Projekt aus Australien in Solingen

Bei der Aktion „Ohligs näht“ entstehen Beutel für den Handel

Andrea Leonhard (l., Nähschule) und Christine Koss (Awo) zeigen die Taschen, die von der Gruppe „Ohligs näht“ produziert werden. Foto: Christian Beier
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Andrea Leonhard (l., Nähschule) und Christine Koss (Awo) zeigen die Taschen, die von der Gruppe „Ohligs näht“ produziert werden.

Idee entstand in Kooperation von Awo und Nähschule „Herzenslust“.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Auf die Aktion, die eigentlich aus Australien stammt, ist Andrea Leonhard durch das Fernsehen aufmerksam geworden. „Boomerang Bags“ heißen die Taschen dementsprechend. Die Idee, gebrauchte Stoffe zu verwenden und daraus wiederverwertbare Einkaufstaschen zu fertigen und das Ganze dann noch mit einem sozialen Projekt zu verknüpfen, läuft jetzt auch in Ohligs erfolgreich.

Dort hat Andrea Leonhard ihre Nähschule „Herzenslust“. Jeden Mittwochnachmittag stellt sie Räume und Nähmaschinen für das Projekt zur Verfügung. „Wir haben unter dem Motto ,Ohligs näht‘ Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen und unterschiedlicher Herkunft gewinnen können“, skizziert Christine Koss von den Flexiblen Ambulanten Erzieherischen Hilfen der Awo den sozialen Aspekt.

„Upcycling“ ist das Stichwort, gebrauchte Stoffe also wiederzuverwerten. „Materialien, die schon mal ein Leben hatten, wie Bettwäsche oder Vorhänge werden nach vorgegebenem Schnittmuster in eine Einkaufstasche mit Schulterhenkel verwandelt“, erklärt Andrea Leonhard.

Händler können Taschen kostenlos an Kunden geben

Viele positive Effekte würden in dem Projekt vereint, erklärt Christine Koss. „So werden die Taschen in Kürze kostenlos den Ohligser Einzelhändlern zur Verfügung gestellt“, erklärt sie. Diese können sie dann kostenlos an ihre Kunden weitergeben. Die Idee sei, dass die Tasche zu den Einkäufen auch immer wieder mitgebracht und so möglichst lange genutzt werden. Zusätzlich würden dadurch Plastiktüten vermieden. Das Label „Ohligs, das trag ich gerne“, das auf den Beuteln prangt, hat Gloria Göllmann, Geschäftsführerin der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Ohligs, entworfen.

Etwa sieben Frauen, die sich dabei das Nähen aneignen, sind aktiv. „Wir würden uns wünschen, dass weitere Interessierte zu Hause Taschen nähen“, erklärt Christine Koss. Auch Stoffspenden sind willkommen. 100 Taschen sind so schon entstanden. „Alle sind nummeriert, so dass die Anzahl der Aktionstaschen an das australische Projekt gemeldet werden kann“, so Leonhard.

Christine Koss kann sich vorstellen, die Idee weiter auszubauen und auch in den Awo-Räumen ein Nähcafé anzubieten. „Für das Nachfolgeprojekt freuen wir uns über gespendete Nähmaschinen.“

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