Historie

Buch zeigt Solinger Geschichte gestern und heute

Das Jahr ist unbekannt, in dem diese Aufnahme des Wasserturms am Schlagbaum entstanden ist. In ihrem Buch zur Stadtgeschichte wird erklärt, ab wann dort tatsächlich Wasser floss. Foto: Stadtarchiv / Studio Unterbühner
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Das Jahr ist unbekannt, in dem diese Aufnahme des Wasserturms am Schlagbaum entstanden ist. In ihrem Buch zur Stadtgeschichte wird erklärt, ab wann dort tatsächlich Wasser floss.

Die Historikerin Dr. Beate Battenfeld beleuchtet markante Orte.

Von Philipp Müller

Solingen. Der Titel des Buches ist mit „Beiträge zur Geschichte der Stadt Solingen“ fast schon schlicht. Dafür ist der Inhalt, den die Historikerin Dr. Beate Battenfeld zusammengestellt hat, umso informativer und lesenswerter. Beispiel Wasserturm am Schlagbaum. Dort gibt es Wasser zwar auf Bestellung zum gebratenen Steak. Aber floss dort wirklich einmal Wasser? Und für wen eigentlich? Beate Battenfeld hat das alles aufgeschrieben. Zugleich holt sie die Leserinnen und Leser auch mit in die Gegenwart und zeigt auf, was dort heute genau passiert.

Das hat im gesamten Buch Methode. Die Historikerin hat nicht nur die Quellen im Stadtarchiv, Bücher und Zeitungsartikel ausgewertet. Sie hat zu jeder Sehenswürdigkeit auch versucht, Zeitzeugen zu finden. So bekommen die Zeilen oft eine persönlichere Note. Und nicht nur das. Sie stellt drei Frauen zudem in den Mittelpunkt einzelner Kapitel.

Das hängt mit der Idee des Buchs zusammen. So habe sie beim Schreiben früherer Bücher immer wieder Themen gefunden, die sich für gründliche Recherchen lohnten.

„Ich wollte auch immer ein Buch über Frauen aus der Stadtgeschichte schreiben“, erzählt sie. Das sei aber sehr aufwendig. So sei ihr der Gedanke gekommen, solche Recherchen und weitere zu Gebäuden einfach einmal als Mischung zu veröffentlichen. „Und aus jedem Solinger Stadtteil ist etwas dabei“, sagt sie.

Beeindruckend seien die Gespräche mit der 1934 geborenen Dorothee Bergmann gewesen. Sie ist Optikermeisterin und eine geborene Wollenhaupt. Bei dem Namen klingelt es schon bei vielen Solingerinnen und Solingern. Hans Wollenhaupt holte seine Tochter und deren Ehemann später ins Familienunternehmen. Natürlich übernahm mit der Tochter von Dorothee Bergmann auch die nächste Generation.

Nicht alles hat es in den ersten Aufschlag dieser Stadtgeschichte geschafft, eine Fortsetzung ist nicht geplant, aber auch nicht ausgeschlossen. „Ich habe noch ein paar Themen, die sich lohnen“, sagt Battenfeld. Doch lieber spricht sie über ihr aktuelles Buch, das bereits Ende 2021 als Veröffentlichung des Bergischen Geschichtsvereins entstanden ist. Nicht ohne Grund. Sie leitet die Solinger Sektion.

Denn heute wird das Gebäude genutzt, um darin in der Küche Steaks zu braten. Auch wie es dazu kam, erklärt das Buch „Beiträge zur Geschichte der Stadt Solingen“ von Dr. Beate Battenfeld.

Zu einem Burger Thema erklärt sie, warum es nicht für jedes Ereignis, nicht für jede Person oder jedes Gebäude ein eigenes Buch gibt. So feiert die Seilbahn in Burg in diesem Jahr den 70. Geburtstag. Es hätte auch der 114. sein können. Schon 1906 gab es erste Pläne für die Drahtseilbahn zwischen Unter- und Oberburg. 45 Jahre lang geriet das in Vergessenheit. Erst 1951 wurde es konkreter. Und schon 1952 rollten die Baumaschinen an, kamen die Bauarbeiter. In wenigen Monaten war alles fertiggestellt. Am 19. Juni 1952 fuhr die Bahn. Damals, auch das lernt man im Buch, war Schloss Burg bereits ein Publikumsmagnet. Battenfeld zitiert den damaligen Stadtdirektor Julius Evertz. Die Stadt Burg – sie war 1952 noch selbstständig – hatte bis zu zwei Millionen Besucher jährlich, davon besuchten rund 400 000 als zahlende Gäste auch das Schloss. Das passe gut ins Buch, reiche allein aber nur für eine Broschüre.

Das sind zwei der Beispiele aus dem unterhaltsamen und viel Wissen vermittelnden Buch. Weitere Themen widmen sich der Geschichte der Goldschmiedemeisterin Ingeborg Meuter-Reckermann und der Fotografenmeisterin Doris Reinemann. Das Herz-Jesu-Kloster in Gräfrath wird betrachtet, dazu das Evangelische Gemeindehaus in Ohligs – das „Mankes“ – und die Bahnhofsgaststätte in Schaberg mit ihren zahlreichen Betreibern und ihrer Geschichten. Industriegeschichte wird über die früheren Ziegeleien in Solingen und die Gaswerke mit ihren Gasbehältern sichtbar gemacht. Dazu gibt es immer Fotos von früher und heute.

Beiträge zur Geschichte der Stadt Solingen

Auf knapp 100 Seiten sind die Beiträge zusammengestellt. Im Anhang verfügt es über ein Verzeichnis zu den historischen Quellen. Die Paperback-Ausgabe kostet 15 Euro. Das Buch gibt es im Fachhandel (ISBN 978-3-925626-53-1) auf Bestellung. Auch über die Autorin selbst (Tel. 3 82 89 66) und den Bergischen Geschichtsverein kann es von Interessenten bestellt werden: info@bgv-solingen.de

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