ÖPNV

Busfahrer: Zehn Beleidigungen pro Monat

Bisher wirkt sich Omikron nicht auf den Busverkehr aus. Archivfoto: cb
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Immer wieder kommt es zu Streitigkeiten in Solingens Bussen.

Ein Streitgrund im Nahverkehr ist oft die Maskenpflicht.

Von Björn Boch

Solingen. Gegenüber Solinger Busfahrerinnen und Busfahrern kommt es monatlich zu etwa zehn Beleidigungen, die gemeldet werden. Das berichtet Silke Rampe, Sprecherin des Verkehrsbetriebs der Stadtwerke (SWS), auf Tageblatt-Anfrage. „Dazu kommen unzählige Schlichtungen und Einmischungen bei Streit von Fahrgästen untereinander.“ Die Zahl der tätlichen Übergriffe auf Mitarbeitende der SWS dagegen sei zurückgegangen.

Am vergangenen Wochenende war eine Diskussion um eine Mund-Nase-Maske in einem Bus eskaliert, ein 19-jähriger Fahrgast hatte einen Busfahrer erst mit der Faust geschlagen und später mit einem Messer mehrfach auf die Acrylglasscheibe des Fahrerhauses eingestochen. „Neben diesem Fall gab es 2022 bislang einen weiteren Angriff – auf einen Fahrausweis-Prüfer“, berichtet Silke Rampe.

Die Maskenpflicht im Nahverkehr sei leider häufig ein Grund für Streit und Pöbeleien. „Es ist seit mehr als zwei Jahren ein leidiges Thema. Insgesamt wird die Maskenpflicht gut eingehalten, aber Ausreißer gibt es immer wieder“, berichtet Rampe.

Stellt der Fahrer einen Verstoß fest, hat er mehrere Möglichkeiten: Es gebe eine Durchsage auf Band, die per Knopfdruck abgespielt werden könne. Möglich seien auch eine persönliche Durchsage oder individuelle Ansprachen. „Es ist leider unglaublich ermüdend. Die Menschen machen sich einen Spaß daraus, die Maske kurz auf- und sofort wieder abzuziehen.“ Beliebt sei auch, lange an einer Brezel zu kauen oder permanent an der Flasche zu nippen, weil man die Maske ja zum Essen und Trinken abnehmen dürfe.

Wunsch nach einheitlichen Regeln zur Maskenpflicht

Silke Rampe rechnet damit, dass sich das Thema in den kommenden Wochen wieder verschärft – und wünscht sich einheitlichere Regeln. „Wer mit dem Bus in den Supermarkt fährt, muss eine Maske anziehen, kann die im Supermarkt aber ausziehen. Und während bei uns die medizinische Maske reicht, muss es im Fernverkehr eine FFP2-Maske sein. Im Flugzeug wiederum gilt keine Maskenpflicht. Das ist alles sehr verwirrend.“

Weigere sich ein Fahrgast, eine Maske aufzuziehen, könne der Fahrer im Zweifel die Beförderung verweigern oder ihn – sofern der Gast bereits im Bus mitgefahren ist – wieder von der Beförderung ausschließen. „Das bringt aber lange Diskussionen mit sich, die dann für Verzögerungen sorgen. Das ist dann wiederum schlecht für unsere anderen Fahrgäste.“

Bewährt hätten sich die Scheibenkonstruktionen aus Acrylglas, die eigentlich zum Schutz der Fahrerinnen und Fahrer vor Corona eingebaut worden seien. Rampe: „Wir stellen nicht nur wegen des Vorfalls am Wochenende fest, dass sie auch gut sind für die allgemeine Sicherheit.“ Dafür diene auch der Funk, über den Fahrer die Leitstelle informieren können. „Die Kolleginnen und Kollegen in der Stadtwerke-Leitstelle können dann mithören, was im Bus passiert, entsprechende Maßnahmen einleiten und im Ernstfall die Polizei holen.“

Lesen Sie auch: Ausfälle der S 7 sorgen erneut für Ärger

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