Scheune wurde Opfer der Flammen

Brand lässt Familie Höffken melancholisch zurück

In der Scheunen-Ruine stehen die Wracks der landwirtschaftlichen Maschinen. Seinen 48 Jahre alten amerikanischen Traktor hat Theo Höffken sehr gemocht. Foto: Christian Beier
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In der Scheunen-Ruine stehen die Wracks der landwirtschaftlichen Maschinen. Seinen 48 Jahre alten amerikanischen Traktor hat Theo Höffken sehr gemocht.

Nachdem seine Scheune in Flammen aufging, freut sich Landwirtsehepaar über große Hilfsbereitschaft.

Von Christian Beier

Solingen. Als Landwirt Theo Höffken in der Nacht zu Montag vom Telefonklingeln aus dem Schlaf gerissen wird, springt er panisch in Hose, Hemd und Gummistiefel und rennt auf den Hof. Seine Mieterin hatte beim nächtlichen Gang auf die Toilette einen Brand in der Scheune des Bauernhofes bemerkt. Lautes Knistern, Knallen und der Feuerschein hatten sie sofort bewegt, die Feuerwehr und dann ihren Vermieter zu alarmieren.

Höffkens erste Sorge gilt den Tieren. Vier Ponys nutzen die Möglichkeit, selbst ins Freie zu gelangen, aber die zehn Schweine sind in ihrer Stallung eingesperrt. In diesen Teil der Scheune kann Theo Höffken noch vordringen und öffnet das Gatter nach außen. Ein großer Rundballen Stroh hat schon Feuer gefangen. „Die Schweine haben tierische Panik geschoben und mussten sofort raus“, erinnert sich der Landwirt. Die Alpakas der benachbarten Zucht sind weit genug entfernt und außer Gefahr.

Die alarmierte Feuerwehr kommt schnell zum entlegenen Hof am Fuße der Burg Hohenscheid. Die Wasserversorgung ist problematisch und muss über weit entfernte Hydranten sichergestellt werden. „Es war für mich eine gefühlte Ewigkeit, bis sich die ersten Schläuche füllten und das Löschwasser auf die Scheune spritzte. Die Helfer waren sehr besonnen, gut organisiert und leuchteten die Brandstelle schnell aus.“

Trotz des großen Aufgebotes an Wehrleuten brennt der Stall in dieser Nacht komplett ab. Julia Höffken ist überglücklich, dass die Flammen nicht auf andere Gebäude übergreifen und so Schlimmeres verhindert werden kann. Auch sie hilft in der Nacht, springt über Zäune und öffnet Gatter, damit die Tiere auf weiter entfernte Wiesen ausweichen können. Die zahlreichen blauen Flecken an ihren Beinen, die von den Zäunen stammen, entdeckt sie erst am nächsten Tag, als der ganze Spuk vorbei ist.

Der erste Blick bei Tageslicht auf die ausgebrannten Landmaschinen trifft Theo Höffken ins Mark. Seine Leidenschaft ist es, alte Liebhaberstücke einzusetzen. Erntewagen, Miststreuer, Kartoffelroder und ein 48 Jahre alter Traktor der amerikanischen Marke IHC MC Cormick sind nur noch Schrott. Die waren auch nicht versichert, da der Zeitwert der Ausstattung zu vernachlässigen war.

Julia Höffken wird melancholisch, als sie die total verbogene Kartoffelpflanzmaschine sieht. „Vor über 20 Jahren hatte ich unseren Sohn Benedict im Tragetuch mit auf dem Feld und pflanzte mit dieser Maschine Kartoffeln.“

Solingen: Die Hilfsbereitschaft ist riesig

Auch wenn irgendwann alles wieder aufgebaut sein wird, werden die Landwirte einen finanziellen Schaden durch den Brand zurückbehalten. Dieser aber würde sie weder arm noch mittellos machen, sind sich die beiden sicher. Es fehlt ihnen jetzt hauptsächlich an Zeit, sich um alles zu kümmern, denn der Betrieb läuft weiter. Im Hofladen werden die Produkte des Hofes vertrieben und die Tiere müssen nun zeitweise in anderen Stallungen untergebracht werden. Die Hilfsbereitschaft ist riesig. Momentan kommen sie zurecht und stellen sich der neuen Aufgabe. Julia Höffken hat eine Helferliste erstellt und wird auf die zahlreichen Angebote zurückkommen, wenn es so weit ist.

Obwohl erstmal keine Brandursache festgestellt werden konnte, kommt die Kripo erneut auf den Hof, um die Möglichkeit einer Brandstiftung auszuschließen. Erst danach kann ein Abbruchunternehmen mit der fachgerechten Entsorgung der Brandreste beginnen.

Bauernhof Gut Hohenscheid

Landwirtschaft: Familie Höffken bewirtschaftet den Bauernhof seit mehr als 20 Jahren. Sie legt Wert auf eine kontrollierte biologische Landwirtschaft in Bio-Qualität. Tiere werden artgerecht gehalten und haben viel Platz und Auslauf. Neben Hühnern leben bei den Höffkens Schweine, Ponys und die Hündin Lissy. Außerdem wird in der Saison eine große Herde Gänse gehalten.

Anbau: Auf den Gemüsefeldern baut das Ehepaar Salate, Bohnen, Kräuter, Kartoffeln und Kohl an. In den Foliengewächshäusern werden Tomaten, Auberginen, Gurken und Feldsalat gezogen. Die benachbarte Alpakazucht wird von Familie Rabanus betrieben. Sie haben die Fläche für ihre Tiere gepachtet. Neben Rohwolle und Strickgarn werden Alpaka-Wanderungen angeboten.

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