Natur

„Birding“ wird in der Krise zum Trend

Edeltraut Krüger, Vorsitzende des Naturschutzbundes (NABU) Solingen, sitzt gerne in ihrem Garten und beobachtet mit einem Fernglas die Vögel in den Bäumen. Fotos: Christian Beier
+
Edeltraut Krüger, Vorsitzende des Naturschutzbundes (NABU) Solingen, sitzt gerne in ihrem Garten und beobachtet mit einem Fernglas die Vögel in den Bäumen.

Vogelbeobachtung ist schon mit einfachen Mitteln möglich.

Von Sebastian Dorfmüller

Solingen. In der Corona-Krise zieht es immer mehr Menschen nach draußen. Dadurch erfährt auch die Vogelbeobachtung einen Aufschwung. So zeichnet sich in den sozialen Netzwerken ein Trend unter dem Hashtag „#birding“ ab. Dabei geht es jedoch nicht nur alleine um die Vogelbeobachtung, sondern auch darum, auf den Natur- und Artenschutz aufmerksam zu machen und ihn zu unterstützen, sagt der Naturschutzbund (Nabu).

Vogelbeobachtung ist die deutsche Bezeichnung für Birding und stellt ein praktisches Teilgebiet der Ornithologie, also der Vogelkunde, dar. Ziel ist es, möglichst viele und vor allem seltene Vögel zu beobachten und zu fotografieren. Dabei wird primär die Art, aber auch das Alter und das Geschlecht des Vogels bestimmt und notiert.

Das Rotkehlchen ist der Vogel des Jahres.

„Das Wichtigste beim Birding ist ein geeigneter Beobachtungsort“, sagt Edeltraud Krüger, Vorsitzende des Solinger Nabu. Sie empfiehlt, sich einen ruhigen Ort mit wenigen Besuchern zu suchen. Ob auf Friedhöfen, im Botanischen Garten oder im Wald sei dabei nicht wichtig. Vögel seien schließlich überall, man müsse nur „offene Ohren haben und sich einfach auf seine Wahrnehmung einlassen“, um auf sie aufmerksam zu werden. Wie bei jedem Waldspaziergang solle man sich jedoch ausschließlich auf den vorgegebenen Wegen aufhalten.

Zur Grundausstattung eines Birdwatchers gehört allem voran das Vogelkundebuch (oder die Vogelkunde App), in dem der entsprechende Vogel nachgeschlagen werden kann. Darüber hinaus braucht er neben wetterfesten Anziehsachen und festem Schuhwerk ein Fernglas, um die Vögel besser beobachten zu können. Auch eine Kamera ist zu empfehlen, da durch die Fotos die Bestimmung der gesehenen Vogelarten vereinfacht wird.

Ornithologen können Nester, Federn und Gesänge zuordnen

Neben der Möglichkeit privater Vogelwanderungen bieten grundsätzlich auch Organisationen wie der Nabu Solingen oder die Biologische Station Mittlere Wupper (BSMW) derartige Exkursionen an – dieses Angebot muss aufgrund der Corona-Krise derzeit jedoch ausgesetzt werden. Das Besondere an diesen angeleiteten Wanderungen ist die fachliche Unterstützung erfahrener Ornithologen, die auch in der Lage sind Nester, Federn und Gesänge bestimmten Vogelarten zuzuordnen. „Diese Vielfalt ist das Besondere am Birding. Die Gesänge sind auffällig und interessant“, meint der Diplom-Biologen Thomas Krüger von der BSMW. An dieser Stelle sei der Begriff des Birdings dann auch treffender als der des „Vogelguckens“, da es über den bloßen visuellen Aspekt hinausgehe.

Insbesondere am Samstag, 8. Mai, werden viele Birdwatcher und Hobby-Ornithologen im Bergischen unterwegs sein, macht Thomas Krüger auf das sogenannte Birdrace aufmerksam. Das wird jährlich von dem Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) veranstaltet. In diesem Rennen geht es darum, innerhalb von 24 Stunden möglichst viele verschiedene Vogelarten in einem festgelegten Gebiet zu entdecken. Mit Teams zwischen zwei und fünf Mitgliedern wird also den ganzen Tag herumgewandert, geradelt oder auch mit dem Auto gefahren, um möglichst viele verschiedene Vögel zu finden und in Artenlisten einzutragen. Parallel zum eigentlichen Wettbewerb um die Menge der entdeckten Vogelarten bestimmt der DDA zusätzlich jedes Jahr ein Projekt, für das während des Rennens Spenden gesammelt werden sollen.

Das Birdrace erfreut sich zunehmender Beliebtheit unter Vogelfans. Bei der 17. Austragung 2020 traten deutschlandweit 590 Teams mit 1753 Teilnehmern an, während es 2010 nur 134 Teams mit 529 Teilnehmern waren. Auch Jüngere nehmen am Rennen teil, so dass es seit 2009 eine besondere Kennzeichnung für Teams gibt, bei denen die Mehrzahl der Mitglieder unter 20 Jahre alt ist.

Vogel des Jahres

Seit 1971 küren der Naturschutzbund (NABU) in Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) den Vogel des Jahres. Im März dieses Jahres wurde er das erste Mal öffentlich gewählt. So liegt das Rotkehlchen mit fast 59 000 Stimmen auf dem ersten Platz, dicht gefolgt von der Rauchschwalbe mit 52 000 und dem Kiebitz mit 43 000 Stimmen.

www.nabu.de

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Inzidenz über 50: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen ab Montag
Inzidenz über 50: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen ab Montag
Inzidenz über 50: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen ab Montag
Heinz Schwandt feiert heute seinen 106. Geburtstag
Heinz Schwandt feiert heute seinen 106. Geburtstag
Heinz Schwandt feiert heute seinen 106. Geburtstag
Corona: Inzidenzstufe 3 ab Montag - Weiter höchster Wert im Bund
Corona: Inzidenzstufe 3 ab Montag - Weiter höchster Wert im Bund
Corona: Inzidenzstufe 3 ab Montag - Weiter höchster Wert im Bund
Welche Veranstaltung suchen wir? An welche Feste in Solingen denken Sie gerne zurück?
Welche Veranstaltung suchen wir? An welche Feste in Solingen denken Sie gerne zurück?
Welche Veranstaltung suchen wir? An welche Feste in Solingen denken Sie gerne zurück?

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare