Bürgerpreis 2020

Sie kümmert sich um gequälte Tiere

Carola Horlemann mit ihrer Mischlingshünding Emily. Foto: Christian Beier
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Carola Horlemann mit ihrer Mischlingshünding Emily.

Carola Horlemann ist für den Bürgerpreis nominiert – ihr Engagement gilt den Solinger Fellfreunden.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Bei der auf sie gemünzten Beschreibung „Sie holt herrenlose Hunde aus dem Ausland“ kommt Widerspruch von Carola Horlemann. Falsch sei der Satz, der sich auf ihr Engagement bei den Solinger Fellfreunden bezieht, zwar nicht, aber zu kurz gegriffen. Denn den Tierschützern, die sich 2009 zusammengeschlossen haben und seit 2014 als Verein eingetragen sind, gehe es um viel mehr, als punktuell arme Tiere zu retten. „Wir bringen nicht möglichst viele Tiere nach Deutschland, sondern sorgen vor Ort für eine langfristige Verbesserung, indem wir mit Spendengeld das von uns betreute Tierheim in Gyula in Ungarn so ausbauen, dass dort eine artgerechte Haltung möglich ist“, erzählt die 62-jährige ehemalige Sekretärin.

Carola Horlemann ist einer der fünf Kandidaten für den Solinger Bürgerpreis 2020. Weitere Bewerber sind Dagmar Cristello, Dirk Clauberg, Ceren Kaynar und Uli Preuss. Der Bürgerpreis wird von der Stadt-Sparkasse ausgelobt, das Solinger Tageblatt und Radio RSG sind Medienpartner.

„Im Vergleich zu den Zuständen, die in Ungarn herrschen, sind unsere Tierheime regelrechte Hotels“, erklärt Carola Horlemann Hintergründe. Seit Jahren unterstützen die Fellfreunde auch Kastrationsaktionen in Ungarn, um die Streuner-Problematik zu verbessern. „Unsere ungarischen Partner gehen auch in Schulen und Kindergärten und organisieren verschiedenste Aufklärungsaktionen.“ So wird versucht, den Stellenwert des Hundes in der dortigen Gesellschaft zu verbessern. „Hunde haben dort einfach keinerlei Lobby.“ Haltung an kurzer Kette, Vernachlässigung und das Aussetzen von Hunden seien an der Tagesordnung. Besonders alte oder kranke Tiere werden häufig in der Tötung abgegeben – die Horlemann als „absolute Hölle“ bezeichnet – oder ausgesetzt.

„Im Vergleich zu Ungarn sind unsere Tierheime regelrechte Hotels.“
Carola Horlemann

Rund um die Uhr ist sie erreichbar, wenn es darum geht, akut Hilfe zu organisieren oder Leid zu lindern. „Die Hunde, die zuvor in Tötungsstationen gesessen haben oder misshandelt wurden, sind vielfach misstrauisch und handscheu.“ Die Fellfreunde versuchen, den Gepeinigten durch gezielte Vermittlungen an geeignete „Adoptionseltern“ eine schöne Zukunft zu ermöglichen.

Über die Suche nach einem eigenen Hund ist Carola Horlemann – sie ist mit einem Tier aufgewachsen – mit den Fellfreunden in Kontakt gekommen. Spontan habe sie ihre Hilfe angeboten, erzählt sie. Aus einer früheren ehrenamtlichen Tätigkeit bei einer anderen Tierschutzgruppe brachte sie einiges an Organisationswissen und Erfahrung mit. Nach Beagle Bigi ist nun Emily, ein Bracke-Beagle-Dackel-Mix der treue Vierbeiner, der sie und ihren Mann durch den Alltag begleitet. „Sie ist ängstlich bei Fremden und kompensiert diese Scheu durch eine große Klappe“, erklärt Carola Horlemann das aufgeregte Gebell zur Begrüßung. Emily stammt aus einem Tierheim in Ungarn, mit dem die Fellfreunde Solingen eng verbunden sind.

Der Blick des Vereins geht nicht nur ins Ausland. „Auch vor Ort helfen wir, zum Beispiel der Tiertafel oder anderen Tierschutzvereinen, durch Sach- und Futterspendenspenden.“

Alle Hunde, die aus Ungarn nach Deutschland kommen, haben ein fest vermitteltes neues Zuhause oder eine Pflegestelle. „Wir geben uns viel Mühe, dass neuer Halter und Tier gut zusammenpassen und fragen zunächst online vieles vom potenziellen neuen Besitzer ab. Dann rufen wir an und kommen so miteinander ins Gespräch.“ Viele Vermittlungen habe sie erfolgreich abgeschlossen, erzählt Carola Horlemann. Zu den allermeisten Hundehaltern gebe es noch Kontakt. „Da kommen immer mal wieder Fotos, WhatsApp- Nachrichten oder es finden Treffen statt.

Abstimmung zum Bürgerpreis

Die Leser des Tageblatts stimmen über den Träger des Bürgerpreises 2020 ab. Sie können uns den Namen Ihres Favoriten per E-Mail schicken:

redaktion@solinger-tageblatt.de

Der Betreff: „Bürgerpreis 2020“. Einsendeschluss ist der 12. Juni 2020. Unter allen Abstimmungsteilnehmern werden drei Hofgarten-Gutscheine im Wert von jeweils 50 Euro verlost.

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