Entscheidung soll nicht überstürzt werden

Betreiber will Stadtsaal für Wald erhalten

Betreiber Andreas Heibach hegt Verkaufspläne für den Walder Stadtsaal an der Friedrich-Ebert-Straße in Wald. Die Entscheidung wolle er aber nicht überstürzen. Foto: Christian Beier
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Betreiber Andreas Heibach hegt Verkaufspläne für den Walder Stadtsaal an der Friedrich-Ebert-Straße in Wald. Die Entscheidung wolle er aber nicht überstürzen.

Andreas Heibach möchte das Gebäude verkaufen, aber dafür sorgen, dass es eine Veranstaltungsstätte bleibt.

Solingen. Übers Knie brechen wolle er den Verkauf des Walder Stadtsaals nicht, dies machte Betreiber Andreas Heibach, auf seine Pläne angesprochen, deutlich. „Ich möchte nicht aus einer Notsituation heraus verkaufen, aber momentan zumindest Angebote für den Stadtsaal einholen. Wenn es jemand besser macht als ich, wäre ich für einen Verkauf auch offen.“ Wichtig sei ihm in jedem Fall, dass der Walder Stadtsaal dem Stadtteil als Veranstaltungsstätte vornehmlich für Vereine erhalten bleibt. Grundsätzlich komme auch die Stadt als Käuferin infrage, die ohnehin ein Vorkaufsrecht für die Immobilie besitzt. Dieses hatte die Verwaltung zuletzt etwa für die Ohligser Festhalle genutzt, die von einer Stiftung weitergeführt werden soll.

Coronabedingte Schließungen belasteten auch Kneipe und Hotel

Von der Stadt hatte der Gastronom, der außerdem noch die Walder Kneipe „Al B’Andy“ und in Unterburg das Hotel „In der Straßen“ betreibt, das vormals stark heruntergewirtschaftete Objekt schließlich auch 2011 für einen symbolischen Euro erworben. Rund 300 000 Euro habe er in die Sanierung investiert – Heibach engagierte sich damals mit einem Förderverein, bei dem er selbst Mitglied war, für die Wiederbelebung des Walder Stadtsaals. Insgesamt sei der Betrieb in den vergangenen Jahren zufriedenstellend gelaufen – bis die Corona-Pandemie dazwischen kam.

Durch die lange Zeit der Schließung, die auch das Al B’Andy und das Hotel betrafen, sei es finanziell eng geworden. Ohnehin sei auch die Nachfrage im Zuge des schrumpfenden Vereinslebens in der Stadt gesunken. „Corona war keine lustige Zeit“, blickt Heibach zurück. Er habe sich zudem über Menschen geärgert, die ihm in seiner Notlage Kaufangebote zu Preisen gemacht hätten, die völlig unter dem Wert des Stadtsaals gelegen hätten. „Ich würde immer lieber an die Stadt verkaufen als an einen privaten Investor, der dort beispielsweise Wohnungen errichten will. Der Stadtsaal soll Wald erhalten bleiben“, so sein erklärtes Ziel.

Bezirksbürgermeisterin und Vorsitzender des Bürgervereins legen Wert auf Erhalt des Stadtsaals

Diesen Wusch teilt auch die Walder Bezirksbürgermeisterin Birgit Zeier (SPD): „Es wäre die beste Lösung, wenn Andy das weitermacht. Er hat den Walder Stadtsaal jahrelang mit viel Herzblut geführt und hat dafür auch mal ein dickes Lob verdient. Der weiß, wie das geht!“ Auch sei der Stadtsaal für Wald mit Blick auf Karnevalsveranstaltungen und andere Events von enormer Wichtigkeit.

Auf den Erhalt des Stadtsaals für die Allgemeinheit legt Wolfgang Müller, Vorsitzender des Bürgervereins Wald, ebenfalls Wert. Der Verkauf an einen privaten Investor, der das Gebäude womöglich abreißen und einen Neubau erreichten könne, lehne der Verein ab. „Das wäre uns nicht so recht.“ Ein Kauf des denkmalgeschützten Gebäudes durch die Stadt sei eine mögliche Lösung, bis der „Sanierungsstau abgearbeitet“ sei.

Biergarten

Zum Walder Stadtsaal gehört auch ein großer Biergarten, der täglich von 16 bis 23 Uhr geöffnet ist. Die Öffnungszeiten sind laut Andreas Heibach flexibel und hängen stark vom Wetter ab.

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