Innenstadt

Für City-Verkehr kommt Gesamtkonzept

Am Neumarkt (Bildmitte) will die Sparkasse ihre neue Hauptstelle bauen. Auch der Verkehr soll dort neu geregelt werden. Foto: Christian Beier
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Am Neumarkt (Bildmitte) will die Sparkasse ihre neue Hauptstelle bauen. Auch der Verkehr soll dort neu geregelt werden.

Entscheidung über die Straßen im Neumarkt-Umfeld wird vertagt – sie soll in die geplante große Neuregelung passen.

Von Andreas Tews

Solingen. Die Politik vertagt die Entscheidungen über künftige Verkehrsregelungen rund um den Neumarkt und den dort geplanten Neubau der Stadt-Sparkasse. Die Neuerungen sollen in ein Gesamtverkehrskonzept für die Innenstadt passen, das im Zuge des Konzepts „City 2030“ erarbeitet werde, erklärte Stadtdirektor Hartmut Hoferichter im städtischen Verkehrs- und Umweltausschuss. Seinem Vertagungsvorschlag folgte die Politiker dort einstimmig.

Die Stadt-Sparkasse plant einen Neubau für ihre Hauptstelle zwischen Neumarkt und Kölner Straße. In diesem Zuge sollen die Verkehrsflüsse auf den anliegenden Straßen verändert werden – unter anderem, damit Fußgänger vom Neumarkt aus möglichst ohne eine Straße zu queren zu dem Neubau gelangen können. Nach bisherigen Entwürfen soll der Hauptverkehr in diesem Bereich über die (dann breitere) Max-Leven-Gasse laufen, die parallel dazu liegende Peter-Knecht-Straße soll künftig schmaler sein. Angedacht ist dort eine Sackgasse, die nur von der Kölner Straße aus zu befahren ist.

Dem Ausschuss hatte das Rathaus ursprünglich eine Variante vorgeschlagen, nach der unter anderem auch die Einbahnregelungen auf der Straße Am Neumarkt und auf der Elsa-Brändström-Straße verändert werden sollten. Diese zog Hoferichter in der Sitzung zurück und präsentierte den Vorschlag, das ohnehin geplante Gesamtkonzept abzuwarten. Die vorgeschlagene Variante wurde demnach nur vorläufig beschlossen, um die weiteren Planungen für den Sparkassen-Neubau und dessen Straßenanbindung nicht zu verzögern.

„Mit dem Beschluss erkaufen wir uns Zeit.“
Jonathan Bürger (CDU)

In einem Bebauungsplan – der wurde am Freitag ebenfalls einstimmig beschlossen – müsse eine Verkehrserschließung – unter anderem für die geplante Tiefgarageneinfahrt an der Ecke Kölner Straße/Max-Leven-Gasse – gewährleistet werden. Dies sei mit dem Beschluss geschehen. Hoferichter berichtete weiter, dass das Verkehrskonzept für die gesamte Innenstadt derzeit ausgeschrieben werde. Externe Planer sollen es ausarbeiten.

Der Beschluss „erkaufe“ der Politik die nötige Zeit, um über den Innenstadtverkehr ausführlich zu diskutieren, erklärte der verkehrspolitische Sprecher der CDU, Jonathan Bürger. Auch SPD-Sprecher Rainer Knecht bezeichnete es als wichtig, dem Gesamtkonzept nicht durch „Vorfestlegungen“ vorzugreifen. Finn Grimsehl-Schmitz (Grüne) forderte, jetzt mit den Bürgern über die Innenstadt und die Verkehrsregelungen dort zu sprechen. Dabei müsse auch der Einzelhandel eingebunden werden.

Der am Freitag beschlossene Bebauungsplan regelt in erster Linie die Lage und die maximale Höhe der Gebäude, die im Bereich zwischen Neumarkt, Kölner Straße, Max-Leven-Gasse und Peter-Knecht-Straße errichtet werden. Weitere Details – wie zum Beispiel der Einbau von Ladesäulen in der Tiefgarage – werden laut Hoferichter in städtebaulichen Verträgen geregelt.

Neubau

Lage: Die Stadt-Sparkasse plant einen Neubau am Neumarkt. Gegenüber den dort bestehenden Gebäuden rückt dieser in Richtung Peter-Knecht-Straße. Die bisherige Hauptstelle an der Kölner Straße wird abgerissen und durch Wohnbebauung ersetzt.

Nutzung: Der Neubau bietet Platz für die neue Sparkassen-Hauptstelle, weitere Büros, Wohnungen und eine Tiefgarage.

Standpunkt: Verkehr ist Reizthema

andreas.tews@solinger-tageblatt.de

Ein Kommentar von Andreas Tews

Die Diskussion um die künftige Gestaltung des Innenstadtverkehrs birgt viel Konfliktpotenzial. Die Positionen, die bereits jetzt, in einem frühen Stadium der Planungen, aufeinandertreffen, gehen stark auseinander. Von daher kam es für viele Politiker und Beobachter überraschend, dass sich die Stadtverwaltung in einer Beschlussvorlage für den Verkehrs- und Umweltausschuss bereits jetzt auf eine Variante für die Verkehrsführung rund um den Sparkassen-Neubau am Neumarkt festlegte. Jetzt ruderte das Rathaus zurück und schlug vor, die Entscheidung zu vertagen. Politik und Verwaltung tun gut daran, sich für die Neuordnung des Verkehrs in der Innenstadt Zeit zu nehmen. Dies gibt ihnen die Chance, mit den Bürgern und anderen Akteuren – vor allem auch den Einzelhändlern der Innenstadt – intensiv ins Gespräch zu kommen. Denn eines dürfte allen Beteiligten klar sein. Nicht nur die Funktion (bisher eher Handels-, demnächst zunehmend auch Wohnstandort) muss neu geregelt werden. Auch beim derzeit sehr umständlich geregelten Verkehr in der City darf es kein „weiter so“ geben.

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