Kriminalität

14-Jähriger soll Brandsatz auf Haus geworfen haben

Zu einem Tötungsdelikt wurde die Polizei gerufen. Foto: Roland Keusch
+
Nach einem Brandanschlag auf ein Mehrfamilienhaus an der Schwertstraße in Solingen ermittelt die Polizei wegen versuchten Mordes.

Der 14-jährige Tatverdächtige aus Solingen soll noch heute einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Ermittlungen der Mordkommission und der Staatsanwaltschaft dauern an. Hinweise auf eine fremdenfeindliche Tat liegen zurzeit nicht vor.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Nach dem Brandsatzwurf auf ein Mehrfamilienhaus an der Schwertstraße hat die Polizei einen Verdächtigen ermittelt. Ein 14-jähriger Solinger soll die Tat in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in Begleitung eines 13 Jahre alten Jungens begangen haben. Das gaben Staatsanwaltschaft und Polizei Wuppertal am Freitag bekannt.

Gegen den 14-Jährigen ist ein Haftbefehl ergangen, auf Entscheidung des Amtsgerichts Solingen bleibt er jedoch unter Auflagen auf freiem Fuß. Zu den Bedingungen gehört, dass er sich bei seinen Erziehungsberechtigten aufhält. Die Staatsanwaltschaft und eine Mordkommission ermitteln weiter. Der Tatvorwurf lautet jedoch nicht mehr versuchter Mord, sondern versuchte schwere Brandstiftung. Das bestätigte Markus Asperger, der Direktor des Amtsgerichts Solingen, auf ST-Nachfrage.

Mittwochnacht war gegen 2 Uhr ein Glasbehälter mit brennender Flüssigkeit auf den Balkon eines Mehrfamilienhauses an der Schwertstraße geworfen worden. Eine 48-jährige Mieterin bemerkte und löschte das Feuer. Dabei zog sie sich leichte Verletzungen zu. Am Freitag wurde bekannt, dass Unbekannte zuvor bereits einen Müllcontainer an der Dorper Straße in Brand gesteckt hatten. Eine Anwohnerin hatte laut Polizeiangaben die Feuerwehr alarmiert und so ernsthafte Personen- und Gebäudeschäden verhindert. Auch in diesem Fall haben die Ermittler den 14-Jährigen im Verdacht.

14-Jähriger und sein Begleiter waren bislang nicht polizeibekannt

Als Motiv komme derzeit in erster Linie „jugendliche Dummheit“ in Betracht, erklärte Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert. Konkrete Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund – in dem betroffenen Haus leben viele Menschen mit Zuwanderungsgeschichte – liegen nicht vor. Im Umfeld des Tatorts habe man zwar eine mit Hakenkreuzen und SS-Zeichen beschmierte OP-Maske gefunden. Ein unmittelbarer Zusammenhang zur Tat sei jedoch nicht zu erkennen. „Trotzdem gehen wir dieser Spur nach und untersuchen, ob die Maske dem Verdächtigen zuzuordnen ist“, versicherte Baumert.

Der 14-Jährige und sein ein Jahr jüngerer Begleiter gingen den Ermittlern im Rheinland ins Netz. Sie wurden zunächst als vermisste Jugendliche von der Polizei aufgegriffen – beide Jungen waren bislang nicht polizeibekannt. Im Beisein der Beamten machte der 14-Jährige Andeutungen, ihm drohe Ärger. Auch Feuer sei Thema gewesen.

Er wurde nach Bonn gebracht und dort festgenommen. Am Freitag vernahm die Mordkommission in Solingen den 13-Jährigen. Er habe „umfassende Angaben zu dem Verhalten des Beschuldigten“ gemacht. Unklar bleibt die Herkunft des Brandsatzes. Diesen habe der Verdächtige aus seinem Rucksack geholt.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) dankte den Ermittlern für den „raschen Fahndungserfolg“

Unser Artikel vom 20. Oktober, 18.10 Uhr

Von Kristin Dowe

Solingen. In der Nacht zu Mittwoch warf ein unbekannter Täter einen Brandsatz, offenbar ein Molotowcocktail, auf den Balkon eines Mehrfamilienhauses an der Schwertstraße. Eine 48-jährige Mieterin befand sich in ihrer Wohnung, als sie gegen 2 Uhr bemerkte, dass ein Glasbehältnis mit einer brennenden Flüssigkeit auf ihren Balkon flog. Sie löschte das entstandene Feuer selbstständig und informierte die Polizei – die Solingerin zog sich leichte Verletzungen zu. Am Gebäude entstand kein Schaden.

Die Kriminalpolizei ermittelt im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wuppertal wegen versuchten Mordes und bittet Zeugen, die Hinweise auf mögliche Täter geben können, sich telefonisch unter Tel. (0202) 28 40 zu melden. Von Interesse sind auch mögliche auffällige Beobachtungen an nahegelegenen Tankstellen und auf der Korkenziehertrasse.

Brandanschlag auf Mehrfamilienhaus in Solingen: Motiv des Täters ist völlig offen

Auch wenn viele Solinger bei solchen Meldungen wohl unweigerlich an den rassistisch motivierten Brandanschlag im Jahr 1993 denken müssen, der damals fünf Menschenleben forderte, warnt Wolf-Tilman Baumert, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wuppertal, vor voreiligen Rückschlüssen: „Zu einem möglichen Motiv und der Frage, wem der Anschlag tatsächlich galt, können wir noch gar nichts sagen.“ Auch ob möglicherweise weitere Personen an der Tat beteiligt waren, sei unklar.

Zwar lebten in dem Haus wie in der gesamten Siedlung auch zahlreiche Familien mit Zuwanderungsgeschichte, konkrete Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund gebe es aber nicht. „Wir ermitteln in alle Richtungen.“

Die Voraussetzung für Ermittlungen wegen versuchten Mordes ist, dass ein Anfangsverdacht für ein Kapitalverbrechen besteht.

Artikel von 14.55 Uhr

Solingen. Nach einem Brandanschlag auf ein Wohnhaus an der Schwertstraße in der Nacht zu Mittwoch ermittelt die Polizei wegen versuchten Mordes.

Ein Unbekannter wollte laut Polizei gegen 2 Uhr eine Flasche mit brennender Flüssigkeit - einen sogenannten Molotowcocktail - durch eine geöffnete Terrassentür in eine Wohnung werfen. Er traf jedoch nur den Balkon, sodass lediglich ein geringer Sachschaden entstand. Die 48-jährige Mieterin der betroffenen Wohnung löschte das entstandene Feuer eigenständig und informierte die Polizei. Sie verletzte sich leicht. Es entstand kein Gebäudeschaden.

Brandanschlag auf Mehrfamilienhaus: Polizei sucht Zeugen

Die Kriminalpolizei ermittelt im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wuppertal wegen versuchten Mordes und bittet Zeugen, die Hinweise auf mögliche Täter geben können, sich telefonisch unter der Nummer 0202-284-0 zu melden.

Von Interesse sind auch etwaige auffällige Beobachtungen an in der Nähe befindlichen Tankstellen und auf der Korkenziehertrasse.

Bislang gibt es keine Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund. wi

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Solinger Händler ziehen gemischte Bilanz
Solinger Händler ziehen gemischte Bilanz
Solinger Händler ziehen gemischte Bilanz
Welches Gebäude suchen wir in dieser Woche?
Welches Gebäude suchen wir in dieser Woche?
Welches Gebäude suchen wir in dieser Woche?
Corona: St. Lukas - Noch keine OP-Verschiebungen
Corona: St. Lukas - Noch keine OP-Verschiebungen
Corona: St. Lukas - Noch keine OP-Verschiebungen
Solinger Mediziner: Kinder nicht vorschnell impfen
Solinger Mediziner: Kinder nicht vorschnell impfen
Solinger Mediziner: Kinder nicht vorschnell impfen

Kommentare