Gastronomie

Corona bremst Pläne für Café Gloria aus

Das Café Gloria am Kirchplatz steht seit zwei Jahren leer. Es war ursprünglich nicht nur als Gastronomiebetrieb gedacht. Es sollte außerdem als ökumenische Begegnungsstätte in Solingen-Mitte dienen. Foto: Christian Beier
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Das Café Gloria am Kirchplatz steht seit zwei Jahren leer. Es war ursprünglich nicht nur als Gastronomiebetrieb gedacht. Es sollte außerdem als ökumenische Begegnungsstätte in Solingen-Mitte dienen.

Ein Gastronom wollte die Räume in der Stadtkirche übernehmen – dann kam die Pandemie.

Von Andreas Tews

Solingen. Die Hoffnung auf eine gute Zukunft für das Café Gloria gibt Pfarrerin Jutta Degen nicht auf. Zusammen mit dem Presbyterium der Solinger Stadtkirchengemeinde setzt sie sich weiter dafür ein, dass bald wieder neues Leben in die Gastronomieräume im Erdgeschoss der Kirche einkehrt. Eigentlich wollte man schon viel weiter sein. „Wir hatten zum 1. Februar einen neuen Pächter am Start“, berichtet Pfarrerin Degen auf ST-Anfrage. Doch wegen der Pandemie und all ihrer Folgen sei vorerst nichts daraus geworden. „Wir sind aber weiter im Gespräch“, versichert Degen.

Das Café Gloria ist im Zuge der Renovierung der Stadtkirche entstanden. Die evangelische und die katholische Kirchengemeinden wollten hier gemeinsam eine Gastronomie bieten, die auch als Begegnungsstätte dienen sollte. Doch der wirtschaftliche Erfolg blieb bei diesem Projekt aus. In den Jahren 2015 und 2016 machte das Gloria jeweils rund 80 000 Euro Schulden. Die gemeinsame Betreibergesellschaft meldete vor drei Jahren Insolvenz an. Seitdem gibt es diese Gesellschaft nicht mehr. Die beiden Kirchengemeinden haben ihre diesbezüglichen geschäftlichen Beziehungen beendet. Seitdem versucht sich die Evangelische Stadtkirchengemeinde alleine. Der ökonomische Erfolg blieb weiterhin aus. Seitdem der bisher letzte Pächter – eine hinduistische Großfamilie – vor zwei Jahren aufgegeben hat, steht das Café am Kirchplatz seit Weihnachten 2018 leer.

„Anfang 2021 setzen wir uns wieder zusammen.“
Pfarrerin Jutta Degen zum Kontakt mit den möglichen neuen Pächtern

Pfarrerin Degen zeigt sich aber weiterhin optimistisch. „Es wird alles gut werden“, gibt sie sich überzeugt. Das Engagement des potenziellen neuen Pächters ist – so hofft Degen – nur aufgeschoben, nicht aber aufgehoben. Um wen es sich handelt, will sie noch nicht bekanntgeben. Sie berichtet aber von „Vollprofis“, die in der Region bereits erfolgreich aktiv seien. In den Zeiten der Pandemie wollten sich die Gastronomen aber zunächst um ihren bestehenden Betrieb kümmern, bevor sie ein neues Projekt angingen.

Laut Degen sind die möglichen Partner so gut aufgestellt, dass sie die Krise überstehen – und danach vielleicht wirklich das Café Gloria übernehmen. „Alles muss aber gut bedacht und geplant sein“, sagt die Pfarrerin. Anfang des kommenden Jahres wollen sich nach ihren Worten Vertreter der Kirchengemeinde und des Gastronomiebetriebes zusammensetzen, um das weitere Vorgehen zu beraten.

Ein Engagement der Gastronomen würde laut Degen in der aktuellen Konstellation geschehen. Sprich: Die Stadtkirchengemeinde bliebe Eigentümerin des Lokals und würde es an die neuen Betreiber verpachten. Auch die katholische Gemeinde habe weiterhin die Möglichkeit, das Lokal mit Leben zu füllen.

Sollte es dazu kommen, hofft Degen darauf, dass die neuen Betreiber auch selbst mit Veranstaltungen Besucher anlocken würden. Sie spricht von einer „Professionalität, die auch große Sachen im Blick hat“. Degen denkt dabei nicht nur an das Café selbst, sondern vor allem auch an die Nutzung des Bürgersaals in der Stadtkirche, der vom Café aus mit Speisen und Getränken bedient werden kann.

Laut Degen will die Stadtkirchengemeinde auch in Zukunft möglichst viel Präsenz in einem wiedereröffneten Café Gloria zeigen. Entweder in der Kirche selbst oder in dem Lokal solle immer ein Ansprechpartner anzutreffen sein.

Für das Café sieht sie generell auch dadurch eine gute Perspektive, weil sich die Solinger Innenstadt wandelt. Wenn sich die City von einem Einkaufsstandort mehr zu einem Wohnquartier entwickelt, sei ein Konzept, wie es dort gedacht sei, eine Chance sowohl für das Café als auch für die Menschen, die im Umfeld leben oder dort hinziehen.

Konzept

Die evangelische und die katholische Kirchengemeinde hatten das Café Gloria 2015 gemeinsam aus der Taufe gehoben. Doch alle ideelle und tatkräftige Unterstützung konnte nicht verhindern, dass der wirtschaftliche Erfolg ausblieb. Seit der Insolvenz 2017 existiert die gemeinsame Betreibergesellschaft nicht mehr.

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