Zahlreiche Fälle seit 2015

Bergische Museumsbahnen: So wappnen sich der Verein gegen Metalldiebstähle

Immer wieder gerieten die Bergischen Museumsbahnen in den vergangenen Jahren ins Visier von Metalldieben. Jetzt will der Verein sich besser schützen. Archivfoto: Andreas Horn
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Immer wieder gerieten die Bergischen Museumsbahnen in den vergangenen Jahren ins Visier von Metalldieben. Jetzt will der Verein sich besser schützen.

Der Verein Bergische Museumsbahnen ist seit 2015 in fünf Fällen Opfer von Metalldieben geworden.

Von Kristin Dowe

Solingen. Der Verein der Bergischen Museumsbahnen war in den vergangenen Jahren leidgeprüft: Seit 2015 hatten insgesamt fünf Mal Metalldiebe versucht, den aus Kupfer bestehenden Fahrdraht herunterzureißen und zu stehlen – das letzte Mal im September 2021 auf einer Länge von 200 Metern. Bei diesem Fall wurden die Kriminellen offenbar bei der Tat gestört, so dass sie ihr Diebesgut nicht mehr abtransportieren konnten und es nur beim Versuch blieb, aber dennoch ein beträchtlicher Schaden an der Aufhängung entstand. „Das ist für uns besonders schlimm, da es sich um historische Bauteile handelt“, ärgert sich Sprecher Dr. Guido Korff. Der Verein habe nun verschiedene Maßnahmen ergriffen, um weiteren Taten vorzubeugen.

„Im Laufe der Zeit hat die Forstbehörde in Wuppertal die Waldwege ausgebaut und damit quasi eine Autobahn für die Diebe geschaffen“, ist Korff überzeugt. Deshalb habe der Verein Sperren errichtet, um den Tätern den Zugang zu erschweren. Darüber hinaus wurden Alarmanlagen installiert und Fahrdraht mit künstlicher DNA eingepinselt, um ihn im Falle eines Diebstahls identifizierbar zu machen. „Wenn die Täter den Draht bei einem Schrotthändler einschmelzen lassen wollen, ist das wie eine Chargennummer“, erklärt Korff. Die nicht abwaschbare Flüssigkeit ist nur unter speziellem Licht sichtbar und weist auf die Herkunft hin.

Wie berichtet, waren der Staatsanwaltschaft Wuppertal kürzlich zwei mutmaßliche Täter ins Netz gegangen, denen zumindest eine Tat aus August 2020 zugeschrieben werden kann. Der 34-jährige Solinger und sein 29-jähriger Komplize aus Wuppertal sollen schon mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten sein. Der Solinger wurde erst kürzlich wegen Einbruchs zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten verurteilt, der Wuppertaler hat eine noch ausstehende Haftstrafe von acht Monaten wegen Betruges noch nicht angetreten, da das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Das Verfahren in Bezug auf die Tat aus August 2020 sei allerdings eingestellt worden, heißt es bei der Wuppertaler Staatsanwaltschaft.

Die Ermittlungen zur jüngsten Tat aus dem Jahr 2021 laufen noch. „Auch in diesem Verfahren werden aktuell Spuren auf DNA-Anhaftungen untersucht“, berichtet Christina Laibold von der Staatsanwaltschaft Wuppertal. „Mit einem Ergebnis ist eher mittelfristig zu rechnen.“

Der Ermittlungserfolg in Bezug auf den Fall aus 2020 zeigt die zunehmende Bedeutung von DNA-Analysen für die Kriminaltechnik: Denn die Ermittler konnten DNA-Rückstände an einer Cola-Flasche sicherstellen, die das Duo leichtsinnig am Tatort zurückgelassen hatte – so kam man den beiden auf die Spur.

Hintergrund

Die Staatsanwaltschaft kann von der Verfolgung einer Straftat absehen, wenn die wegen der angezeigten Tat zu erwartende Strafe neben einer anderen bereits verhängten oder zu erwartenden Strafe oder Maßregel der Besserung und Sicherung nicht beträchtlich ins Gewicht fällt. Aus diesem Grund wurde das Verfahren gegen die beiden Verdächtigen in Bezug auf die Tat aus 2020 eingestellt.

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