Pandemie

Corona: Erhoffte Normalität bleibt in den Seniorenheimen aus

Die erste große Impfaktion fand im Evangelischen Altencentrum Cronenberger Straße statt. Auf dem Bild ist die Zubereitung der Biontech-Impfdosen zu sehen. Archivfoto: Christian Beier
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Die erste große Impfaktion fand im Evangelischen Altencentrum Cronenberger Straße statt. Auf dem Bild ist die Zubereitung der Biontech-Impfdosen zu sehen.

Vor einem Jahr starteten die Corona-Impfungen in den Senioreneinrichtungen.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Ein Jahr ist es her, dass die Impfungen gegen das Coronavirus in den Pflegeheimen starteten. Unter den ersten Solinger Einrichtungen waren neben dem Evangelischen Altencentrum Cronenberger Straße das städtische Eugen-Maurer-Haus und das St. Lukas Pflegeheim. „Ich habe mit den ersten großen Impfaktionen erhebliche Hoffnungen verknüpft“, sagt Patricia Kneppeck, Leiterin des Eugen-Maurer-Hauses in Gräfrath. Doch die erfüllten sich nicht ganz.

An der Melanchthonstraße impfte ein Solinger Ärzteteam am 29. Dezember 2020 den ganzen Tag lang Bewohnerinnen und Bewohner. „Zu dem damaligen Zeitpunkt war ich erleichtert, dass wir bereits zu einem solch frühen Zeitpunkt umfangreich impfen lassen konnten und eine große Bereitschaft der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Beschäftigten zur Impfung bestand“, schildert Kneppeck. Mit dem Auftreten der Delta-Variante hätten sich die Hoffnungen auf eine absehbare Rückkehr zur Normalität aber leider zerschlagen.

Sie habe selbst realisieren und dann allen vermitteln müssen, dass eine weitere Impfung sowie das Beibehalten aller umfangreichen Schutzmaßnahmen auf nicht absehbare Zeit erforderlich sein würden, berichtet die Leiterin. „Doch als stationäre Altenpflegeeinrichtung sind wir in der Bewältigung von kleineren und größeren Krisen – bedingt durch diverse gesetzliche Zumutungen der Gesundheitspolitik – durchaus trainiert.“ Ab September wurde die Drittimpfung, der Booster, verabreicht. „Zum aktuellen Zeitpunkt sind rund 90 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner im Eugen-Maurer-Haus zweimal geimpft und rund 80 Prozent bereits geboostert. Da immer wieder neue – und in der Regel noch nicht geimpfte Personen aufgenommen werden – ist die Impfung innerhalb der Einrichtung ein dynamischer Prozess, der fortlaufend durchgeführt werden muss.“ Das übernähmen die niedergelassenen Hausärzte.

Solingen: Viele neue Bewohner müssen erst noch immunisiert werden

Im St. Lukas Pflegeheim wurden die Bewohner ab 2. Januar geimpft. „Die erhoffte Normalität haben die Impfungen nicht zurückgebracht, aber die Angst ist nicht mehr so dominant“, sagt Gabriele Heller, Einrichtungsleiterin und Prokuristin der Kplus-Senioreneinrichtungen. Viele Mitarbeitende hätten im Winter 2020 aus Sorge, das Virus in die Häuser zu tragen, ihr Privatleben total reduziert. „Jetzt sind wir natürlich auch weiterhin vorsichtig, aber wir wissen jetzt zwei wichtige Dinge: Wir können trotz aller Vorsicht eine Infektion nicht zu 100 Prozent vermeiden, und wir wissen, dass die Impfung unsere Bewohnerinnen und Bewohner vor einem schweren Verlauf schützt. Das nimmt schon viel von der Seele.“

Im St. Lukas Pflegeheim seien inzwischen alle Bewohnerinnen und Bewohner geboostert. Im St. Joseph Altenheim, der zweiten Kplus-Senioreneinrichtung in Solingen, seien alle zum dritten Mal geimpft, deren zweite Impfung entsprechend weit zurücklag.

„Manche Angehörige tun sich mit dem täglichen Test schwer, akzeptieren aber, dass wir sehr auf die Einhaltung der Regeln achten.“

Gabriele Heller, St. Lukas Pflegeheim

Dass nun durch die Omikron-Variante eine weitere Corona-Welle droht, sehe sie mit Fassungslosigkeit, sagt Patricia Kneppeck. „Meine Zuversicht, dass mit der Durchführung der bisherigen Impfungen eine langfristige Virus-Sicherheit erreicht werden kann, hat durchaus Schaden erlitten.“ Man werde sich auch diesen Anforderungen stellen. „Wir sind vorsichtig und achten genau auf die Einhaltung der AHA-Regeln, so gut es geht“, erklärt Gabriele Heller. „Aber gerade den dementiell veränderten Bewohnern kann man nicht immer vermitteln, warum manches jetzt anders ist.“

Für den Besuch in Senioreneinrichtungen gilt eine Testpflicht. Heller: „Manche Angehörige tun sich mit dem täglichen Test schwer, akzeptieren aber, dass wir sehr auf die Einhaltung der Regeln achten. Das ist wieder zusätzliche Arbeit, die wir noch on top stemmen müssen.“ Denn die Tests müssten vor Ort angeboten und auch kontrolliert werden. Bewohner, die ihre Familien an den Feiertagen zu Hause besucht hätten, seien zur Sicherheit täglich getestet worden.

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