Nach der Zwangspause

Besucher lernen die Schauhäuser im Botanischen Garten kennen

Hans-Werner Hammen hatte im Bromelienhaus Wissenswertes für Besucher parat. Foto: Rouven Böttner
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Hans-Werner Hammen hatte im Bromelienhaus Wissenswertes für Besucher parat.

Winterführung im Botanischen Garten stieß auf reges Interesse.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Es gab viel Spannendes zu sehen für die vielen Freunde exotischer Pflanzen, die am Sonntagnachmittag den Weg in die Schauhäuser des Botanischen Gartens gefunden hatten: Kurz vor 15 Uhr herrschte vor dem Eingang zu den Schauhäusern reger Andrang. Nach einem Jahr Zwangspause – bedingt durch den im vergangenen Jahr zu dieser Jahreszeit herrschenden harten Corona-Lockdown – hatte die Stiftung Botanischer Garten wieder zu ihrer Winterführung durch die Pflanzenhäuser eingeladen, natürlich unter speziellen Hygiene- und Abstandsbedingungen. „Wir teilen die Besucher zu maximal neun Personen auf verschiedene Gruppen auf, die zeitgleich unterschiedliche Abteilungen der Häuser besuchen“, erläuterte Matthias Nitsche von der Stiftung das Hygienekonzept. „Auf diese Weise kann jeder alles sehen, wenn er möchte.“

Zum Beispiel die imposante Tropenhalle mit ihrem exotisch anmutenden Flair. Mit ihrer gemütlichen Bank am mittig angelegten Teich ist sie ein echter Wohlfühlort, nicht überraschend also, dass hier auch standesamtliche Trauungen vorgenommen werden können. Die wegen der großen Luftfeuchtigkeit glänzenden pflanzlichen Bewohner scheinen sich gleichfalls sichtlich wohlzufühlen. Zum Beispiel der Reis, der mit dicken Körnern aufwartete, die Strelitzie, auch als die Paradiesvogelblume bekannt oder der Purpurschopf, der mit seinen Blüten ebenfalls Blicke auf sich zog. „1965 ist diese Tropenhalle eröffnet worden“, erzählte Führerin Carmen Dörner. Jüngst erst wurde sie umfangreich renoviert, unter anderem sind besondere Klimafenster mit speziellem Glas eingebaut worden. Als langjähriges Mitglied der Stiftung Botanischer Garten hat sie sich inzwischen zu einer Expertin für diesen besonderen Raum innerhalb der Schauhäuser entwickelt.
Seltene Schmetterlinge im Botanischen Garten in Solingen.

So hat sie etwa alle dort lebenden Pflanzen mit ihren Standorten in der Halle inzwischen erfasst und eine für Besucher sichtbare Info-Tafel erstellt – inklusive Grafik. Auch hat sie alle Pflanzen der Orchideenhalle katalogisiert: Ein dicker Ordner erläutert nun akribisch, mit Zeichnung oder Foto, welche Pflanze wie heißt oder wo sie herkommt. „Auf diese Weise können auch die Mitglieder unserer Stiftung hier einmal für Infos zur Verfügung stehen, die normalerweise andere Aufgabe haben und sich bei den Tropen-Pflanzen nicht ganz so gut auskennen“, erklärt sie. „Jetzt kann jeder schnell und unkompliziert nachschlagen.“

Im sogenannten Mutterhaus, wo Nachwuchspflanzen gepflegt werden, warten derzeit zahlreiche Zitrusbäumchen in großen Kübel auf besseres Wetter: Mit beginnender Frühlingswärme werden die Zitronen- und Orangenbäume an sonnigen Stellen im oberen Teil des Parks verteilt. Von den geernteten reifen Früchten macht Carmen Dörner Marmelade, Likör oder Zitronat, das an Besucher verkostet wird.

Orchideen werden lieber getaucht, als gegossen

Im Bromelienhaus gab es gleichfalls viel zu sehen. Bromelien, die zu den Ananas-Gewächsen zählen, faszinieren durch ihre verschiedenen Lebensformen: Es gibt Sorten, die epiphytisch vorkommen, also als Aufwachspflanze auf einer anderen, auf Felsen oder klassisch am Boden. Viele verfügen auch über eine sogenannte Zisterne, in denen sie Wasser sammeln und die mitunter Tieren als Lebensraum dient.

Auch Hans-Werber Hammen, Stiftungsspezialist für Orchideen, hatte viel zu zeigen und zu erklären. Orchideen, die innerhalb der Vielfalt der Pflanzen eine eigene, riesige Mannigfaltigkeit aufweisen, seien sehr genügsam und müssten beziehungsweise sollten auch in der heimischen Pflege nur sparsam gegossen werden – und dann eher nach dem Tauchprinzip: Einmal vollsaugen lassen und dann erst einmal pausieren.

Programm

Saison: Mit der Winterführung startete der Botanische Garten die Veranstaltungssaison. Am 27. Februar findet von 15 bis 17 Uhr die Saatgut-Tauschbörse in den Schauhäusern statt, am 10. April von 14 bis 18 Uhr ein Kakteen-Workshop. Am Ostersonntag ist von 14 bis 18 Uhr das Ostereier-Suchen für Kinder von vier bis zehn Jahren vorgesehen.

Allgemeine Öffnungszeiten: Bis zum 28. Februar von 9 Uhr bis zur Dämmerung, maximal 18 Uhr. Ab 1. März bis 31. Oktober von 8 Uhr bis zur Dämmerung, maximal 20 Uhr.

www.botanischer-garten-solingen.de

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