Menschen mit Behinderung und Senioren

Beiräte erhalten mehr Mitspracherecht

Freuen sich über das neue Verfahren: Horst Koss (hinten von links), Andrea Noé-Kückelhaus, Aldona Gonzalez Thimm, Seniorenkoordinatorin Ann-Liljana Bertram (Mitte) sowie Herbert Gerbig (vorne von links) mit Julia Lipschitz. Foto: Kristin Dowe
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Freuen sich über das neue Verfahren: Horst Koss (hinten von links), Andrea Noé-Kückelhaus, Aldona Gonzalez Thimm, Seniorenkoordinatorin Ann-Liljana Bertram (Mitte) sowie Herbert Gerbig (vorne von links) mit Julia Lipschitz.

Um Fördermittel zu beantragen, können sich Organisationen nun direkt an die politischen Gremien wenden.

Von Kristin Dowe

Solingen. Die Freude im Beirat für Menschen mit Behinderung sowie im Seniorenbeirat über die Entscheidung der Stadt, den beiden Gremien mehr Mitspracherecht bei der Vergabe von Fördermitteln einzuräumen, ist groß. „Unser Dank gilt der Verwaltung, die diese Möglichkeit auf den Weg gebracht hat. Damit bieten sich uns ganz neue Chancen“, lobte Horst Koss, Vorsitzender des Beirats für Menschen mit Behinderung, den Schritt.

Das ist eine einmalige Möglichkeit.

Horst Koss, Beirat für Menschen mit Behinderung

Wie beim Beirat für Zuwanderung und Integration schon länger praktiziert, können Organisationen, Vereine und Initiativen aus den jeweiligen Zielgruppen nun ihre Anträge auf finanzielle Unterstützung direkt an den entsprechenden Beirat richten. Dieser vergibt dann unter Beteiligung der Verwaltung die im städtischen Haushalt jährlich eingestellten Fördermittel anteilig und nach Prüfung einer Arbeitsgruppe, die für jeden Beirat eigens gebildet wird. Diese besteht neben dem jeweiligen Beiratsvorsitzenden aus vier weiteren Beiratsmitgliedern sowie zwei Vertretern der Verwaltung. Insgesamt stehen Fördermittel von 50 000 Euro zur Verfügung, die beide Beiräte hälftig nach Freigabe des Haushalts mit jeweils 25 000 Euro bewirtschaften möchten. Vor der Genehmigung des Haushalts können die Beiräte aktuell vorerst auf Mittel in Höhe von 12 500 Euro zugreifen.

Am Montag wurde die neue Förderrichtlinie zunächst im Beirat für Menschen mit Behinderung beschlossen, im Seniorenbeirat steht dieser Punkt erst am 27. April auf der Tagesordnung. „Wir möchten damit auch einen Aufruf an die Organisationen und Initiativen in Solingen richten, sich um die Fördermittel zu bemühen“, appellierte Horst Koss. Bis zum 30. Mai können die Anträge bei den Beiräten eingereicht werden. Diese werden anschließend in den Arbeitsgruppen besprochen und den Beiräten für die Tagesordnung vorgeschlagen, die schließlich eine Entscheidung treffen.

„Bislang war es so, dass die Anträge im Seniorenbüro eingegangen sind und von dort aus beschieden wurden“, erläuterte Andrea Noé-Kückelhaus, Abteilungsleiterin Planungs- und Beratungsleistungen im Stadtdienst Soziales. „Der Gedanke dahinter war nun, die Menschen in eigener Sache und damit die Beiräte direkt mit einzubeziehen.“

Während die Nachbarstädte Remscheid und Wuppertal sogenannte Inklusionspreise ausgelobt haben, um die Fördermittel zu verteilen, entschied man sich in Solingen für diese Variante. „Ich finde unseren Weg besser. Im Bereich des Städtedreiecks ist das eine einmalige Möglichkeit“, so Koss.

„Das neue Verfahren klingt zunächst etwas kompliziert, wir haben uns aber schon vor vier Jahren damit auf den Weg gemacht“, erklärte Aldona Gonzalez Thimm, Behindertenkoordinatorin bei der Stadt Solingen. So habe es Workshops zu der Frage gegeben, wie die Beiräte in Zukunft partizipativer arbeiten könnten. Ideen, was man mit den Mitteln anstellen könnte, gibt es in der Runde genug. „Denkbar wäre zum Beispiel ein Projekttag an Schulen, um für das Thema Barrierefreiheit zu sensibilisieren“, regte Gonzalez Thimm an. Herbert Gerbig, Vorsitzender des Seniorenbeirats, wünscht sich hingegen konkret mehr Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum. „Da gibt es in Solingen nicht viele Möglichkeiten.“

Prozedere bei der Vergabe der Fördermittel

Verfahren: Beide Beiräte legen für ihren Wirkungskreis jeweils einen Themenschwerpunkt in ihrer Sitzung fest. Anschließend können Anträge entsprechend der Förderrichtlinie gestellt werden. Unterstützt werden sollen inklusive Projekte und Maßnahmen, die die gesellschaftliche Teilhabe von Senioren und Menschen mit Behinderung fördern oder helfen, Barrieren abzubauen.

Themenfelder: Die Themenfelder gesellschaftliche Teilhabe, Barrierefreiheit oder inklusive Stadtgesellschaft sollten bei den Projekten oder Initiativen miteinbezogen werden.

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