ST vor Ort - die Stadtteilserie

City 2030 bekommt durch Landesmittel einen Schub

Edeka an der Hauptstraße hat nach der Insolvenz geschlossen, Woolworth darüber sein Geschäft aufgegeben. Das Konzept City 2030 kämpft gegen noch mehr Leerstände an. Archivfoto: Christian Beier
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Edeka an der Hauptstraße hat nach der Insolvenz geschlossen, Woolworth darüber sein Geschäft aufgegeben. Das Konzept City 2030 kämpft gegen noch mehr Leerstände an. Archivfoto: Christian Beier

Handel konzentrieren und so mehr Fläche für Wohnen gewinnen – dieser Weg wird fortgesetzt

Solingen. In der Berichterstattung und der Zeit nach dem Hochwasser blieb fast unbemerkt, dass das Land NRW den Umbau der Solinger Innenstadt auch in diesem Jahr weiter unterstützt. Ministerin Ina Scharrenbach (CDU) überreichte vergangene Woche einen neuen Förderbescheid über 616 000 Euro aus Düsseldorf. Das ist nur ein Bruchteil der geschätzten 32 Millionen Euro, die bis 2030 im Stadtteil aufgewendet werden sollen.

Doch das Rathaus sieht sich auf gutem Weg. Denn als vor knapp drei Jahren die Arbeit an City 2030 begonnen hat, war an die Corona-Krise noch nicht zu denken. Als Problem schätzt Markus Lütke Lordemann das allerdings nicht ein. „Das Konzept ist absolut pandemietauglich. Wir sind froh, dass wir frühzeitig diesen Weg eingeschlagen haben“, betonte der Leiter des Stadtdienstes Stadtentwicklung.

Denn die vergangenen fast eineinhalb Jahre hätten die Herausforderungen, die auf Stadtzentren wie die Solinger City zukommen, noch einmal verdeutlicht. Nun gelte es, die angestoßenen Entwicklungen weiterzuführen.

OB Tim Kurzbach: Das Gesicht der Innenstadt in Solingen muss sich vollkommen wandeln

Bei „City 2030“ handelt es sich um ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK). Externe Gutachter haben darin im Auftrag der Verwaltung und in Zusammenarbeit mit Akteuren der Innenstadt festgehalten, wie eine Neuausrichtung gelingen kann. Einen Impuls für diese Entwicklung gab es in der vergangenen Woche. Ina Scharrenbach (CDU), NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung überreichte der Stadtspitze vier Förderbescheide des Landes. Unter anderem wird City 2030 mit besagten 616 000 Euro unterstützt.

Nun beginne die „Dekade der Erneuerung der Innenstadt“, machte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) bei dem Termin am Donnerstag deutlich. Es sei klar, dass sich das Gesicht der City völlig wandeln müsse. Dabei sollen die Mittel des Landes helfen. Sie fließen unter anderem in das Citymanagement, ein Mobilitätskonzept, die Umsetzung des Konzeptes Stadtgrün, Öffentlichkeitsarbeit, den Verfügungsfonds und das Hof- und Fassadenprogramm. „Das ist ein ganz wichtiger Schritt und weitere Bewilligungsbescheide werden folgen“, sagte Markus Lütke Lordemann. Denn das ISEK ist die Basis, um Unterstützung aus der Städtebauförderung beantragen zu können.

Das Konzept City 2030 ist pandemietauglich.

Markus Lütke Lordemann vom Stadtdienst Stadtentwicklung

Eine zentrale Rolle im Veränderungsprozess nehmen die privaten Immobilieneigentümer ein. Ein Sofortprogramm des Landes soll dazu beitragen, ihnen neue Perspektiven für ihre Ladenlokale aufzuzeigen. Die Idee: Die Eigentümer senken die Kaltmiete auf 70 Prozent des bisherigen Wertes. Für bis zu zwei Jahre übernimmt die Verwaltung die Hälfte der Ursprungsmiete und schließt einen Vertrag mit dem neuen Nutzer. Dieser trägt die übrigen 20 Prozent der Miete plus Nebenkosten.

Das soll die Innenstadt vor allem für kreative Ideen und Unternehmensgründer attraktiv machen. „Auf beiden Seiten, also bei Eigentümern und potenziellen Mietern, gibt es Interessierte“, erklärte Stadtdirektor Hartmut Hoferichter. Nun gehe es darum, die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bringen. „In fünf bis sechs Fällen deutet sich eine Einigung an.“

Politik und Verwaltung hatten aber immer betont, dass die ganze Umsetzung nicht ohne die Mitwirkung der privaten Immobilieneigentümer und der Akteure in der Innenstadt funktioniert. Sich nicht nur auf eine neue Konzentration des Handels zu verlassen, ist dabei maßgebend. Wohnprojekte wie am Birker Bad, auf dem Evertzgelände, auf den Grundstücken von Kaufhof und P & C oder später auf dem Gelände der Sparkasse lassen erahnen, welche Dimensionen der City-Umbau hat.

Themen und Hintergründe

City 2030: Das ganze Konzept hat das ST zu Jahresbeginn beleuchtet.

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Themen der Woche: Diese Themen beschäftigen uns in der Mitte-Woche: Heute geht es um frisches Geld vom Land für die Innenstadt, wo wird es eingesetzt? Der Brunnen am Lehn sucht neue Paten, die ihn betreuen. Der Felix Kids Club hat große soziale Bedeutung für die Innenstadt. Neues zum geplanten Neubau auf dem Kaufhof-Gelände wird beleuchtet. Mit Markus Lütke Lordemann wagen wir ein Blick in die Zukunft der Innenstadt. Gestern stand die Frage im Raum, wie Parkanlagen von den Nutzern selbst gereinigt werden können.

Alle Folgen der Stadtteilserie finden Sie hier: www.solinger-tageblatt.de/vor-ort

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