Konzert

Bergische Symphoniker zeigen ihre romantische Seite

Zum 1. Philharmonisches Konzert baten die Bergischen Symphoniker in die Ohligser Festhalle.
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Zum 1. Philharmonisches Konzert baten die Bergischen Symphoniker in die Ohligser Festhalle.

Generalmusikdirektor Daniel Huppert und die Bergischen Symphoniker füllten die Festhalle Ohligs mit Melodien-Vielfalt.

Von Philipp Müller

Solingen. Premiere feierten die Bergischen Symphoniker am Dienstabend in der Ohligser Festhalle mit ihren Philharmonischen Konzerten. Gleich vier wird es dort geben, weil das Theater und Konzerthaus bis Dezember saniert wird. Die Premiere gelang mit einem fast ausverkauften Haus und 400 Fans der klassischen Musik. Generalmusikdirektor Daniel Huppert hatte romantische Musik ausgesucht und präsentierte mit Tobias Feldmann einen Star-Solisten an der Geige.

Trotz turbulenten Zeiten in der Kommunalpolitik ließ es sich Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) nicht nehmen, die Gäste in der „guten Stube“ von Ohligs wenigstens zu begrüßen, bevor er wieder ins Rathaus eilte. Er hieß auch das Ehepaar Novakovic willkommen, das die Geschicke in der Festhalle in die Hand genommen hat. Im Saal war durch das technische Team des Kulturmanagements die Bühne vergrößert worden.

Zum Auftakt hatte Huppert die Ouvertüre zur Oper Euryanthe von Carl Maria von Weber ausgesucht. Das Stück führt mit teils dramatischen Klängen in die Geschichte der Oper aus Eifersucht, Intrigen, Morden und Happy End ein. Mit großer Geste führte Daniel Huppert die Bergischen Symphoniker durch das Werk. Und beide zeigten, wo der Abend langgehen wird: Es ist die Betonung der Melodie, die die romantische Musik ausmacht. Das erfordert Präzision und viel Gefühl – beides gelang dem Orchester.

Kurz vor Beginn des Abends hatte der Konzertmeister der Bergischen Symphoniker, der erste Geiger Miki Kekenj, noch gesagt: „Der ist wirklich ein wirklich toller Musiker.“ Gemeint war Tobias Feldmann. Er legte ein fulminantes Konzert hin. Gespielt wurde das Violinkonzert e-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy. Der Komponist lässt den Solisten schon in den ersten Takten deutlich machen: Hier geht es um die Geige. Feldmann nutzte das und verschmolz mit Orchester und Generalmusikdirektor zu einer Einheit. Harmonisch arbeiteten sie zusammen und ließen so viel Raum für die romantische Melodienvielfalt.

Nach der Pause reiste das Orchester ins 20. Jahrhundert. Die Sinfonie Nr. 7 cis-Moll von Sergei Prokofjew hatte Daniel Huppert gut ausgesucht. Der Russe hatte in seinem 1952 in Moskau uraufgeführten Werk viele Anlehnungen und Zitat aus der Epoche der Romantik eingebaut. In den vier Sätzen verzauberten die Bergischen Symphoniker in der Festhalle erneut die Ohren mit eingängigen Melodien.

Die Festhalle zeigte sich als ein erstaunlich guter Raum für die Bergischen Symphoniker. Die einzelnen Instrumentengruppen waren gut herauszuhören. Nur wenn die Symphoniker laute Stellen spielten, ahnte das Ohr, das über allem noch eine runde, reflektierende Decke ist – eben anders als im Konzertsaal.

Hintergrund

Am Dienstag, 27. September, gibt es in der Festhalle um 19.30 Uhr das nächste Philharmonische Konzert. Dann wird unteranderem die „Frühlingssymphonie“ von Schubert aufgeführt.

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