Coronavirus

Britische Mutation setzt sich immer weiter durch

Prof. Dr. Winfried Randerath prognostiziert, dass das Virus nicht ganz verschwindet. Archivfoto: Christian Beier
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Prof. Dr. Winfried Randerath prognostiziert, dass das Virus nicht ganz verschwindet. (Archivfoto)

Ab Montag wird im Impfzentrum an sieben Tagen die Woche jeweils zwölf Stunden geimpft

Solingen. Knapp ein Jahr nachdem Anfang März 2020 der erste Corona-Todesfall in Solingen zu beklagen war, zog Prof. Dr. Winfried Randerath gestern bei der digitalen Pressekonferenz der Stadtspitze eine gemischte Bilanz. „Das Coronavirus wird in der Bevölkerung bleiben“, so der Chefarzt der Lungenfachklinik Bethanien. „Wir befinden uns am Anfang der dritten Welle, und auch danach wird das Virus nicht verschwinden.“ Die Impfung sei der einzige Weg, es auf einem niedrigen Niveau zu halten, zog er einen Vergleich mit dem Grippevirus.

Nicht nur die Sieben-Tage-Inzidenz stieg mit 133,1 am Donnerstag weiter an. Auch die Zahl der Testungen in Bethanien wachse deutlich, so Randerath – und der Anteil der Positiv-Ergebnisse. „Hatten wir bislang im Schnitt 4,5 Prozent positive Ergebnisse, so waren es bei den Tests in dieser Woche 16 Prozent“, so der Mediziner.

Weiterhin lässt die Stadt alle Positiv-Tests auf die Mutation untersuchen. „531 positive Proben haben wir seit Januar eingeschickt. Mittlerweile liegt der Anteil der britischen Mutation bei 46 Prozent“, erklärt Guido Krämer vom Stadtdienst Gesundheit. Die Mutation werde sich in ein paar Wochen komplett durchgesetzt haben, prognostiziert Professor Randerath. Auch auf der Infektions- und Intensivstation von Bethanien ist die Mutation angekommen. „Der Krankheitsverlauf ist nicht schlimmer als bei dem ursprünglichen Virus, aber wir erleben, dass es deutlich ansteckender ist, dass es also mehr Infektionen innerhalb der betroffenen Familien oder Kita-Gruppen gibt“, so Randerath. Insgesamt sei auffällig, dass der Altersdurchschnitt der Patienten, die stationär behandelt werden müssen, sinke.

Fünf Kitas und eine Schule sind von Infektionen betroffen

Aktuell gibt es Infektionen und Quarantäne-Maßnahmen in fünf Kitas und einer weiterführenden Schule. Da will die Stadt auch mit ihren geplanten Reihentests gegensteuern. So wurden bereits 130 Erzieher geschult, um die sogenannten „Lolli-Tests“ bei Kindern durchzuführen. 294 werden bis nächste Woche geschult sein. Sie sollen dann diese einfacher zu handhabenden PCR-Tests, bei denen das Teststäbchen wie ein Lolli zu lutschen ist, ab übernächste Woche in den Innenstadt-Kitas durchführen – in Mitte ist die Inzidenz am höchsten. „Wir möchten die Tests auch auf andere Kitas und eventuell die Grundschulen ausweiten“, betont Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD). Bis zum Beginn dieser Selbsttests werden die Innenstadt-Kitas derzeit von mobilen Impfteams getestet.

Als positive Auswirkung der Impfungen wird gesehen, dass es kaum noch Infektionen in den Altenheimen gibt. Insgesamt wurden bislang 6961 Solinger geimpft, 4157 von ihnen haben die Zweitimpfung erhalten. „Ab Montag läuft der Betrieb im Impfzentrum dann sieben Tage die Woche von 8 bis 20 Uhr“, verweist dessen Leiter Udo Stock auf die zunehmende Menge an Impfstoff.

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