Soldaten helfen bei Kontaktverfolgung

Bundeswehr zieht positive Bilanz

Oberstleutnant Bernhard de Fries und Bernd-Kristof Paßmann loben die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt. Foto: Christian Beier
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Oberstleutnant Bernhard de Fries und Bernd-Kristof Paßmann loben die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt.

Beim dritten Amtshilfe-Einsatz ist für die Soldaten in Solingen Routine eingekehrt, der Arbeitsaufwand aber gestiegen.

Von Kristin Dowe

Solingen. Inzwischen ist für die Bundeswehrsoldaten des Versorgungsbataillons 7 in Augustdorf schon ein wenig Routine eingekehrt. Für die rund 20 Soldatinnen und Soldaten ist es der nunmehr dritte Einsatz in Solingen, bei dem sie die Stadt bei der Bewältigung der Pandemie unterstützen. Konkret sind die Soldaten seit dem 22. November mit zehn Kräften im städtischen Gesundheitsamt in der Kontaktpersonennachverfolgung tätig (inzwischen nicht mehr wie 2020 im Theater und Konzerthaus, sondern in der Behörde selbst), weitere zehn verteilen sich auf die Impfstationen an der Lungenklinik Bethanien, im ehemaligen P & C an der Kölner Straße sowie im Städtischen Klinikum.

„Der Arbeitsaufwand ist größer geworden, weil es im Vergleich zu unseren ersten Einsätzen in Solingen einfach mehr Vorgänge zu verzeichnen gibt“, berichtet Oberstleutnant Bernhard de Fries vom Kreisverbindungskommando (KVK) Solingen. Bis zum 26. Januar 2022 sei der Einsatz nun erst mal geplant, eine Verlängerung sei jedoch nicht auszuschließen.

Soldaten sind auch nur Menschen.

Bernd-Kristof Paßmann

Aufgrund des pandemiebedingten Einsatzes müssten die regulären Aufgaben der Kompanie anders organisiert werden, berichtet Transportzugführer Bernd-Kristof Paßmann, der die Amtshilfe koordiniert. Für den Sohn des früheren Solinger Bürgermeisters Bernd Paßmann (FDP), der 2017 verstorben ist, war es ein Wink des Schicksals, dass die Amtshilfe ihn ausgerechnet in seine frühere Heimatstadt Solingen verschlagen hat. „Es war seltsam, in der Dienstuniform wieder zurückzukehren, aber auch ein schönes Gefühl, der Stadt nun etwas zurückgeben zu können“, sagt der 27-Jährige sichtlich bewegt.

Bundeswehr: Impfungen pro Tag in Solinger Impfstellen können noch ausgeweitet werden

Ein Auslandseinsatz in Litauen wurde zunächst auf Sommer 2022 verlegt, gleichzeitig müssen die Soldaten in der Ausbildung auf diesen Auftrag vorbereitet werden. Diese Aufgaben müssen die Soldaten der Kompanie parallel zur Amtshilfe bewältigen. Dies sei zwar machbar, doch erfordere es ein höheres Maß an Planung und Organisation, so Paßmann. Untergebracht sind die Soldaten in einem Hotel in Solingen.

Dass für seinen Berufsstand nun die Impfpflicht gilt, hält Bernd-Kristof Paßmann für vollkommen in Ordnung. „Das war für niemanden von uns ein Problem. Als Soldaten sind wir es wegen der Auslandseinsätze sowieso gewohnt, viele Impfungen zu bekommen.“ An den Impfstellen unterstützen die Soldaten organisatorisch die verschiedenen Stationen wie Zugang, Wartebereich, Registrierung, Nachbetreuung und Check-out. An der Impfstelle Bethanien werden laut Bernhard de Fries aktuell circa 650 Impfungen durchgeführt, in der Innenstadt sind es etwa 250. „Wir könnten in Bethanien aber noch auf 1000 Impfungen beziehungsweise im früheren P & C auf 350 erhöhen“, versichert Bernhard de Fries. Insgesamt laufe die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt sehr gut.

Viel Empathie und Fingerspitzengefühl benötigten derweil besonders die Soldaten, die in der Kontaktpersonennachverfolgung tätig sind, ergänzt Bernd-Kristof Paßmann – etwa, wenn sie Bürgerinnen und Bürger über eine Infektion benachrichtigen müssen. „Die Bundeswehr ist ein Querschnitt der Gesellschaft und natürlich nimmt es manche Soldaten auch mit, jemanden mit einer solchen Nachricht konfrontieren zu müssen.“ Er erinnere sich etwa an einen Fall, bei dem eine ältere Dame in Quarantäne geschickt werden musste – kurz zuvor war bereits ihr Mann an Corona gestorben. „Das ist schon sehr belastend.“ Für Soldaten, die einen Ansprechpartner benötigen, stehe auch ein psycho-soziales Netzwerk zur Verfügung, so Paßmann. „Soldaten sind auch nur Menschen.“

Amtshilfe

Laut Bundeswehr sind Angehörige der Streitkräfte bundesweit zurzeit in 530 Hilfeleistungen im Einsatz, weitere 300 werden derzeit vorbereitet. Bis Ende November unterstützten 3000 Soldatinnen und Soldaten die Kommunen in ganz Deutschland bei der Pandemiebekämpfung. Das Kontingent wurde auf 12 000 Kräfte erhöht.

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