Pandemie

Corona-Ausfälle belasten die Kliniken

Die Situation auf den Intensivstationen entspannt sich, die Zahl der infizierten Patienten und Mitarbeiter ist aber hoch. Archivfoto: Michael Schütz
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Die Situation auf den Intensivstationen entspannt sich, die Zahl der infizierten Patienten und Mitarbeiter ist aber hoch.

Krankenhäuser loben engagiertes Personal, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Corona hält die Solinger Kliniken weiter in Atem. Zwar hat sich die Belastung mit schwer erkrankten Covid-19-Patienten entspannt, aber Infektionen und Quarantänen bei den Mitarbeitern sorgen für deutliche Engpässe. Mit Blick auf die Ausfälle bei den Beschäftigten des Klinikums sei die Situation deutlich angespannter als beispielsweise vor einem Jahr, betont der Vorsitzende der Geschäftsführung, Dr. Martin Eversmeyer. „Derzeit haben wir täglich 150 bis 170 Mitarbeitende, die erkrankt sind. Normalerweise liegt die Zahl immer unter 100“, skizziert Eversmeyer Krankenstände von acht bis neun Prozent. Von vielen wisse man, dass sie aufgrund einer Corona-Infektion ausfallen.

Auf der anderen Seite stehe eine derzeit sehr hohe Belegung im Klinikum. Dabei seien die zwei oder drei Corona-Patienten, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen, nicht das Problem. „Aber wir haben zeitgleich etwa 30 mit Corona infizierte Patienten, die wegen anderer Erkrankungen behandelt werden müssen“, so der Klinikum-Chef. Noch vor Kurzem waren das nur 15 bis 20 zeitgleich.

Aktuelle Infos zur Corona-Situation in Solingen

„Nach wie vor kuratieren wir diese Patienten auf ein oder zwei speziellen Stationen, um zu verhindern, dass andere Patienten angesteckt werden. Das fordert aber eine große Logistik und viel Aufwand von Pflegepersonal und Ärzten.“

Von den personellen Ausfällen betroffen seien nicht nur Pflege und medizinischer Bereich, sondern auch Verwaltung, Küche und Transportdienste. „Um das zu kompensieren, machen Mitarbeiter Überstunden, andere werden aus dem Urlaub zurückgeholt, in der Pflege werden zudem Honorarkräfte beschäftigt. All diese Maßnahmen ermöglichen, den Betrieb aufrechtzuerhalten.“ Nur in Ausnahmen müssten geplante Operationen verschoben werden.

In der St. Lukas Klinik wird die Situation jeden Tag neu bewertet

In der St. Lukas Klinik sind derzeit 23 Mitarbeitende coronabedingt nicht im Einsatz. „Eigene Quarantänen, Kinder in Quarantäne oder erkrankt – es gibt viele Gründe, warum man nicht arbeiten kann“, berichtet Kplus-Sprecherin Cerstin Tschirner. Diese Zahl komme als Belastung zusätzlich zu den anderen Erkrankungen.

Einrichtungsbezogene Impfpflicht: Erste Solinger Zahlen liegen vor.

„Momentan können wir dank der großen Einsatzbereitschaft unserer verbliebenen Mitarbeitenden alle Bereiche inklusive geplanter Operationen oder Untersuchungen aufrecht erhalten. Das kann man nicht hoch genug bewerten“, so Tschirner. Man fahre aber auf Sicht und müsse jeden Tag die Situation neu bewerten – abhängig davon, wie sich die Zahlen entwickeln.

Auch im Diakonischen Werk Bethanien müssen immer wieder coronabedingte Ausfälle beim Personal kompensiert werden. Vermehrt betroffen seien auch die Seniorenzentren, die Tagepflegen und die mobilen Pflegedienste von Bethanien, so Unternehmenssprecher Robert Sopella. „Bislang konnten und können wir Ausfälle mit Kollegen kompensieren, die etwa freie Tage oder Urlaube verschieben. Wir versuchen zudem, aufkommende Engpässe einrichtungsübergreifend zu überbrücken. Die Lage ist allerdings weiterhin so dynamisch und wenig planbar, dass es innerhalb weniger Tage schon ganz anderes aussehen kann“, lobt Sopella die enorme Flexibilität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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