Ehrenamt

Solinger Bürgerpreis: Gabriela Fritz gründete eine Plattform für Händler in der Krise

„Solinger Geschäfte in der Corona Zeit unterstützen“ hat sich Gabriela Fritz zur ehrenamtlichen Aufgabe gemacht. Foto: Christian Beier
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„Solinger Geschäfte in der Corona Zeit unterstützen“ hat sich Gabriela Fritz zur ehrenamtlichen Aufgabe gemacht.

Vier Kandidatinnen und Kandidaten sind für den Bürgerpreis nominiert – Gabriela Fritz gehört dazu

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Als Gabriela Fritz im letzten Frühling mitbekam, dass der benachbarte Blumenladen schloss und seinen restlichen Warenbestand an Passanten verschenkte, klingelten bei ihr die Alarmglocken. „Der Lockdown kann Existenzen ruinieren“ wurde ihr schlagartig bewusst – und sofort begannen die Überlegungen, wie man Geschäftsleute halbwegs gut durch die Pandemie-Krise bringen könnte.

Die Immobilien-Kauffrau ist eine von vier Kandidatinnen und Kandidaten für den Solinger Bürgerpreis 2021. Er wird jährlich an Alltagshelden vergeben, um ihr ehrenamtliches Engagement für die Stadt zu würdigen. Weitere Bewerber sind Enver Perviz, Daniel Marks und Bettina Heuschkel. Ausgelobt wird der Bürgerpreis von der Stadt-Sparkasse. Das Solinger Tageblatt und Radio RSG sind Medienpartner.

„Ich hatte immer schon einen Blick für die, denen es gerade nicht so gut geht.“

Gabriela Fritz

Gabriela Fritz brachte eine Facebook-Seite mit dem Titel „Solinger Geschäfte in der Corona Zeit unterstützen“ an den Start. Unterstützt von Torsten Schlüter entstand eine Plattform, die binnen der ersten drei Monate schon über 6000 Mitglieder hatte, inzwischen sind es mehr als 14 000. Ladenbesitzer haben hier eine Möglichkeit, kostenlos Angebote oder Aktionen zu bewerben, Gastronomie- Besitzer können mit Fotos oder Videoclips auf sich aufmerksam machen.

„Viele unserer Mitglieder posten auch gerne das, was sie gerade irgendwo gekauft haben oder schwärmen von dem just gelieferten oder abgeholten Dinner oder Snack“, berichtet Gabriela Fritz. Sie freut sich natürlich darüber, wie gut ihre Idee angenommen wurde. Allerdings, betont sie, sei sie ohne ihren Partner Torsten Schlüter gar nichts, „denn als IT-Freak betreut er die nötige Technik hinter dem Ganzen“. Oft genug müsse auch Respektloses gelöscht werden. „Wir achten sehr auf eine positive Atmosphäre.“

Ideengeberin war und ist die Mutter einer erwachsenen Tochter und eines Sohnes im Teenager-Alter sowieso gerne: Gemeinsam mit der ISG-Geschäftsführerin Gloria Göllmann brachte sie das Ohki-Kinderfest auf den Weg, das gleich beim ersten Mal ein großer Erfolg war und sich schnell einen festen Platz im Terminkalender des Stadtteils gesichert hat. Im letzten Sommer konnte es immerhin in abgespeckter Version als gut durchgeplanter Trödelmarktstattfinden. „Wenn es gut läuft und die Infektionszahlen weiter sinken, machen wir das im August ein zweites Mal“, hofft Fritz.

Die Kinder ihres Stadtteils in den Blick zu nehmen, ist für Gabriela Fritz sehr wichtig – sie weiß um die Tatsache, dass viele aus wirtschaftlich schlechter gestellten Familien sich riesig über Highlights freuen, und möchte „Kinderaugen zum Leuchten bringen“.

Eine Haltung, die jüngst ein weiteres Projekt ermöglicht hat: Gemeinsam mit den Politikerinnen Dagmar Küster und Gundi Hübel rief sie einen Online-Spiele-Nachmittag ins Leben. „Eltern, legt die Füße hoch, heute sind Eure Kinder dran“ ist der Titel dieses Formats, der widerspiegelt, wie sehr Fritz die Mehrfachbelastung – durch Beruf, Homeschooling und geschlossene oder nur eingeschränkt geöffnete Kitas – bewusst ist. „Wir hatten bisher immer zwischen 30 und 60 Kinder vor den Bildschirmen, mit denen wir gebastelt und gesungen haben“, erzählt die 46-Jährige, die auch den stadtbekannten Clown Ferdi und beim letzten Mal den Landtagsabgeordneten Josef Neumann als „Vorlese-Onkel“ mit im Boot hatte.

Privat hat Gabriela Fritz selbst mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen, dabei spielt auch das Thema Gesundheit eine Rolle. „Gerade deshalb vielleicht hatte ich immer schon einen Blick für die, denen es gerade nicht so gut oder gar schlechter geht als mir. Ihnen zu helfen und sie – so oder so – zu unterstützen, ist mir ein tiefes Bedürfnis.“

Abstimmung

Abstimmen können Sie über die Bürgerpreis-Internetseite des Solinger Tageblatts. Teilnahmeschluss ist der 30. Mai 2021. Unter allen Abstimmungsteilnehmern werden drei Gutscheine über je eine „Frog King“-Skulptur des Künstlers Stefan Seeger verlost.

Abstimmung im Internet: www.solinger-tageblatt.de/buergerpreis

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