ST vor Ort

Cobra will sich der Jugend stärker öffnen

Anja Stock fiebert bereits den gemeinsamen Open-Air-Veranstaltungen von Cobra und Industriemuseum entgegen.
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Anja Stock fiebert bereits den gemeinsamen Open-Air-Veranstaltungen von Cobra und Industriemuseum entgegen.

Leiterin Anja Stock hat verschiedene Ideen, um wieder mehr junge Leute in das Kulturzentrum zu ziehen.

Von Kristin Dowe

Solingen. Die Hoffnung ist groß bei Cobra-Chefin Anja Stock, dass die pandemische Lage in diesem Jahr auch im Herbst noch entspannt bleibt und das kulturelle Leben in der Klingenstadt endlich wieder ungebremst Fahrt aufnehmen kann. „Wir sind momentan immer noch in Kurzarbeit. Die Hauptsache ist, dass wir alle unseren Job behalten“, hält sie fest − denn die vergangenen zweieinhalb Jahre waren für das Kulturzentrum an der Merscheider Straße eine echte Bewährungsprobe. Bis zum schicksalhaften Jahr 2020 lief es für das Team nämlich gut, auf rund 30 000 Besucher im Jahr habe es die Cobra da gebracht. „Wir hatten vor Corona richtig gute Jahre, so dass wir teilweise sogar an unsere Kapazitätsgrenzen kamen“, blickt sie zurück.

Mit Wehmut will sich Anja Stock aber nicht aufhalten und blickt stattdessen optimistisch nach vorn. Ganz oben auf der To-do-Liste: „Ich möchte mich gerne wieder stärker der Jugend öffnen.“ Dabei hofft sie auf Impulse von den Jugendlichen selbst, die möglichst ihre Vorstellungen einbringen sollten, welche Angebote sie sich in der Cobra wünschen. Erste Gespräche dazu habe es dazu schon mit dem Jugendstadtrat gegeben.

  Bedingt durch die Lockdowns und die wechselnden Einschränkungen durch die Pandemie seien die Bemühungen immer wieder ins Stocken geraten. Das Ziel stehe aber weiterhin fest: „Ich möchte mit den Jugendlichen mehr in den Austausch kommen.“ Zwar sei ihr klar, dass der häufig geäußerte Wunsch nach großen Partys oder einer Disco mit Blick auf die Anwohner nicht erfüllt werden könne. Dennoch habe sie viele andere Ideen, um bei jungen Menschen wieder die Begeisterung für kulturelle Aktivitäten zu wecken. „Ich denke da zum Beispiel an eine Modenschau, einen Flohmarkt oder Livemusik − je nachdem, was sich die Jugendlichen wünschen.“

ST

Es sei jedoch nicht nur ein Phänomen bei jungen Menschen, dass das Interesse an Kultur während der Pandemie spürbar nachgelassen habe. „Die Leute sind einfach entwöhnt“, vermutet sie. Der Krieg in der Ukraine und die damit verbundene Inflation führten außerdem dazu, dass viele an einer Kabarettvorstellung oder einem Kinobesuch sparten. Dabei seien die Preise in der Cobra, die zu etwa 50 Prozent von der Stadt bezuschusst wird, trotz der Umstände moderat geblieben. „Bislang haben wir die Preise kaum angehoben.“ Perspektivisch sei es jedoch möglich, dass dieser Schritt im Zuge der rasant steigenden Energiekosten irgendwann notwendig wird.

ST vor Ort

Doch auch wenn die Zeiten zuletzt schwierig waren, behauptet sich die Cobra seit nunmehr 28 Jahren erfolgreich in der Solinger Kulturlandschaft. Anja Stock gerät ins Schwärmen, wenn sie etwa an die Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen im Jahr 2019 auf der Walder Jahnkampfbahn zurückdenkt. „Die 9000 Tickets waren ausverkauft. Wir hatten riesiges Glück, dass wir noch 2019 feiern konnten und nicht 2020.“

Cobra Open-Air-Weekend am Industriemuseum

In besonderer Erinnerung seien ihr in den vergangenen Jahren zahlreiche kulturelle Highlights wie ein Konzert der Mittelalter-Rockband „In Extremo“ oder ein Auftritt von Comedian Torsten Sträter geblieben, der 2016 in der Cobra auf der Bühne stand. „Er war damals noch nicht ganz so bekannt, das war vor seinem großen Durchbruch. Er ist ein unheimlich sympathischer und bescheidener Mensch.“

Nun freue sie sich erst mal auf das Open-Air-Weekend im Juli, das die Cobra gemeinsam mit dem LVR-Industriemuseum erstmals auf die Beine stellt. Die drei Veranstaltungen sollen auf dem Außengelände des Museums stattfinden. Falls das Wetter dann eher „bergisch“ ausfallen sollte, gebe es aber eine Lösung, verspricht Anja Stock: „Wenn es schüttet, gehen wir in die Cobra!“

Open-Air-Weekend

Filmnacht: Am Freitag, 29. Juli gibt es eine Filmnacht. Ab 20 Uhr Programm mit DJ und Vorfilmen, ab 22 Uhr die Komödie „Beckenrand Sheriff“.

Rudelsingen: Samstag, 30. Juli, Beginn: 19.30 Uhr, Einlass: 19 Uhr. Tobias Sudhoff wird moderieren.

Livemusik: Das dynamische Duo sowie Schwarte, Mutz & Düse spielen am Sonntag, 31. Juli, ab 18 Uhr, Einlass: 17 Uhr. Tickets für alle Events:

industriemuseum.lvr.de
solingen-live.de

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