Förderverein plant Schlammspielplatz

Bilanz im Freibad Ittertal fällt gemischt aus

Betriebsleiter Thomas Czeckay (l.) und der Vereinsvorsitzende Hartmut Lemmer zogen eine Besucherbilanz für 2022.
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Betriebsleiter Thomas Czeckay (l.) und der Vereinsvorsitzende Hartmut Lemmer zogen eine Besucherbilanz für 2022.

Die Reparaturkosten erhöhen sich auf 460.000 Euro. Förderverein plant Schlammspielplatz.

Von Kristin Dowe

Solingen. Angesichts der vielen heißen Sonnentage in diesem Sommer hätte die Besucherzahl im Freibad Ittertal für Hartmut Lemmer, Vorsitzender des Fördervereins Ittertal, ruhig noch etwas höher ausfallen können: 24 520 Badegäste hatte die Anlage in diesem Jahr zu verzeichnen. „Wir müssen ja auch immer die Zwischenphasen überbrücken“, so Lemmer, obschon sich ein Vergleich mit dem Vorjahr verbieten dürfte: Gerade mal vier Wochen konnte das Freibad im Sommer 2021 öffnen, in denen zumindest 5380 Menschen das Freibad besuchten – ab dem 14. Juli machte die Hochwasserkatastrophe dem Förderverein dann einen Strich durch die Rechnung.

Die Vorjahre (ausgenommen das Corona-Jahr 2020 mit knapp 18 000 Besuchern) fielen stärker aus mit gut 30 000 Besuchern in 2019 und knapp 38000 in 2018. Spitzenreiter bleibt der „Supersommer“ 2003, als rund 56 000 Besucherinnen und Besucher ins Freibad Ittertal strömten.

Den Rückgang in diesem Jahr führt Lemmer unter anderem darauf zurück, „dass die Schüler heute alle nachmittags betreut werden“. Gerade jetzt ist der Förderverein auf jeden Euro angewiesen, denn die Reparaturliste infolge der Flutschäden vom vergangenen Jahr ist lang: Wurden die Kosten zunächst auf 250 000 Euro beziffert, haben sie sich nunmehr fast verdoppelt – auf 460 000 Euro. Grund war unter anderem eine Leckage an den Rohren der Eisanlage, so dass dort Ammoniak austrat. Zwar wurde der Schaden provisorisch behoben, perspektivisch müssen die betroffenen Rohre aber ausgetauscht werden. Zudem müsse eine Zuwegung auf dem Gelände geschaffen werden. „Die schluckt richtig Geld“, weiß Hartmut Lemmer schon jetzt.

Ein weiterer Wermutstropfen ist, dass vom Land zugesagte Fördermittel in Höhe von 170 000 Euro aus dem Programm „Moderne Sportstätten 2022“ vorerst noch nicht fließen werden, da der Anspruch noch von der NRW-Bank auf zahlreiche Kriterien geprüft werden muss. Den entsprechenden Antrag habe der Förderverein bereits vor zwei Jahren gestellt. „Das kann dauern“, befürchtet Lemmer.

Glück im Unglück für den Förderverein: Obwohl das Maschinenhaus beim Hochwasser 2021 geflutet wurde, sind die Geräte alle noch voll funktionstüchtig. „Sie mussten zum Glück nur gereinigt werden“, sagt Betriebsleiter Thomas Czeckay. „Teilweise stammen sie von 1975, da waren wir schon überrascht.“

Verein plant erst mal„normale Eissaison“

Derweil soll die Freizeitanlage auch für die Kleinsten attraktiv bleiben: Wo sich vorher das Babyschwimmbecken befand, das nicht mehr sanierungsfähig war, soll nun – mit Unterstützung einer Privatperson und der Stadt-Sparkasse Solingen – ein Schlammspielplatz errichtet werden.

Mit Blick auf die Eisanlage wird der Förderverein wohl auch die steigenden Energiepreise in diesem Jahr empfindlich zu spüren bekommen, gibt sich aber dennoch optimistisch: „Wir planen ab Ende November erst mal eine normale Eissaison“, kündigt Hartmut Lemmer an. Einen eventuellen Energiekostenzuschlag könne er nicht ausschließen. „Das muss man abwarten.“

Standpunkt von Kristin Dowe: Frust über Bürokratie

kristin.dowe@solinger-tageblatt.de

Nach der hochwasserbedingt desaströsen Sommersaison im Freibad Ittertal im vergangenem Jahr ist die Erhöhung der ungeplanten Reparaturkosten auf jetzt 460 000 Euro für den Förderverein schon ein herber Schlag ins Kontor. Es ist vor allem dem unermüdlichen ehrenamtlichen Engagement mehrerer Sportvereine zu verdanken, dass die Freizeitanlage nach der Flut wieder verhältnismäßig gut instandgesetzt werden konnte.

Die To-do-Liste ist aber auch ungeachtet der Flutschäden immer noch lang. Gerade jetzt wäre der Förderverein dringend auf die zugesagten Fördermittel des Landes angewiesen – die aber aufgrund bürokratischer Hürden offenbar weiter auf sich warten lassen. Der Frust bei den Verantwortlichen darüber ist verständlich, zumal auch die steigenden Energiepreise noch böse Überraschungen bereithalten dürften. Und ewig lassen sich die Reparaturen sicherlich nicht auf die lange Bank schieben. Dennoch ist es ein positives Signal, dass der Verein im Herbst plangemäß mit der Eissaison starten will.

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