Familienunternehmen

Büro Knipper: Ein Jahrhundert geprägt vom Wandel

Drei Generationen ziehen an einem Strang (v. l.): Bernd, Tanja, Tim und Guido Knipper.
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Drei Generationen ziehen an einem Strang (v. l.): Bernd, Tanja, Tim und Guido Knipper.

Das Solinger Familienunternehmen Büro Knipper hat 2023 dreifach Grund zu feiern.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Für Büro Knipper gibt es 2023 dreifach Grund zu feiern: Seit 100 Jahren existiert die Solinger Firma, seit 40 Jahren in heutiger Form und seit 25 Jahren am Standort Schorberger Straße. „Wir mussten uns immer neu erfinden“, betont Guido Knipper. Der 45-jährige Geschäftsführer verkörpert die vierte Generation des Unternehmens. Inzwischen ist auch die fünfte beim Dienstleister für Büroarchitektur und -infrastruktur aktiv.

Die Ursprünge gehen auf Otto Knipper zurück. Er gründete den Betrieb 1923 als Anbieter von Fakturiermaschinen. Es folgten bewegte Jahrzehnte: Das Unternehmen zog mehrfach um, war etwa an der Bismarck-, Schwestern und Mangenberger Straße zu finden. Niederlassungen existierten in Wuppertal und Remscheid.

1982 hat Bernd Knipper die heutige Gesellschaft gegründet. 16 Jahre später forcierte er den Umzug in einen Neubau an der Schorberger Straße. Zu Beginn des vergangenen Jahres gab er die Verantwortung an seinen Sohn Guido weiter. Zwar schaut der Senior noch nahezu täglich im Betrieb vorbei, viel zu bemängeln gibt es jedoch nicht: „Ich habe gesehen, dass meine Kinder das können. Sonst hätte ich mich nicht aus der Geschäftsführung zurückgezogen.“

Wenn Bernd Knipper im Haus ist, arbeiten drei Generationen zusammen. Das Familienunternehmen komplettieren Guido Knippers Schwester Tanja sowie deren Sohn Tim Knipper. Zwang, in den Betrieb einzusteigen, empfand er nie, betont der 23-jährige Groß- und Außenhandelskaufmann: „Man hat den Ehrgeiz, das weiterzuführen, was hier aufgebaut wurde.“ Seine Mutter bestätigt: „Wir wissen, wie viel Herzblut hier drinsteckt.“

Sie war Anfang der 1990er Jahre daran beteiligt, dass das Angebot von Büromaschinen und -möbeln um Bürobedarf erweitert wurde. Daran wird deutlich: Zwar dreht sich Knippers Angebot seit 100 Jahren um den Arbeitsplatz, hat sich im Laufe der Jahre jedoch neuen Entwicklungen angepasst. „Wir haben unsere Nase immer im Wind“, erklärt Guido Knipper die Philosophie.

„Wir haben unsere Nase immer im Wind.“

Geschäftsführer Guido Knipper über Trends

Diskussionen über Digitalisierung und die wachsende Bedeutung von Homeoffice ängstigen ihn deshalb nicht. Auch in Zukunft werde es Büroflächen geben, auch in Co-Working-Spaces brauche es Möbel. Und Diskussionen über papierlose Büros wurden bereits in den 1970er Jahren geführt, erinnert sich Bernd Knipper. Dass Büro Knipper seine Kunden heute mit 175 Millionen Din-A4-Blätter pro Jahr beliefert, zeigt, dass es bis dahin noch ein langer Weg ist.

Drucksysteme bilden einen Schwerpunkt der Arbeit der Solinger. 2500 Geräte stehen bei Kunden im Umfeld. Sie werden intelligenter, können Formate umwandeln und die Dateien automatisch als Schnittstellen in die IT-Systeme der Firmen überführen.

Fünf der rund 20 Knipper-Beschäftigten sind Techniker. Sie tauschen bei den Kunden Toner, rücken bei technischen Problemen aus. „Der Drucker macht nur einen kleinen Teil der IT aus, wenn er aber nicht funktioniert, gibt es große Probleme“, sagt Bernd Knipper. Für das Unternehmen folgt daraus, als schneller, zuverlässiger Dienstleister auftreten zu müssen. Braucht es die in Zeiten großer IT-Abteilungen überhaupt? Ja, betont Guido Knipper: „Die meisten IT-Administratoren haben so viele Projekte, dass sie keine Kapazitäten haben, sich um Drucker zu kümmern.“ Dass sein Unternehmen ein Meisterbetrieb ist, sieht Bernd Knipper deshalb als essenziell an.

Zu den Kunden der Solinger zählen Kleinbetriebe ebenso wie Kommunen mit Tausenden Arbeitsplätzen. Rund die Hälfte des Umsatzes machen Büromaschinen aus, zehn Prozent bildet der Bürobedarf. Den übrigen Anteil nimmt Knipper mit Möbeln für den Arbeitsplatz ein. Die Firma liefert nicht nur Stühle, Schreibtische und Co., sondern auch Raumkonzepte. Ein Trend lasse sich deutlich erkennen, sagt Tanja Knipper: „In Büros wird es wesentlich gemütlicher.“

Diese Nachfrage möchte der Familienbetrieb bedienen. Und es sich dabei nicht in der eigenen Position bequem machen Schließlich ist nichts so beständig wie der Wandel, weiß Guido Knipper: „Schreibmaschine und Fax sind verschwunden, dafür haben wir jetzt Multifunktionsgeräte.“ Sein Neffe Tim Knipper scheint das verinnerlicht zu haben: „Stillstand ist keine Option.“

Zum Unternehmen

Rund 20 Mitarbeiter beschäftigt Büro Knipper an der Schorberger Straße. Das dortige Grundstück ist etwa 6500 Quadratmeter groß, wovon etwas mehr als die Hälfte bebaut sind. Seit zwölf Jahren befindet sich auf dem Dach des Firmengebäudes eine großflächige Photovoltaikanlage. Sie produziert in zwölf Monaten mehr als 36 000 Kilowattstunden Strom, berichtet Chef Guido Knipper.

www.bueroknipper.de

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