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„Greeen“ in Wald: Bauprojekt passt ins Entwicklungskonzept

Die Firma Breuer & Schmitz in Wald wird innerhalb Solingens umziehen, um sich moderner aufzustellen. Das macht die Fläche für das Projekt „Greeen“ von Kondor Wessels frei. Foto: Michael Schütz
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Die Firma Breuer & Schmitz in Wald wird innerhalb Solingens umziehen, um sich moderner aufzustellen. Das macht die Fläche für das Projekt „Greeen“ von Kondor Wessels frei.

170 Wohnungen entstehen nach der Schaffung des Baurechts. Stadtdirektor Hoferichter sieht wichtigen Impuls für Wald.

+++Update, 9. Juli+++ Bauprojekt passt ins Entwicklungskonzept

Von Philipp Müller

Die 170 Wohnungen, die der Berliner Investor Kondor Wessels in Wald bauen will, passten gut in das Handlungskonzept Wohnen der Stadt Solingen, sagt Baudezernent Hartmut Hoferichter (parteilos). Er erklärt, dass sich aus diesem Konzept ein Bedarf an zusätzlich 5200 Wohnungen für die nahe Zukunft ergeben habe. Da werde das „Greeen“ genannte Projekt ein guter Baustein sein.

Aber das Konzept formuliert auch das Ziel, bei neuen Projekten 30 Prozent öffentlich geförderten Wohnungsbau zu erreichen. Das müsse man für die ganze Stadt betrachten, erläutert der Baudezernent. Solingen sei im Konzept in 36 Quartiere eingeteilt. Das für „Greeen“ vorgesehene Grundstück der Walder Firma Breuer & Schmitz liege in einem Bereich, der schon heute deutlich mehr sozialen Wohnungsbau aufweise, als es im Schnitt in Solingen der Fall sei.

Aber der Berliner Investor habe zugesagt, das Thema trotzdem zu beachten. Das könne aber nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn es zum Geschäftsmodell von Kondor Wessels passe. Die Baufirma verkauft zügig nach Fertigstellung. In der Konsequenz heißt das, Kondor Wessels muss schon in der Phase der Bauplanung einen Investor haben, der das langfristige Finanzierungsmodell des öffentlich geförderten Wohnungsbaus stemmen möchte.

„Jetzt, wo Wald gestärkt wird, passt das Projekt gut.“

Hartmut Hoferichter, Dezernent

„Greeen“ sei aber auch für das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept (ISEK) für Wald eine gute Sache, erklärt Hartmut Hoferichter. Die neuen Bewohner seien für den vorhandenen Handel und die örtlichen Dienstleister eine willkommene Stütze. Die 59 Millionen Euro Gesamtinvestition von Kondor Wessels übersteigen die öffentlichen ISEK-Mittel, die bis 2030 in den Stadtteil fließen sollen um das Dreifache. Hoferichter zieht in Abwägung aller Umstände ein positives Fazit: „Jetzt, wo wir gerade das Zentrum von Wald stärken wollen, ist das Neubauprojekt für die Wohnumfeldverbesserung gut.“

Doch bis der erste Bagger voraussichtlich Ende 2021 anrollt, muss zunächst die Bauleitplanung unter Beteiligung der Bürger abgeschlossen sein. Davon hängt auch ab, ob das Kindertherapiezentrum mit seinen dann vier Gruppen in das Projekt „Greeen“ einziehen kann. Inzwischen organisieren sich die Anwohner rund um das Baugebiet, um im Rahmen der öffentlichen Auslegung der Bauleitplanungen Fragen an die Stadt zu beraten.

Das geschehe nichtöffentlich unter der Regie des Walder Bürgervereins, berichtet dessen Vorsitzender Wolfgang Müller. Er betont: „Das Projekt mit circa 175 Wohneinheiten und einem Kindergarten wird von uns grundsätzlich als sehr wünschenswert begrüßt.“ Die Entwicklung insbesondere der Verkehrssituation sei aber noch unklar.

+++Update, 8. Juli+++ Start der Bauarbeiten wird nicht vor Ende 2021 sein

Von Philipp Müller 

Solingen. Der Berliner Baukonzern Kondor Wessels bestätigt, dass er das vom Solinger Tageblatt beschriebene Projekt in Wald bauen wird. Eine Unternehmenssprecherin erklärt: „Auf dem Areal zwischen Locher Straße, Rembrandtstraße und Wiedenkamper Straße plant der Projektentwickler unter dem Namen ,Greeen‘, sieben Häuser und ca. 170 Wohnungen sowie eine Kindertagesstätte mit Platz für vier Gruppen zu errichten.“ Dafür sei eine Investitionssumme von 59 Millionen Euro vorgesehen.

Auf dem Grundstück befindet sich jetzt noch die Firma Breuer & Schmitz. Das Unternehmen will sich nach Angaben von Geschäftsführer Markus Müller neu und vor allem moderner organisieren. Das geschehe voraussichtlich im kommenden Jahr in Solingen auf einem Grundstück, dass das Unternehmen von der Wirtschaftsförderung im April erworben hat. „Das dadurch freiwerdende, zentral gelegene Gebiet birgt das Potenzial eines gut mit dem direkten Umfeld vernetzten neuen Wohnquartiers.“, sagt Tim Reitz, Projektentwickler von Kondor Wessels. 

Das Berliner Bauunternehmen bestätigte ebenfalls, dass mit 170 Wohnungen ein großes Projekt realisiert werden wird. „Als verantwortliche Architekten konnte Kondor Wessels das Büro Hilmer Sattler Architekten aus Berlin für das Projekt gewinnen“, erläutert Firmensprecherin Christiane Schacht. Ziel sei es, eine zeitlose und moderne Architektur bei einer drei bis viergeschossigen Bebauung mit durchschnittlichen Wohnungsgrößen von 75 bis 80 Quadratmetern umzusetzen. Dazu strebt Kondor Wessels einen qualifizierten Bebauungsplan an, dessen Baurecht Mitte bis Ende 2021 geschaffen werde. Unmittelbar danach erfolge bereits der Vertrieb des Projekts. 

Wie beim O-Quartier bedeutet dies, dass Kondor Wessels die Häuser weiterverkaufen will. Geschäftsführer Leo de Man hatte im Zuge des Quartiers in Ohligs die Firmen-Philosophie mit „Wir bauen, um zu verkaufen“ beschrieben. Am Marktplatz sind die Hautabnehmer die Stadt-Sparkasse Solingen und eine süddeutsche Krankenversicherung.

Kondor Wessels wird keine mit öffentlichen Mitteln geförderten Wohnungen bauen. Die Verwaltung hatte bereits im März in einer Beschlussvorlage zum jetzt öffentlich ausliegenden Bauplanentwurf betont: In Wald liege die Quote an geförderten Wohnungen mit 4,2 Stück je 100 Einwohner bereits über dem städtischen Durchschnitt von 2,5 Einheiten. Gemäß dem Handlungskonzept Wohnen der Stadt werde deshalb für das jetzt „Greeen“ genannte Projekt keine weitere Errichtung von öffentlich gefördertem Wohnungsbau empfohlen

Unser Artikel vom 7. Juli: O-Quartier-Investor will in Wald 175 Wohnungen bauen 

Berliner Unternehmen hat Pläne für derzeitiges Gelände der Firma Breuer & Schmitz.

Solingen. Bei dem Investor, der in Wald Häuser mit 175 Wohnungen und einer Kindertagesstätte bauen will, handelt es sich nach ST-Informationen um das Berliner Unternehmen Kondor Wessels. Das ist in Solingen bereits durch seine Neubauten mit gut 300 Wohnungen auf dem früheren Olbo-Gelände in Ohligs bekannt.

Das Unternehmen selbst äußerte sich nicht zu dem Walder Projekt. Bei der Grundsteinlegung für das O-Quartier vor einem Jahr hatte Kondor-Wessels-Geschäftsführer Leo de Mann aber bereits Gespräche mit der Stadt über eine zweite große Wohnanlage bestätigt. Auch Markus Müller, einer der Geschäftsführer der Firma Breuer & Schmitz, die derzeit auf dem Gelände angesiedelt ist, hält sich bedeckt. Dies liegt offenbar daran, dass der Verkauf des Grundstücks noch nicht ganz in trockenen Tüchern ist – unter anderem, weil noch kein Baurecht besteht.

Stadtdirektor Hartmut Hoferichter (parteilos) erklärte, der Entwurf der Bauleitplanverfahren mit der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung sei Ende März der Politik vorgelegt worden. Das aber auch nur, weil Breuer & Schmitz vorvertraglich zugesagt habe, die anstehende Modernisierung des Betriebs in Solingen auf einem anderen Grundstück durchzuführen.

Über den Kauf eines solchen Grundstücks gibt es laut Müller einen im April unterschrieben Vertrag zwischen seiner Firma und der städtischen Wirtschaftsförderung. Wo dieses Grundstück liegt, wollen er und der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, Frank Balkenhol, aber noch nicht bekanntgeben. ate/pm

Investor plant 175 neue Wohnungen in Wald:  Planverfahren für das Gelände der Firma Breuer & Schmitz, die umziehen möchte, läuft an.

Baukräne am Ohligser Markt drehen sich weiter: O-Quartier-Investor hält sich mit Prognose zum Zeitplan zurück.

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