Am 30. April

Benefizveranstaltung für Hochwasser-Opfer

Die Gastgeber: Jutta Degen, Uli Preuss und Maik Brückmann (r.).Foto:Michael Schütz
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Die Gastgeber: Jutta Degen, Uli Preuss und Maik Brückmann (r.).

Musik, Texte, Fotografien: Benefizveranstaltung am Samstag für die Opfer des Jahrtausend-Hochwassers.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Freunde schöner Musik, nachdenklicher wie unterhaltsamer Texte und eindrucksvoller Fotografien sollten sich den kommenden Samstagnachmittag im Kalender anstreichen: Am 30. April um 16 Uhr findet in der Evangelischen Stadtkirche am Fronhof eine Benefizveranstaltung besonderer Art statt, die genau diese Mischung bietet.

Um das Thema „Wasser“ wird es gehen, das in seinem großen Facettenreichtum beleuchtet wird. Anlass sei, die Hochwasser-Katastrophe vom vergangenen Sommer erneut ins Bewusstsein der Besucher zu bringen.

Nach der Flut ist längst nicht alles wieder gut.

Jutta Degen, Pfarrerin

Nachdem die Ersthilfen ausgezahlt und die gröbsten Schäden beseitigt sind, sei es stiller geworden um die Menschen in Solingen, die im letzten Sommer durch die Wasser-Fluten enorm geschädigt wurden. „Dabei ist längst noch nicht wieder alles gut“, sagt Jutta Degen, Pfarrerin in der Stadtkirche, die mit Fotograf Uli Preuss und Ex-Polizist Maik Brückmann die Gastgeberin der Benefizveranstaltung ist. „Jetzt kämpfen viele mit Versicherungen und anderen bürokratischen Hürden, um weiteres Geld zum Wiederaufbau zu erhalten, vielfach zermürbend, ernüchternd und niederschmetternd im Ergebnis“, sagt sie.

Die Idee, mit einer weiteren Veranstaltung noch einmal Geld zusammenzutragen, sei bereits vor dem Beginn des Ukraine-Kriegs entstanden und terminlich festgezurrt worden, sagt Uli Preuss, dem es wichtig ist, nicht eine Hilfsbedürftigkeit gegen die andere aufzurechnen. Geflüchtete aus Kriegsgebieten zu unterstützen, sei wichtig und richtig, „aber auch die geschädigten Menschen hier vor Ort brauchen weiterhin unsere Solidarität“.

Was liegt thematisch in diesem Zusammenhang also näher, als dem Stichwort „Wasser“ anderthalb Stunden Raum und Zeit zu geben, sich in seiner Vielfältigkeit zu präsentieren? Wasser ist das wichtigste Lebensmittel überhaupt und kann dennoch bedrohlich werden, sagen die Veranstalter. Wassermangel sei zum Beispiel tödlich, ein Zuviel aber bringt Überschwemmungen und damit Zerstörung und auch oft den Tod. Unzählige Künstler haben sich durch faszinierte Blicke aufs Meer zu wunderbaren Werken inspirieren lassen, sportliche Aktivitäten auf und im Wasser bringen Spaß und Lebensfreude. Wasser reinigt und hat in vielen Religionen Symbolcharakter.

Mit eindrucksvoller Orchestermusik wird das Neue Musikforum unter Leitung von Peter Heider versuchen, die Palette der „Wasserfarben“ möglichst umfassend abzubilden. Dazu werden etwa Händels „Wassermusik“, Bachs „An den Flüssen von Babylon“, „My heart will go on“ aus dem Film „Titanic“ oder das Motto des Films „Pirates of the Caribean“ zu hören sein, am Samstag unterlegt von 423 Fotografien, die in Dauerschleife durchlaufen.

Jetzt kämpfen viele beim Wiederaufbau mit Versicherungen und anderen bürokratischen Hürden.

Jutta Degen, Pfarrerin

Texte, mal biblischer Art von Jutta Degen, die aber auch von einem persönlichen Kenia-Projekt erzählt, und poetische Impressionen aus der Feder von Maik Brückmann, sollen helfen, sich dem Phänomen Wasser zu nähern. Brückmann hat aber nicht nur Poesie dabei, in der er von sprudelndem und erfrischendem Nass schwärmt, sondern auch eine nüchterne Chronologie des Juli-Hochwassers aus Sicht der Polizei. Dazu gibt es wiederum Bilder, unter anderem auch von Fotograf Michael Schütz, der die Folgen des Hochwassers für das Solinger Tageblatt dokumentierte.

Uli Preuss steuert nicht nur Fotos zu, sondern liest zwei eigene Texte vor. „Einer erklärt, warum ich immer eine Wasserflasche dabei habe, der andere, längere, ist ein Spaziergang durch die vielen Seelen dieses Stoffes“, sagt der Solinger über seine Texte, die mal berichtend, mal eher philosophisch seien.

Lesen Sie auch: Solingen will Notfallmanagement verbessern

Die Veranstaltung im Überblick

Der Termin: Samstag, 30. April, 16 Uhr, Stadtkirche am Fronhof. Der Eintritt ist frei. Am Ende stehen Spendenkörbchen bereit, mit der Bitte, sie reichlich zu füllen.

Die Spenden: Der Erlös der Veranstaltung fließt ohne Abzüge zweckgebunden der Gerd Kaimer-Stiftung zu und steht damit eins zu eins den Geschädigten der Katastrophe zur Verfügung.

Das Besondere: Am Ende des Konzertes gibt es noch zusätzlich ein paar besondere Fischrezepte, vorgelesen und zum Mitnehmen ausgedruckt.

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