Solinger Bürgerpreis

Ein unermüdlicher Netzwerker für soziale Zwecke

Uli Preuss, vielen in der Stadt als langjähriger Fotograf des Solinger Tageblatts bekannt, engagiert sich für unterschiedlichste soziale Projekte – gerade jetzt während der Corona-Krise. Foto: Uli Preuss
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Uli Preuss, vielen in der Stadt als langjähriger Fotograf des Solinger Tageblatts bekannt, engagiert sich für unterschiedlichste soziale Projekte – gerade jetzt während der Corona-Krise.

Der ehemalige ST-Fotograf Uli Preuss ist Kandidat für den Bürgerpreis 2020.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Eine knappe Woche ist es her, da ging sein jüngstes Projekt online: Die Corona-Krisen-Version „Wir sind Solingen“ des Solingen-Songs von „See You“ mit vielen spontan dafür ins Boot geholten Musiker-Kollegen erreichte in den ersten vier Tagen seit ihrem Erscheinen bereits mehr als 14 000 Besucher auf Youtube. Uli Preuss, seit einem guten Jahr pensionierter Fotoredakteur des Solinger Tageblatts und in der Stadt bekannt, drehte dazu in Rekordzeit Videos. Altenheime, Feuerwehr, Polizei, Klinikum und anderen stadtrelevante Einrichtungen machten spontan mit.

Aus einer Idee wurde so in Windeseile ein berührendes musikalisches „Wir“ als Durchhalte- und Mutmach-Slogan in der Krise. Jo Stüpp, Drummer und Kopf der lokalen Kult-Cover-Band, fungierte als Cutter und schnitt das gelieferte Material zusammen. Das alles binnen zehn Tagen zu realisieren, inklusive Terminierungen, Genehmigungen und Drehen zeugt von Uli Preuss‘ gigantischem Netzwerk, das er sich in seinen Jahren als Fotojournalist – davon 28 beim Solinger Tageblatt – aufgebaut hat. Er ist einer der fünf Kandidaten für den Solinger Bürgerpreis 2020.

Weitere Bewerber sind Dagmar Cristello, Carola Horlemann, Ceren Kaynar und Dirk Clauberg. Der Bürgerpreis wird gemeinsam von der Stadt-Sparkasse, dem Solinger Tageblatt und Radio RSG ausgelobt. Dank Smartphone ist es für den zutiefst sozial und demokratisch fühlenden Menschen Uli Preuss inzwischen noch leichter geworden, spontane Gedankenblitze zu Taten werden zu lassen. Nicht nur, dass seine Kontaktliste etliche Kilometer lang sein dürfte. Längst hat er sich die Medien-Netzwerke wie Facebook oder Instagram zunutze gemacht, um Menschen zusammenzubringen, die mit ihm gemeinsam helfend anpacken wollen.

„Das ist fast mehr als in meinen aktiven Berufsjahren.“
Uli Preuss über sein Engagement

Das Motto „Geht nicht, gibt’s nicht“ passt wie maßgeschneidert auf den Macher, der sich noch nie damit aufgehalten hat, Missstände nur zu beschreiben. Aktuell ist es vor Ort das Projekt „Corona Care Solingen“, in das er Energie fließen lässt. In der gleichnamigen Facebook-Gruppe ist er einer der Administratoren, die verschiedene Hilfsangebote miteinander vernetzen, um etwa Einsamkeit von Senioren zu lindern oder Beschäftigungsangebote für Kinder auf den Weg zu bringen.

Als einer der Helfer der „Suppenküche“ to go“ gelang es ihm, die Sorgen finanziell Schwacher abzufedern: Hochwertige Mahlzeiten werden nun regelmäßig an drei Standorten an sechs Tagen in der Woche kostenfrei ausgegeben. Von Preuss gestaltete PowerPoint-Präsentationen mit Heimatbildern sorgen in Seniorenheimen für Unterhaltung und Abwechslung.

Zurzeit beginnt sein Tag um 6.30 Uhr und endet häufig erst nach 22 Uhr. „Das ist fast mehr als in meinen aktiven Berufsjahren“, sagt er schmunzelnd. So engagiert er sich etwa bei der Tafel, wo Lebensmittel an Bedürftige ausgegeben werden. Für die Aktion „Masken für Solingen“ hat er mit schon rund 5000 Masken an Bedürftige verteilt, alle gespendet von ehrenamtlichen Näherinnen und der Firma Walbusch.

In all dem geraten aktuell seine Herzensprojekte, für die er sich seit Jahren außerdem engagiert, beinahe in den Hintergrund. Dabei ruhen diese keineswegs: Für das Friedensdorf International etwa, das er seit Ende der 80er Jahre mit vielen Auslandseinsätzen für verletzte Kriegskinder in Afghanistan, Angola, Tadschikistan und Kambodscha unterstützt hat, werden gerade zwei Kindertagesstätten für die Kinder von Müllsammlern betreut. So muss der Nachwuchs dieser Leute, die ihren Lebensunterhalt auf den Müllhalden verdienen, nicht mehr den Erwachsenen bei der Arbeit helfen, sondern wird betreut und gefördert.

Gemeinsam mit Gleichgesinnten gründete Uli Preuss außerdem „Solingen hilft“, ein Verein, der medizinische Hilfe im Flüchtlingscamp Moria auf Lesbos oder im Senegal leistet.

Abstimmung zum Bürgerpreis

Abstimmung: Die Leser des Tageblatts stimmen über den Träger des Bürgerpreises 2020 ab. 

E-Mail: Sie können uns den Namen Ihres Favoriten per E-Mail schicken: redaktion@solinger- tageblatt.de, Betreff: „Bürgerpreis 2020“.

Einsendeschluss: 12. Juni 2020. Unter allen Abstimmungsteilnehmern werden drei Hofgarten-Gutscheine im Wert von jeweils 50 Euro verlost.

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