Doppelveranstaltung

Chöre und Tänzer begeistern auf Fronhof

Beim Chorfestival, ausgerichtet von Initiativkreis und Chorverband, trat die Kantorei Dorp mit dem Jugendchor aus Dorp auf.
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Beim Chorfestival, ausgerichtet von Initiativkreis und Chorverband, trat die Kantorei Dorp mit dem Jugendchor aus Dorp auf.

„Mitte singt“ und „Mitte tanzt“ fanden als Doppelveranstaltung zur City-Belebung statt.

Von Holger Hoeck

Nach den Chören kamen die Tänzer, unter anderem mit Volkstänzen. Die Stadtentwicklung hatte den zweiten Teil des Tages organisiert.

Solingen. Nur wenige Momente und Akkorde benötigte der Shantychor Solingen mit seinen kräftigen Stimmen und klangvollen Instrumenten, um unter den Zuschauern auf dem Fronhof gute Stimmung zu verbreiten. Mit den beiden aufeinanderfolgenden Veranstaltungen „Mitte singt“ und „Mitte tanzt“ wurde der Fronhof am Samstag für viele Stunden zum Treffpunkt aktiver Chöre und Tänzer. Die musikalische Aktion verfolgte dabei insbesondere das Ziel, ein Zeichen für die Zukunft der City zu setzen, die vielfältig mit ansprechendem Angebot für mehrere Generationen sein soll.

Mit Seemannsliedern, die Matrosen während ihrer Arbeit auf den Schiffen gesungen haben, animierte daher der Shantychor in blau-weißem Dress sein Publikum zum Mitschunkeln und -singen. Darunter auch die Walderinnen Ellen Karmann und Gisela Wendt, die sich besonders über die Darbietung des Lieds „In der Kneipe am Moor“ freuten. „Eigentlich sind wir wegen eines nachfolgenden Chors hier, aber zum Glück haben wir es früher geschafft. Sonst hätten wir doch wirklich was verpasst“, resümierte Wendt.

Bürgermeister Thilo Schnor (Grüne) fand lobende Worte für die Premierenveranstaltung: „Ein solches Event bringt Menschen zusammen. Es ist aber auch ein belebender Impuls für die Innenstadt und passt gut in das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept City 2030, das aufzeigen möchte, wie die Zukunft von Mitte aussehen kann.“ Besonderen Dank richtete Thilo Schnor an Initiator und Organisator Philipp Müller, an Waldemar Gluch vom Initiativkreis Solingen und an den Vorsitzenden des Chorverbands Bergisch Land, Andreas Imgrund.

„Ein solches Event belebt die City und bringt Menschen zusammen.“

Thilo Schnor (Grüne), Bürgermeister

Tagsüber gestalteten zahlreiche Chöre aus Solingen, darunter etwa der Rockchor 60Plus, der Güterhallen-Chor, die Chorgemeinschaft Aufderhöhe sowie die Wuppertaler Gäste 4Voices Cronenberg, das Programm, bevor der Platz am Abend den Tanzwilligen gehörte. Mit Kindertanz, internationalen Volkstänzen, einer Michael-Jackson-Performance sowie Hip-Hop-Einlagen kamen Zuschauer unterschiedlichen Alters auf ihre Kosten, zusätzlich erzeugte Licht eine besondere Atmosphäre auf dem zentralen Platz. Das Abendprogramm organisierten die Stadtentwicklung und Eventmanagerin Petra Krötzsch.

Wer wollte, konnte außerdem einige (leerstehende) Ladenlokale besuchen, die Studenten der Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen der Bergischen Universität Wuppertal für Video-Projektionen und Sound-Effekte nutzten, um sich mit Utopien der Zukunft von Innenstädten zu widmen und sich mit Bürgern auszutauschen.

Um das Interesse der Chöre abzufragen, wurden in der Vorbereitung des Tages sowohl alle dem Chorverband angehörende Gesangsgruppen wie auch externe Chöre, zum Beispiel Kirchenchöre, kontaktiert. „Dadurch konnten wir ein vielfältiges Programm zusammenstellen. So haben wir eben noch einen Meister-Chor der Chor-Akademie Bergisch Land gehört. Nach den Shantys folgen unter anderem noch Rock und ein Auftritt der Dorper Kantorei“, zählte Chorverbands-Vorsitzender Andreas Imgrund auf.

Initiativkreis-Vorsitzender Waldemar Gluch konnte schon früh ein positives Zwischenfazit der Premiere auf dem Fronhof ziehen. „Ich habe von der Bühne in viele glückliche Gesichter gesehen, und auch die Chöre sind fasziniert. Dies ist für uns ein Ansporn zu Überlegungen, dieses Chorfestival in andere Stadtteile zu bringen und es als Serie in den nächsten Jahren auszubauen.“

Programmpunkte auf dem Fronhof

Gesang: 13 Chöre beteiligten sich an der Premiere. Insgesamt existieren 26 Chöre in der Stadt, während dem Chorverband Bergisch Land für die Städte Wuppertal und Solingen 56 Chöre angehören.

Tanz: Profi-Performances seines Idols bot Michael-Jackson-Tribute-Artist Sascha Pazdera dar. Eine Mischung aus Saturday Night Fever und Co. motivierte Besucher zum aktiven Mitwirken.

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Standpunkt von Manuel Böhnke: Ein Besuch lohnt sich

manuel.boehnke@solinger-tageblatt.de

Der Weg zu einer attraktiven Innenstadt ist weit. Dass es dem Handel alleine zunehmend schwerfällt, Massen in die City zu locken, ist keine neue Erkenntnis. Es braucht andere Wege. In den allermeisten Köpfen ist das längst angekommen. Und es tut sich etwas. Der Neubau der Stadt-Sparkasse setzt einen städtebaulichen Akzent am Neumarkt, die bisherige Hauptstelle soll einem Wohnquartier weichen. Ein neuer Wohn- und Gewerbekomplex ist zudem auf der früheren Fläche von Kaufhof und Peek & Cloppenburg vorgesehen, am 22. Oktober feiert die Gläserne Werkstatt, in die die Stadtplaner große Hoffnungen setzen, an der Hauptstraße Eröffnung.

Isoliert betrachtet werden diese Maßnahmen die Innenstadt nicht retten. Geballt machen die Projekte jedoch deutlich: Es tut sich etwas in der City. Neue Veranstaltungsformate wie „Mitte singt“ und „Mitte tanzt“ am Wochenende sowie „Mitte blüht auf“ im Frühjahr sind gute Möglichkeiten, diese Aufbruchstimmung zu vermitteln. Und ihnen zu zeigen: Ein Besuch der Innenstadt lohnt sich. 

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