Projekt für besseres Stadtklima

Solingen bekommt auf dem Friedhof Kasinostraße den ersten Parkwald

Vertreter der Stadt,der Kirche und der Politik kamen bei der gestrigen Vorstellung n des Parkwaldes zusammen. Foto: Christian Beier
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Vertreter der Stadt,der Kirche und der Politik kamen bei der gestrigen Vorstellung des Parkwaldes zusammen.

Die Bäume sollen Schatten spenden – als Ausgleich für stark erwärmte städtische Bereiche.

Von Tanja Alandt

Solingen. Auf dem Evangelischen Friedhof an der Kasinostraße freute sich Oberbürgermeister Tim Kurzbach darüber, den ersten Parkwald in Solingen vorstellen zu können. Als eine von vielen weiteren geplanten Maßnahmen unter dem Titel „Naturbasierte Lösungen zur Anpassung an den Klimawandel“ wurden bereits im Dezember neben zehn bestehenden Bäumen auf dem Friedhof 40 weitere Laubbäume gepflanzt.

„Innenstadt und Hitze sind ein großes Thema, aber auch Hochwasser. Den besten Schutz dagegen bieten Bäume“, erklärte Kurzbach und berichtete, wie gefährdet auch die Wälder im Bergischen Land sind. Viele könnten nicht mehr gerettet werden. Er wies darauf hin, dass Friedhöfe grüne Lungen seien und machte Mut, dass man bereits im eigenen Garten viel bewegen könne. Auch die Umgestaltung von Schulhöfen mit Blühwiesen hat er im Blick. „Anpassungen an den Klimawandel brauchen jede Menge gute Ideen, was nur im Netzwerk klappt und als Konzept mit gemeinsamen Kooperationen“, erläuterte Kurzbach.

Der Parkwald beruht auf Vorschlag und Planung des Landschaftsarchitekten Artur Pach. Er verglich die Wirkung mit dem sofortigen Effekt eines schattenspenden Baumes, wenn man sich darunter stelle. Um diesen Effekt zu verstärken, soll der bisherige Parkwald möglichst mit 50 weiteren Bäumen zu einem Hektar Fläche anwachsen. Etwa acht bis zehn Meter Abstand sollten die Bäume zueinander haben. Eingepflanzt werden sie mit einer Höhe von drei bis vier Metern. Die Kosten liegen bei jeweils 900 bis 1000 Euro.

Bei der Wahl der Baumarten folgte man den wissenschaftlichen Erfahrungen der Technischen Universität Dresden: danach sind bei heißem trockenem Klima besonders mediterrane Sorten und Baumarten aus Kleinasien geeignet. Außerdem wurde darauf geachtet, dass die zukunftsfähigen Klimabäume kein Astbruch- und Allergiepotenzial bieten. Somit wurden Französischer Ahorn, Ölweide, Frühlingskirsche und Ungarische Eiche gepflanzt.

Die Bäume bilden einen Hochwald. Durch den lichten unteren Bereich soll verhindert werden, dass auf dem Friedhof Angsträume entstehen. Aufgrund vermehrter Urnenbestattungen seien Flächen frei geworden, wodurch die wasserspeichernden Laubbäume gepflanzt werden konnten, berichtete die Leiterin des Stabs Nachhaltigkeit und Klimaschutz, Ariane Bischoff.

Pfarrerin Friederike Höroldt von der Evangelischen Stadtkirchengemeinde und Christoph Fischer vom Evangelischen Kirchenkreis Solingen verwiesen bei der Vorstellung des Parkwalds auf die Bewahrung der Schöpfung, die seit fast 50 Jahren Thema sei.

Baumpatenschaft

Wer eine Baumpatenschaft in der Stadt übernehmen oder einen Standort für einen Klimabaum vorschlagen möchte, kann sich bei der Stadt beraten lassen: baumpatenschaft@solingen.de

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