Situation in den Kliniken

Corona: Großer Aufwand in der Pflege

Dr. Georgios Sofianos, Oberarzt in der Fachklinik Bethanien, berichtet von hohem logistischen Aufwand durch Corona.
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Dr. Georgios Sofianos, Oberarzt in der Fachklinik Bethanien, berichtet von hohem logistischen Aufwand durch Corona.

Die Zahl der infizierten Patienten und Mitarbeiter in den Krankenhäusern steigt wieder.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Die Solinger Corona-Inzidenz kratzt schon wieder die Marke von 1000 an, am Montag lag der Wert bei 921. Auch in den Kliniken steigt die Zahl der Patienten, die dort wegen oder mit einer Covid-19-Infektion behandelt werden müssen. Am Montag waren es 60.

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Die drei Solinger Krankenhäuser behandeln auch auswärtige Patienten, andererseits sind Solinger auch in Kliniken der Nachbarstädte. So waren am Wochenende im Klinikum 29 Patienten mit einer Covid-Infektion, davon zwei auf der Intensivstation. Im Krankenhaus Bethanien waren es 15 Covid-Patienten, davon fünf auf der Intensivstation, und in der St. Lukas Klinik 14 infizierte Patientinnen und Patienten, davon einer intensivmedizinisch betreut. „Auch wenn die Zahl in den vergangenen Tagen gestiegen ist, sind derzeit auf der Intensivstation keine allzu schweren Fälle. Die meisten Patienten bleiben ein bis zwei Tage dort“, erklärt Georgios Sofianos, Oberarzt in Bethanien.

„Aufgrund der steigenden Fallzahlen sind in der St. Lukas Klinik seit Montag Besuche erst wieder ab dem fünften Tag des stationären Aufenthalts möglich“, erklärt Kplus-Sprecherin Cerstin Tschirner. Damit schütze man Patienten, aber auch die Mitarbeitenden. „Ausnahmen sind weiter nach Rücksprache mit dem Ärztlichen Dienst möglich.“

Oftmals werde die Infektion erst beim Aufnahmescreening der Patienten erkannt. „Wir haben die separate Isolierstation aufgehoben und dafür auf jeder Station spezielle Isolierbereiche geschaffen. Damit können die Patientinnen und Patienten in den Fachbereichen versorgt werden, wegen denen sie in erster Linie in die St. Lukas Klinik gekommen sind“, so Tschirner.

Covid-Patienten jetzt in allen Fachbereichen

Auch im Klinikum gibt es neben der Infektionsstation mittlerweile auch eine dezentrale Versorgung von Covid-Patienten in den verschiedenen Fachbereichen. „Das ist auf das aktuelle Mischbild zurückzuführen“, so Klinikum-Sprecherin Karin Morawietz. Ein Teil der Patienten komme mit den klassischen Corona-Symptomen, die aufgrund des schweren Verlaufs stationär behandelt werden müssen. Bei anderen Patienten stehe die akute Versorgung der Grunderkrankungen im Mittelpunkt.

Stadt: „Die nächste Corona-Welle hat begonnen“

Der Aufwand für die Betreuung der infizierten Patienten ist dabei in allen Kliniken groß. Kittel, Handschuhe, FFP2-Maske, Visier und Händedesinfektion schreibt die Coronaschutzverordnung für das Pflegepersonal vor – bei jedem Patienten. „Die Versorgung von Covid-Patienten stellt für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in sämtlichen Bereichen eine enorme Herausforderung dar“, betont Karin Morawietz. Auch in der Notaufnahme und in den Funktionsbereichen müssten besondere Vorkehrungen getroffen werden.

Das bestätigt auch Oberarzt Sofianos. „Die Räume bei den Untersuchungen müssen anschließend desinfiziert werden, deshalb werden etwa beim Röntgen alle infizierten Patienten nacheinander in einem bestimmten Zeit-Slot behandelt, nicht dringend notwendige Diagnostik wird teilweise verschoben“, skizziert er die zusätzliche Logistik für Pflegepersonal und Ärzte.

Zusätzlich zur Corona-Belastung in den Kliniken komme auch die Zunahme der jahreszeitlich bedingten Infektionskrankheiten bei den Beschäftigten. „In vielen Bereichen kommt es jetzt bereits zu personellen Engpässen, so dass derzeit die Herausforderung darin besteht, die Leistungsfähigkeit in der Patientenversorgung in den kommenden Monaten aufrechtzuerhalten“, so Morawietz. Das Klinikum setzt auf das Impfangebot für die Mitarbeitenden und empfiehlt auch, die Grippe-Schutzimpfungen anzunehmen.

Kombi-Tests

In Solingen wird bei jedem fünften symptomatischen Patienten ein Kombitest auf Covid 19 und saisonale Grippe durchgeführt. „Damit soll auch die Grippewelle frühzeitig erkannt werden“, so Kplus-Sprecherin Cerstin Tschirner.

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