Zeiten überfüllter Wagen scheint vorbei

In den Solinger Bussen wird Maske getragen

Maske im Bus, das wird mittlerweile von fast allen Nutzern akzeptiert. Foto: Christian Beier
+
Maske im Bus, das wird mittlerweile von fast allen Nutzern akzeptiert.

Der gestaffelte Beginn der Schulen und Zusatzfahrzeuge verhindern volle Fahrzeuge.

Von Philipp Müller

Solingen. Schüler fahren mit dem Bus zur Schule. Das müssen sie auch in Zeiten der Corona-Pandemie. Doch die Zeiten überfüllter Wagen scheint vorbei. Das Tageblatt schaute sich das einmal an. Los geht es mit der Linie 683. Um 7.40 Uhr ist der Bus Richtung Innenstadt gut gefüllt. Aber alle haben einen Sitzplatz. Zehn Minuten später fast das gleiche Bild. Auch das fällt auf: Die Schüler tragen durch die Bank ihren Mund-Nasen-Schutz.

Das sei immer so am Morgen, erklärt Busfahrer. Er schätzt die Zahl der Maskenmuffel in den Bussen auf maximal 5 Prozent. Das deckt sich mit den Erfahrungen, von denen Silke Rampe berichtet. Sie ist Sprecherin der Verkehrsbetriebe: „Generell zeigt sich bei den Fahrgästen ein geschlossenes Bild von Maskenträgern, die sich im Bus an diese Regel halten.“ Diese Infos hat sie auch von den vier Teams, die an den Haltestellen und in den Bussen kontrollieren.

Weiter geht es mit der Linie 682 über Wald bis zum Hauptbahnhof. Immer wieder steigen Schüler zu, an den Schulen wieder aus. „Der gestaffelte Unterrichtsbeginn hat die Lage in den Bussen entspannt“, erläutert Schuldezernentin Dagmar Becker (Grüne). Zum Schulstart und Unterrichtsende würden zudem 15 Sonderbusse für den Schülertransport eingesetzt. Das finanziere das Land NRW mit einem Zuschuss.

„Natürlich gab es murrende Bürger in den Bussen.“
Silke Rampe von den Verkehrsbetrieben zur Maskenpflicht im Bus

Aber auch das fällt auf: Vor den Schulen treffen sich die Schüler zum Teil in Gruppen und tragen keine Maske. Ein Umstand, den auch die Schulleiter zuletzt immer wieder beklagten. Dezernentin Becker sagt, das habe auch der Kommunale Ordnungsdienst im Blick, der die Maskenpflicht im öffentlichen Raum überwacht.

Streng schauen auch die Verkehrsbetriebe hin. Besonders seit dem zweiten Lockdown. Silke Rampe berichtet über die Kontrollen in den Bussen: „Natürlich gab es murrende Bürger, aber die Kontrolleure sind auf keinen renitenten Fahrgast getroffen.“ Bei freundlicher Ansprache seien alle auffälligen Kunden der Aufforderung, die Maske zu tragen, nachgekommen. Dies auch an Haltestellen, wo nur ganz wenige Fahrgäste auf den nächsten Bus gewartet hätten. Dort habe es anfangs oft aber an der Einsicht gefehlt.

Im Bus sind Fahrkarten erhältlich, Tickets werden wieder kontrolliert

Seit vergangener Woche werden in den Bussen auch wieder die Fahrausweise kontrolliert. Denn die Obusse sind soweit mit Trennscheiben umgerüstet, dass in ihnen wieder Einzeltickets gekauft werden können. „Die Autobusse sollen bis Mitte Dezember mit diesen Scheiben ausgestattet sein“, sagt die Sprecherin.

Erhöht worden sei die Hygiene in den Bussen. Der Fahrgastraum werde zwar nicht desinfiziert, aber die üblichen Reinigungsintervalle wurden erhöht. „Der Fahrerarbeitsplatz wird sorgfältig gereinigt und es erfolgt eine tägliche Reinigung der Haltestangen und Griffe. Letzteres wurde vor Corona nicht täglich vorgenommen“, erläutert Rampe.

Mehr als eine Stunde dauert die ST-Tour mit dem Bus. Dabei kam eine FFP2-Maske zum Einsatz. Nach der Runde war klar, warum die Berufsgenossenschaft für Heilberufe maximal 75 Minuten Tragezeit empfiehlt und dann 30 Minuten Frischluft: Ohne Auslassventil ist das Atmen mühsamer als durch Stoff.

Regeln

Maske: Die Maskenpflicht gilt schon an den Bushaltestellen, weil hier die 1,50-Meter-Distanz nicht eingehalten werden kann. In Bussen und Bahnen ist der Mund-Nasen-Schutz in den Gängen und am Sitzplatz zu tragen.

Übersicht: Die Vielzahl an Regeln im öffentlichen Raum und für Einrichtungen hat das Solinger Tageblatt im Internet zusammengefasst. 

Standpunkt: Busse sind jetzt sicherer

Von Philipp Müller

Wenn es darum geht, in der Bekämpfung von Corona so wenig Kontakte wie möglich zu haben, dann fällt der Blick schnell auf die morgendlich rollenden Busse. Da hat die Stadt zusammen mit den Verkehrsbetrieben reagiert.

philipp.mueller@solinger-tageblatt.de

Zusatzbusse gibt es, der Beginn des Unterrichts ist nicht für alle Schüler um Punkt 8 Uhr. Auch fällt der Kugelschreiber nicht für die meisten Schüler nach der sechsten Stunde zurück ins Federmäppchen. Und doch ist so, dass der Bus eng wirkt. Aber wie soll man es sonst machen? 

Wenn sich jetzt alle an weiter an die Maskenpflicht halten, dann ist in der Tat erreicht, was das Tageblatt bei seiner Tour am Morgen zum Schulbeginn erlebt hat: Das Fahren mit den Bussen ist wirklich sicherer geworden. Dass die Busse öfter gereinigt werden, beruhigt. Trotzdem bleibt die Frage, warum es keine regelmäßigen Intervalle etwa an den Endhaltestellen gibt, zumindest die Stangen und Haltegriffe auch zu desinfizieren. Schmierinfektionen gibt es nicht nur wegen Corona. Bleibt eine Frage: Wer erklärt Schülern, dass die Maske auch vor dem Schulgebäude cool ist? 

Aktuelle Informationen zur Corona-Situation in Solingen erhalten Sie in unserem Corona-Blog.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

800 Menschen demonstrieren in Solingen für mehr Klimaschutz
800 Menschen demonstrieren in Solingen für mehr Klimaschutz
800 Menschen demonstrieren in Solingen für mehr Klimaschutz
83-Jähriger verstirbt nach Verkehrsunfall am Werwolf
83-Jähriger verstirbt nach Verkehrsunfall am Werwolf
83-Jähriger verstirbt nach Verkehrsunfall am Werwolf
Corona: Inzidenzwert bleibt in Solingen unter 50
Corona: Inzidenzwert bleibt in Solingen unter 50
Corona: Inzidenzwert bleibt in Solingen unter 50
Mordprozess Hasseldelle: Keine Hinweise auf männlichen Täter
Mordprozess Hasseldelle: Keine Hinweise auf männlichen Täter
Mordprozess Hasseldelle: Keine Hinweise auf männlichen Täter

Kommentare