Medizin

Bethanien will neue Therapie bei Covid-19 einsetzen

Die Klinik Bethanien hat eine Infektionsambulanz.
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Die Klinik Bethanien hat eine Zulassung bei der Bundesregierung beantragt.

Lungenfachklinik beantragt Zuteilung von Antikörper-Kombination

Solingen. Wie Prof. Winfried Randerath, der Chefarzt der Lungenfachklinik Bethanien, bestätigt, hat das Solinger Zentrum für die Behandlung der Corona-Lungenkrankheit Covid-19 jetzt bei der Bundesregierung eine Zulassung und Zuteilung einer Therapie mit einer Antikörper-Kombination beantragt. „Wir warten aber noch auf die Rückmeldung.“ Gegenüber dem Tageblatt hat der Mediziner bereits angedeutet, dass darin Hoffnung zur Behandlung liege. Jetzt bekräftigt er seine Aussage: „Die Antikörpertherapie ist vielversprechend.“

Die Waffen zur Bekämpfung der Lungenkrankheit Covid-19, die Folge einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 sein kann, sind immer noch sehr stumpf. Stärkung des Immunsystems, Beatmung bei schweren Verläufen und die Gabe von Cortison-Präparaten sind die Regel. Der neue Therapieansatz setzt dort an, wo auch die Impfung wirken soll. Letztere regt das Immunsystem an, Antikörper gegen das Coronavirus zu bilden und es an der Vermehrung im Körper zu hindern. Die Antikörper-Kombination macht dies durch die Zuführung dieser Antikörper von außen in den Blutkreislauf.

Prof. Dr. Winfried J. Randerath, Chefarzt der Lungenfachklinik Bethanien.

Entwickelt wurde das Verfahren vom Schweizer Pharmaunternehmen Roche. Roche-Sprecherin Faten Gaber erklärt, die Zulassung für die Therapie liege zwar noch nicht vor, aber Roche rechne fest damit, dass die Europäische Arzneimittelbehörde EMA diese im zweiten Quartal 2021 erteile. Der Grund sei, dass die Studien überwiegend abgeschlossen wurden.

„Die Therapie mit Antikörpern ist vielversprechend.“

Winfried Randerath, Bethanien

Danach gibt Roche bekannt, dass „die Antikörper-Kombination aus Casirivimab und Imdevimab bei Risikopatienten mit Covid-19 das Risiko für einen schweren Verlauf oder Tod um 70 Prozent“ reduziere. Zugleich verkürze die Kombination „die Dauer der Symptome signifikant um vier Tage“. In den USA hat Roche für die Therapie bereits eine Notfallzulassung. Bei Patienten mit und ohne Symptomen, die untersucht wurden und ein geringes Risiko für einen schweren Verlauf haben, führe die Anwendung der Antikörper-Kombination zu einer geringeren Viruslast.

All diese Ergebnisse hätten die Bundesregierung bereits handeln lassen, berichtet Faten Gaber: „In Deutschland hat das Bundesministerium für Gesundheit das Präparat zentral beschafft. Es steht zur Anwendung im Rahmen von individuellen Heilversuchen in bestimmten Kliniken zur Verfügung.“ Darauf setzt jetzt Prof. Randerath mit seinem Team.

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