee von Linke und Grimsehl-Schmitz zurück. Herausgekommen ist eine Kooperation des Jugendstadtrates mit den Jugendorganisationen von CDU, SPD, Grünen, FDP und BfS. „Unser Ansatz war, sich zunächst einen Überblick über den Ist-Zustand zu verschaffen“, sagte Linke. Zu diesem Zweck fanden im Sommer 2021 Gespräche mit 17 Expertinnen und Experten statt, darunter Vertreter von Wohlfahrtsverbänden, Beratungsstellen und Stadt.

Die Ergebnisse sprechen eine eindeutige Sprache. Es sei unter anderem eine „erhebliche Zunahme sozialer Phobien und Angststörungen“ zu verzeichnen. Auch habe es vermehrt Rückfälle von Menschen mit Suchterkrankungen gegeben, der Zustand depressiver Personen habe sich verschlechtert. Hinzu kommen „neue Krankheitsbilder in direktem Zusammenhang mit Folgen der Pandemie“, eine Zunahme häuslicher Gewalt und vermehrt finanzielle Sorgen bis hin zu Armut. Jugendeinrichtungen berichteten von einem Anstieg psychischer Erkrankungen bei jungen Menschen.

Gleichzeitig konnten die Hilfsangebote, Selbsthilfe- und Sportgruppen gar nicht oder nur eingeschränkt stattfinden. Wegen der erhöhten Nachfrage sei es zu einer Überlastung der ohnehin stark frequentierten Angebote gekommen.

Zentrale Ziele: Entstigmatisierung und Öffentlichkeitsarbeit

Aus diesen Resultaten leitet die Projektgruppe Forderungen und Vorschläge ab. Dazu zählt, dass auch in kommenden Phasen der Pandemie Präsenzangebote aufrechterhalten werden müssen. Einen Fokus legt die Gruppe auf die personelle Ausstattung der städtischen und freien Einrichtungen. Es brauche einen Prüfauftrag, um die Ressourcen zu erfassen. Wo ein offensichtlicher Mangel herrsche, müsse zeitnah gegengesteuert werden. Zudem regen die Mitglieder Maßnahmen zur Entstigmatisierung und Öffentlichkeitsarbeit an. Aufklärung zu und ein offener Umgang mit Krisensituationen seien ebenso notwendig wie ein Bekanntmachen der existierenden Angebote. Dafür seien parteiübergreifende Anstrengungen notwendig.

Im Sozialausschuss stieß der Vorstoß auf Zustimmung. Vorsitzender Horst Koss (SPD) hob die überparteiliche Zusammenarbeit der Gruppe hervor.

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