Einzelhandel

„Click and meet“ muss sich noch einspielen

Unter den neuen Bedingungen haben viele Händler wie Detlef Ammann wieder geöffnet – mit Terminvergabe. Foto: Christian Beier
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Unter den neuen Bedingungen haben viele Händler wie Detlef Ammann wieder geöffnet – mit Terminvergabe.

Neue Regeln für Einzelhandel sorgen für mehr Kundenbesuche, aber auch für Verunsicherung.

Solingen. Besucher der Stadt- und Stadtteilzentren erleben seit Wochenbeginn wieder etwas mehr Normalität. Die Türen vieler Geschäfte stehen offen, die Kundenfrequenz auf Straßen und in den Geschäften ist durch die Lockerungen der Corona-Bestimmungen etwas höher als in den Wochen zuvor. „Click and meet“, also der Besuch der Geschäfte nach vorheriger Terminbuchung, zeigt Wirkung. Doch sowohl auf Kunden- als auch auf Händlerseite muss sich noch einiges einspielen. Vielen Kunden ist zum Beispiel nicht klar, wie sie Termine reservieren können und dass dies auch kurzfristig an der Ladentür möglich ist.

Nach den aktuellen Corona-Bestimmungen darf der Handel bei Werten zwischen 50 und 100 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche Kunden nach vorheriger Terminbuchung empfangen. Nur für Geschäfte, die den täglichen Bedarf decken, gelten lockerere Regeln.

Händler freuen sich über den direkten Kontakt zu den Kunden

„Wir sind alle froh, dass wir wieder Kunden vor Ort empfangen können“, gibt Detlef Ammann, Vorsitzender des Werbe- und Interessenrings Innenstadt Solingen die Stimmungslage wieder. „Wir leben vom Kontakt mit den Kunden“, ergänzt Rainer Francke, Vorsitzender des Walder Werberings. „Click and meet“ mag sich betriebswirtschaftlich nicht für jeden Laden rechnen, schränkt Ralf Engel, für das Bergische Land zuständiger Geschäftsführer des Handelsverbands NRW, zwar ein. Er sieht in den jetzt geltenden Lockerungen aber eine Öffnungsstrategie, bei der auch die aktuelle Corona-Situation mit den kursierenden Virus-Mutationen berücksichtigt werde.

Ammann und der Hofgarten-Centermanager Ralf Lindl berichten nicht nur von gestiegenen Kundenzahlen. Da die Menschen die Geschäfte gezielt aufsuchen, sei auch die Quote der getätigten Verkäufe höher.

Ralf Kohns, Inhaber des Elektronik-Fachgeschäfts Expert Schultes in der Innenstadt weist wie viele seiner Kollegen darauf hin, dass Termine nicht nur telefonisch oder online, sondern auf Nachfrage auch kurzfristig direkt vor Ort ausgemacht werden können. Von den Kunden würden in jedem Fall die Kontaktdaten festgehalten, damit das Gesundheitsamt später eventuelle Infektionsketten nachvollziehen kann. Kohns kritisiert: Solch ein Verfahren mit Registrierung und genügend Abstand im Geschäft funktioniere auch ohne vorherige Terminabsprache. Das jetzt geltende System sei zwar besser als nichts, sagt auch Francke. Es bringe für die betreffenden Inhaber aber auch einen hohen organisatorischen Aufwand mit sich.

Zudem, so berichtet Brigitte Kiekenap, Vorsitzende der Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft, sind für viele Kunden die derzeit geltenden Regeln nicht eindeutig. Ihnen sei zum Beispiel nicht klar, dass Buchhandlungen ohne Termin besucht werden können. Auch der Marktleiter des Spielwarengeschäfts Gongoll in Ohligs, Tobias Paul, berichtet, dass Kunden oft verunsichert seien. Manche befürchten, sie müssten unter Zeitdruck einkaufen. Paul versichert aber, dass es möglich sei, zwei Termine hintereinander zu buchen.

Wie alle Händler freut er sich nicht nur über etwas mehr Normalität. Alle vereint die Hoffnung, dass nicht bald wegen steigender Zahlen wieder strengere Regeln gelten.

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