Entscheidung steht an

BHC-Chef Jörg Föste erwartet politisches Bekenntnis

Eine Arena würde die Klingenhalle ersetzen und ebenfalls am Weyersberg entstehen, der Bauplatz läge im Bereich des Fußballplatzes. Im Februar soll ein Grundsatzbeschluss zur Arena Bergisch Land fallen. Foto: Tim Oelbermann
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Eine Arena würde die Klingenhalle ersetzen und ebenfalls am Weyersberg entstehen, der Bauplatz läge im Bereich des Fußballplatzes. Im Februar soll ein Grundsatzbeschluss zur Arena Bergisch Land fallen.

Am 17. Februar soll der Grundsatzbeschluss zum Bau einer Bergischen Arena gefasst werden.

Von Thomas Rademacher

Jörg Föste ist Geschäftsführer des Bergischen HC.

Am 17. Februar kommt es im Solinger Stadtrat zu einer wegweisenden Entscheidung. Auf dem Plan steht der Grundsatzbeschluss zum Bau einer Bergischen Arena. Diese soll auf dem Gelände am Weyersberg entstehen und die sanierungsbedürftige Klingenhalle ablösen. Handball-Bundesligist Bergischer HC wird dort seine Heimspiele austragen, weitere Veranstaltungen sind genauso vorgesehen wie die Übernahme des Schulsports, der bislang ebenfalls in der Klingenhalle stattfindet. „Der 17. Februar wird ein Meilenstein in der Stadtentwicklung sein und einen elementaren Impuls für das Innenstadtkonzept ,City 2030‘ darstellen“, sagt Jörg Föste, Geschäftsführer des Bergischen HC.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) hatte sich Anfang Oktober zusammen mit seinem Wuppertaler Kollegen Uwe Schneidewind (Grüne) für den Bau stark gemacht. Der für die Ratssitzung im Dezember vorgesehene Grundsatzbeschluss, der insgesamt 13 Punkte rund um die konkrete Bauplanung umfasst, wurde allerdings auf Bitte der CDU verschoben, um noch einige offene Fragen zu klären. „Auch wir haben dabei mitgeholfen, diese zu beantworten“, sagt Föste, der nun das politische Bekenntnis erwartet.

„Eine einmalige Chance, die nicht wiederkehren wird.“

Jörg Föste, BHC-Geschäftsführer

„SPD, FDP und CDU haben bereits öffentlich verkündet, dass sie hinter dem Vorhaben stehen“, erinnert der Geschäftsführer an entsprechende Einlassungen der drei Parteien, die eine Mehrheit im Stadtrat haben. „Ich spreche nicht nur für den BHC, sondern auch für eine Reihe anderer aktiver und engagierter Bürger, die permanent im Austausch sind, wenn ich sage, dass wir größtes Vertrauen in die Entscheidungsqualität und den Gestaltungswillen unserer politischen Mandatsträger haben.“

Der 61-Jährige bezeichnet die Arena für das Bergische Land als „einmalige Chance, die nicht wiederkehren wird, wenn am 17. Februar eine andere als die erwartete Entscheidung getroffen würde“. Für den BHC, der durch die in die Jahre gekommene Klingenhalle wirtschaftliche Nachteile im Vergleich zur Konkurrenz hat, dürfte ein Umzug in eine moderne Spielstätte mittelfristig zwingend sein. So betont Föste: „Wir werden uns am 18. Februar öffentlich erklären hinsichtlich der Zukunftsplanung in der Standortfrage.“

Die zu erwartenden Betriebskosten sprechen laut Gutachten der S.E.M. Sport- und Eventmarketing GmbH für einen Neubau. Erwarteten Einnahmen von 1,05 Millionen Euro stehen zwar etwa 200 000 Euro höhere Ausgaben gegenüber, doch die Klingenhalle verschlingt bereits jetzt etwa 680 000 Euro jährlich – ohne nennenswert etwas einzuspielen. Der BHC spült zwar ein wenig Geld in die Kasse, würde langfristig aber wohl nicht in der kleinen Spielstätte bleiben können und wollen. Die einmaligen Investitionskosten sind freilich bei der Arena höher. Im Raum stehen – ohne Zuschüsse des Landes – 50 Millionen Euro für den Neubau, während die Sanierung der Klingenhalle etwa auf 20 Millionen Euro angesetzt wird.

Eine Chance neben BHC-Heimspielen eröffnet auch Jörg Föste: „Der Deutsche Handball-Bund (DHB) blickt gespannt nach Solingen. Schließlich würde sich die Arena auch als Austragungsort für internationale Wettkämpfe anbieten.“ Föste muss es wissen. Er ist schließlich nicht nur Geschäftsführer des BHC, sondern seit kurzem auch Vizepräsident des DHB.

Hintergrund

Die Bergische Arena bewegt die Solinger Gemüter. Gegen die Fassung des Grundsatzbeschlusses zum Bau haben sich die Grünen und die Linke ausgesprochen. Auch die Bewegung „Fridays for Future“ steht dem Projekt kritisch gegenüber. Die Zustimmung von SPD, FDP und BfS/ABI gilt als sicher, so dass es wohl auf die CDU ankommen wird. Diese möchte sich in der kommenden Woche zum Thema äußern.

Standpunkt: Nicht beirren lassen

Von Thomas Rademacher

thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de

Bei einem so gewaltigen Projekt wie der Bergischen Arena lassen sich sehr einfach Zweifel schüren. Ist der Standort am Weyersberg der richtige, oder kommt es dort zu einem Verkehrskollaps? Stimmt das Zahlenwerk, oder ist der Verlust am Ende nicht doch viel höher? Kann der Schulsport wirklich auch in der Arena stattfinden? Wo soll der zu opfernde Fußballplatz neu errichtet werden? Wer die Arena nicht will, wird immer Argumente finden, sich dagegen auszusprechen. Falsch wäre es trotzdem. Die politischen Entscheidungsträger sollten sich nicht beirren lassen und am Neubau festhalten. Ja, der Bergische HC würde sich ohne geeignete Spielstätte mittelfristig aus der Klingenstadt verabschieden. Nein, die Klingenhalle ist nicht geeignet – auch nicht, wenn sie saniert würde. Aber es geht gar nicht nur um den Bergischen HC. Es geht um die Perspektive, in Solingen etwas Großes mit Selbstbewusstsein zu schaffen. Chancen zu sehen, anstatt sie anzuzweifeln. Warum soll es denn nicht gelingen, durch die Arena Synergie-Effekte zu nutzen und dadurch auch die Solinger Innenstadt zu beleben? Wer den Neubau will, findet genauso einfach Argumente dafür wie die Zweifler dagegen. Also: Angst beiseite und ein wenig Mut zum kalkulierten Risiko!

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