Nahverkehr

Attraktiveres Umsteigen: VRR will 13 Haltestellen aufrüsten

Am Bahnhof Mitte steigen viele Fahrgäste vom Bus in die S-Bahn um. An diesem Standort sehen die Gutachter des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr eine von 13 möglichen „Mobilstationen“ n Solingen. Foto: Michael Schütz
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Am Bahnhof Mitte steigen viele Fahrgäste vom Bus in die S-Bahn um. An diesem Standort sehen die Gutachter des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr eine von 13 möglichen „Mobilstationen“ in Solingen.

Der Verkehrsverbund schlägt sogenannte „Mobilstationen“ für Solingen vor. Haltestellen, an denen häufig umgestiegen wird, wie der Graf-Wilhelm-Platz, Aufderhöhe sowie die Bahnhöfe, sollen so attraktiver werden.

Von Andreas Tews

Solingen. Das Umsteigen von einem Verkehrsmittel in ein anderes soll attraktiver werden. Darum strebt der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) für 630 wichtige Umsteigehaltestellen einen Mindeststandard und damit für viele Stationen auch eine deutliche Verbesserung an. 13 dieser „Mobilstationen“ sollen in Solingen eingerichtet werden. Kurzfristig schlagen Gutachter des VRR dafür den Graf-Wilhelm-Platz, Aufderhöhe sowie die Haltestellen am Hauptbahnhof und den Bahnhaltepunkten Mitte, Grünewald sowie Vogelpark vor. Bei der Stadt reagiert man zurückhaltend. Mit einer Umsetzung sei frühestens 2023 zu rechnen, teilte Rathaussprecher Lutz Peters mit.

Das 84-seitige Gutachten ist in den Gremien des VRR im Herbst 2020 vorgestellt worden. Darin heißt es, dass der Verkehrsverbund ein flächendeckendes Netz an „Mobilstationen“ mit einem einheitlichen Standard anstrebt. Die sollen an möglichst zentralen Orten eingerichtet werden. Die Gutachter haben Standpunkte für solche Stationen ausgemacht und in Priorisierungsstufen eingeteilt.

Solingen: Haltestellen sollen mit Sitzgelegenheiten und Mülleimern ausgestattet werden

Kurzfristig sollten nach ihrer Meinung demnach die sechs Haltepunkte mit dem höchsten Fahrgastaufkommen (siehe oben) aufgerüstet werden. Mittelfristig sehen sie dies für die Haltepunkte Burger Bahnhof, Mühlenplatz, Rathaus und Wald Kirche vor. Auf der langfristigen Agenda sehen sie die Haltestellen Eichenstraße, Höhscheid und Schützenplatz.

Mindestausstattung: Die „Mobilstationen“ sollen sich nicht nur durch ihre einheitliche optische Gestaltung von anderen Haltestellen abheben. Dies gilt auch für die Ausstattung. Jede dieser Stationen sollte zumindest einen Wetterschutz für Fahrgäste, Sitzgelegenheiten, Mülleimer, Aushangfahrpläne, eine überdachte Fahrradabstellanlage und eine oder mehrere Stelen mit durchgängigem Design und Wegweisern bieten.

Außerdem soll sie durchgängig barrierefrei sein. Zum Mindeststandard gehören auch eine dynamische Fahrgastinformation über die Ankunftszeiten der nächsten Busse oder Züge und eine Uhrzeitanzeige. Auch Fahrkartenautomaten zählen die Gutachter auf. Sie erwähnen aber auch die Möglichkeit, dass Tickets in Bussen oder Bahnen verkauft werden können. Ein Umgebungsplan soll die Orientierung erleichtern. Dies könne auch per App geschehen.

Zusätzliche Ausstattung: Die weitere Ausstattung der „Mobilstationen“ soll je nach Bedarf erfolgen. Kriterien hierfür sind unter anderem das Fahrgastaufkommen und die Lage. Dafür bieten die Gutachter einen „Baukasten“ an. Dazu zählen unter anderem Kundencenter, Gepäckschließfächer, Bike- oder Car-Sharing-Angebote, öffentliche Toiletten und Ladestationen für Elektrofahrzeuge.

Investitionen: Das bedeutet, dass an den betreffenden Solinger Haltestellen noch einiges zu tun wäre. Allein am Bahnhof Grünewald und am Vogelpark fallen nach Einschätzung der Gutachter jeweils 45 000 Euro allein an Materialkosten an. Dort fehlt vor allem noch eine dynamische Fahrgastinformation. Für die Haltestelle Vogelpark regen die Gutachter außerdem einen Taxistand und Gepäckschließfächer an. Darüber hinaus halten die VRR-Experten dort, wie auch an den anderen kurzfristig angepeilten Stationen eine gesicherte Fahrradabstellanlage (in Aufderhöhe bereits eingeschränkt vorhanden) sowie Bike- und Car-Sharing für angebracht.

Zeitplan: Die Stadtverwaltung gibt laut Peters derzeit noch keine eigenen Empfehlungen ab. Dort wolle man sich mit dem Thema bei der Fortschreibung des Nahverkehrsplans – und dort erst in einem zweiten Arbeitsschritt – befassen. Dies sei für die Zeit von Sommer 2021 bis Ende 2022 vorgesehen. Dann müsse die Politik über die konkreten Schritte entscheiden. Erst danach könne es an die Realisierung gehen. Für die Finanzierung habe der VRR Beratung angeboten.

Kriterien für die Mobilstationen in Solingen

Als „Mobilstationen“ eignen sich laut VRR-Gutachten in erster Linie Haltestellen, an denen mehrere Linien des öffentlichen Nahverkehrs jeweils im regelmäßigen Takt abfahren, an denen viele Fahrgäste umsteigen und an denen ein Zugang zu einem „Schnellverkehrsmittel“ (zum Beispiel S-Bahn) besteht. Das höchste Fahrgastaufkommen in Solingen haben der Graf-Wilhelm-Platz und der Hauptbahnhof (jeweils mehr als 10 000 pro Tag).

Der VRR will auch den S-Bahn-Verkehr von und nach Solingen reformieren: Der Verkehrsverbund strebt mehr Direktverbindungen nach Düsseldorf an. Dies hätte Vor- und Nachteile.

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