Bodenaufbereitungsanlage

Recyclinganlage wirft auch in Vohwinkel Fragen auf

Die Bodenaufbereitungsanlage am Westring sorgt weiter für Diskussionen.
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Die Bodenaufbereitungsanlage am Westring sorgt weiter für Diskussionen.

Grüne in Wuppertal teilen Sorgen von Gräfrather Anwohnern – die Politik in der Nachbarstadt diskutierte.

Von Eike Birkmeier

Solingen. Für die Wuppertaler Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) ist es eines der wichtigsten Projekte: Die geplante Bodenrecyclinganlage am Westring soll die Rahmenbedingung für die Wiederverwertung von Bodenaushub verbessern und dazu beitragen, Ressourcen zu sparen. Dies betonte AWG-Geschäftsführer Martin Bickenbach in der Bezirksvertretung von Wuppertal-Vohwinkel. Thema der Stadtteilpolitik war dort aber auch der scharfe Bürgerprotest gegen die Pläne.

Dieser geht vornehmlich von Anwohnern aus Fürkelrath auf Solinger Seite aus. Sie befürchten eine erhebliche Belastung durch Lärm und Staub sowie Probleme durch den entstehenden Schwerverkehr. Bei der Sitzung im Barmer Ratssaal machten einige Bürger ihren Ärger mit einem Protestschild deutlich.

„Wir nehmen die Sorgen der Anwohner sehr ernst, aber der Dialog muss sachlich bleiben“, sagte Bickenbach. Die AWG habe von Anfang an auf Transparenz gesetzt. „Wir haben schon vor zwei Jahren die Bezirksvertretungen Vohwinkel und Gräfrath informiert.“

Beim Gelände handele es sich um ein Grundstück der Wuppertaler Stadtwerke, zu dem es keine Alternative gebe. Ein Vorteil sei die direkte Anbindung zur Autobahn. „Wir erfüllen alle Vorschriften und gehen sogar noch weit darüber hinaus“, betonte Bickenbach.

Gleichwohl hatte die Vohwinkeler Grünen-Fraktion Fragen zur Verträglichkeit der Anlage. Dabei geht es unter anderem um die Lärmemissionen des mobilen Brechers und ein mögliches Hochfahren der Kapazitäten. „Laut den Plänen wäre auch ein Mehrschichtbetrieb möglich, was eine Belastung für die Nachbarschaft wäre“, sagt Grünen-Sprecherin Barbara Naguib. Dazu versicherte AWG-Chef Bickenbach: „Wir werden die Anlage über Jahre im Einschichtbetrieb fahren.“

Vohwinkels Bezirksbürgermeister Georg Brodmann (SPD) machte nochmals deutlich, dass aus Vohwinkeler Sicht wenig gegen die Anlage spreche, da es sich hier um ein „kaum bewohntes Gebiet“ handele. Wichtigste Voraussetzung für die Stadtteilpolitik sei eine Anlieferung direkt über die Autobahn.

Laut AWG-Projektleiter Frank Schlenz sei ein Mindestabstand der Aufbereitung zur nächsten Wohnbebauung von 300 Metern vorgeschrieben. Eine Unterschreitung sei nur möglich, wenn der Schallschutz es zulasse. Die AWG planen unter anderem eine neun Meter hohe Lärmschutzmauer.

Den Ärger der Anwohner – sie kritisieren unter anderem, dass diese Mauer nur Vohwinkeler, nicht aber Gräfrather Wohngebiete schütze – kann das nur bedingt dämpfen. Laut AWG habe der Anwalt einer Privatperson Akteneinsicht beantragt. „Ob es dadurch eine Verzögerung des Projekts gibt, können wir noch nicht sagen“, so Bickenbach.

Christian Robbin von der Bürgerinitiative „Rettet das Ittertal“ bemängelte, dass die Anwohner nicht direkt informiert worden seien. „Das hätte bei einer Anlage dieser Größenordnung auf jeden Fall passieren müssen.“ Die AWG verweist dagegen auf Termine in den Bezirksvertretungen Gräfrath und Vohwinkel und die Berichterstattung in den Medien. Bickenbach: „Wir werden aber jetzt das Gespräch mit der Bürgerinitiative suchen.

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