Auszeichnung

Bundesverdienstkreuz für Dieter Fervers

Nachdem Dr. Dieter Fervers (rechts) das Bundesverdienstkreuz aus den Händen von Oberbürgermeister Tim Kurzbach erhalten hatte, blickte er kritisch auf die Solinger Museumslandschaft.
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Nachdem Dr. Dieter Fervers (rechts) das Bundesverdienstkreuz aus den Händen von Oberbürgermeister Tim Kurzbach erhalten hatte, blickte er kritisch auf die Solinger Museumslandschaft.

Der 90-jährige Kunstmäzen erhielt den Orden aus den Händen von Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach.

Von Philipp Müller

Solingen. Festlich ging es im Sitzungssaal 102 des alten Rathauses an der Cronenberger Straße zu: Dr. Dieter Fervers erhielt das Bundesverdienstkreuz. Mit Amtskette nahm Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) die Verleihungszeremonie vor. Dies tat der OB stellvertretend für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, dessen Bundespräsidialamt den „Verdienstorden am Bande“ am 13. Oktober an Fervers verliehen hatte. Der 90-Jährige ist einer der bedeutendsten Kunstmäzene Solingens und wirkt seit Jahrzehnten an der Ausgestaltung des kulturellen Lebens in der Klingenstadt mit. Das wurde entsprechend in der Laudatio des Bundespräsidenten, die Kurzbach vortrug, gewürdigt. Der so Geehrte dankte für die Auszeichnung, damit sei „die Botschaft verbunden, dass bürgerschaftliches Engagement anerkannt“ werde.

Ohne Dr. Dieter Fervers ist vieles im Ausstellungsbetrieb des Kunstmuseums im ehemaligen Gräfrather Rathaus nicht denkbar. So ist er gerne Förderer des Nachwuchses. Der jährlichen Ausstellung „Klasse Kunst!“, bei der Kunst aus Schulklassen und Schul-AGs gezeigt wird, gilt sein besonderes Augenmerk. Auf seine verstorbene Frau geht der Christel-Fervers-Preis zurück, mit dem er besondere Leistungen in der Ausstellung ehrt.

Dann ist Fervers auch Teil des Artsponsorings des Museums. Rund 100 000 fließen dabei aus privaten Kassen und solchen von Firmen ans Museum, um überhaupt Ausstellungen zu ermöglichen. Fervers Anteil daran ist nicht gering. Aber er macht darum kaum ein Aufheben, weil ihm Kunst eine Herzensangelegenheit ist. Wie auch deren Vermittlung durch museumspädagogische Ansätze wie „Klasse Kunst!“. Dieses Jahr war er aber auch selbst aktiv. Vor dem Kunstmuseum und im Neubau des Gebäudes stellte Dr. Walter Kuhn auf Einladung von Dieter Fervers seine überdimensionalen Mohnblumen als Symbol für Kriegstote aus.

Fervers ist einer der Väter des Zentrums für verfolgte Künste

Das Bundesverdienstkreuz ist nicht die erste Auszeichnung für den Rechtsanwalt und Wirtschaftsprüfer. Der Landschaftverband Rheinland (LVR) überreichte ihm 2019 den Rheinlandtaler. Dieser geht seit 1976 an Persönlichkeiten, die sich um die Kulturpflege im Rheinland verdient gemacht haben. Den Preis erhielt er ebenso wie das Bundesverdienstkreuz, weil er 1996 die Gründung des Kunstmuseums Solingen unterstützte und 2004 zusammen mit Thomas Busch und Dr. Gerhard Schneider Stifter der „Bürgerstiftung für verfemte Künste mit der Sammlung Gerhard Schneider“ war. Sie ist eine Säule des international angesehenen Zentrums für verfolgte Künste.

Beim Festakt bedauerte Dr. Fervers, dass die Sichtbarkeit der Stiftung durch das Museum in den Hintergrund gedrängt wurde. Er dankte dem anwesenden Solinger Unternehmer Thomas Busch, ohne dessen großzügige, sechsstellige Zuwendung die Stiftung nicht hätte gegründet werden können. Im Rückblick bedauerte Fervers, dass die angedachte Zusammenarbeit zwischen Kunstmuseum und Zentrum für verfolgte Künste nicht gelingt, „das schadet allen“.

Thomas Busch lobte Fervers als einen Gönner, dessen Taten sich nicht nur finanziell zeigten: „Du hast Zeichen gesetzt und hinterlassen.“ Von der Stadt wünschte er sich mit Blick auf die Museumsdiskussion um Klingenmuseum und Kunstmuseum (|: „Ein Plätzchen für die Kultur muss erhalten bleiben.“

Orden

Der Bundespräsident verleiht den Verdienstorden für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen an Menschen, die sich um die Bundesrepublik Deutschland verdient gemacht haben.

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