Radweg-Knotenpunktsystem

Vor allem Freizeitradler fahren nach diesen Zahlen

Im Rheinisch-Bergischen Kreis ist das Knotenpunktsystem bereits eingeführt worden. Foto: Dominik Ketz
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Im Rheinisch-Bergischen Kreis ist das Knotenpunktsystem bereits eingeführt worden.

Radfahrer und Politiker sehen im Radweg-Knotenpunktsystem einen Puzzlestein von vielen.

Von Andreas Tews

Bergisches Land. Ein neues Knotenpunktsystem soll Fahrradfahrern die Orientierung im bergischen Städtedreieck erleichtern. Einen Nutzen sehen Vertreter des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) und kommunale Verkehrspolitiker eher für Freizeitfahrer und hier vor allem für ortsfremde Touristen.

Am Radwegenetz gibt es nach den Experten aber noch einiges mehr zu tun. Da sei das Knotenpunktsystem nur ein kleiner Puzzlestein von vielen, erklärt der Vorsitzende des Remscheider Mobilitätsausschusses, David Schichel (Grüne). Für den Alltagsradverkehr seien andere Punkte wichtiger, sagt auch sein Solinger Pendant, Thilo Schnor (Grüne).

Solingen: Vom Land NRW gibt es einen Zuschuss von 85 000 Euro

Für das neue System hat das Land NRW den Städten Remscheid, Solingen und Wuppertal jetzt einen Zuschuss von 85 000 Euro bewilligt. Vor allem geht es dabei um die Beschilderung an Punkten, an denen zwei Fahrradwege aufeinandertreffen. Jeder dieser Punkte erhält eine Nummer, die in der Region nur einmal vergeben wird. Auf speziellen Fahrradkarten oder beim Internet-Radroutenplaner NRW sind diese Zahlen vermerkt.

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An jedem dieser Knotenpunkte zeigt die Beschilderung vor Ort durch die entsprechende Zahl an, an welcher dieser Wegkreuzungen man sich befindet. Wegweiser weisen zudem nicht nur auf Orte hin. Sie zeigen auch an, in welcher Richtung sich der nächste Knotenpunkt mit Nummer befindet. So brauchen sich Radfahrer vor der Abfahrt nur die Reihenfolge der Knotenpunktzahlen zu merken oder zu notieren. Zudem soll an jedem Knotenpunkt eine Tafel mit einer Umgebungskarte stehen. Die ermöglicht es, sich spontan für eine neue Strecke zu entscheiden und die Nummern hierfür auf dieser Karte abzulesen.

Dieses System kennen viele Radfahrer vor allem aus den Niederlanden und Belgien. Aber auch in weiten Teilen des Rheinlandes und im Ruhrgebiet wird es bereits angewendet. Es sei hilfreich für Freizeitfahrer, die nicht auf kurzem Weg, sondern auf möglichst attraktiven Strecken zu ihrem Ziel wollen, bewertet Andreas Roeschies vom ADFC Remscheid. In Solingen sei die Einführung ein langgehegter Wunsch des Runden Tisches Radverkehr, erklärt ADFC-Sprecher Bernhard Stoer. Sein Mitstreiter Wolfgang Müller verweist darauf, dass das Bergische Land „die letzte Enklave“ in der Region sei, in der dieses System noch nicht eingeführt sei. Bei der Einführung sollte man laut Schnor darauf achten, dass auch ausreichend viele Punkte mit der neuen Beschilderung ausgestattet werden. Außerdem sei es wichtig, das Bergische Land als Tourismusziel für Radfahrer besser zu vermarkten, damit die neuen Orientierungshilfen auch genutzt würden.
Unsere Redakteurin Katharina Birkenbeul ist eine Woche mit dem Fahrrad gefahren statt mit dem Auto

Die Politiker und ADFC-Vertreter beider Städte fordern aber auch, mehr für den Alltagsradverkehr zu tun. Radfahrer, die täglich und möglichst schnell von A nach B wollen, fänden eigene Wege und bräuchten die neue Beschilderung kaum, erklärt Schnor. Für sie seien sichere Radwege wichtiger als Beschilderungen, erklärt auch Schichel. Hier hat vor allem Remscheid laut Roeschies einiges aufzuholen. Radfahrern wäre schon viel geholfen, wenn nicht an vielen Stellen Radwege im Nichts enden würden. Mit Blick hierauf, aber auch auf das Knotenpunktsystem sagt der Remscheider ADFC-Mann: „Alles ist gut, was das Radfahren attraktiver macht.“

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