Nach der Corona-Schließung

Bei den Friseuren steht das Telefon nicht mehr still

Melike Celik freut sich, ab dem 1. März wieder arbeiten zu dürfen. Sie ist Auszubildende in Gönül Zarnekows Salon Idea Haarmoden. Foto: Michael Schütz
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Melike Celik freut sich, ab dem 1. März wieder arbeiten zu dürfen. Sie ist Auszubildende in Gönül Zarnekows Salon Idea Haarmoden.

Neue Corona-Regelung: Ab dem 1. März dürfen Friseursalons wieder öffnen. Die 10-Quadratmeter-Regel, die zum Hygienekonzept gehört, bereitet jedoch Probleme.

Solingen. Der Terminplan ist Gönül Zarnekows ständiger Begleiter. „Um 8 Uhr morgens bekomme ich die ersten Anrufe“, erzählt die Friseurmeisterin. Ab dem 1. März dürfen sie und ihre Kollegen ihre Betriebe wieder öffnen. Die Nachfrage ist gewaltig. Um möglichst alle Kunden bedienen zu können, hat Zarnekow die Öffnungszeiten ihres Salons Idea Haarmoden am Neumarkt ausgeweitet und eine zusätzliche Meisterin eingestellt. „Trotzdem haben wir in den ersten März-Wochen schon keine Termine mehr frei“, sagt die Solingerin. Bei vielen Betrieben in der Stadt ist die Lage ganz ähnlich.

„Das Telefon steht nicht mehr still“, bestätigt Pia Schneider. Sie betreibt den Salon Haarmonie an der Weyerstraße und ist Obermeisterin der hiesigen Friseur-Innung. Zwar sei die Freude über die Wiedereröffnung bei Kunden und Unternehmern gleichermaßen groß. Andererseits gebe es noch offene Fragen.

Das Telefon steht nicht mehr still.

Pia Schneider, Obermeisterin der Friseur-Innung

Denn wie bereits nach der ersten coronabedingten Schließung im Frühjahr 2020 dürfen die Friseure lediglich unter Berücksichtigung strenger Hygieneauflagen öffnen. Den Haarschnitt gibt es nur mit Termin, alle Kontakte müssen nachverfolgbar sein und im Salon sind medizinische oder FFP2-Masken Pflicht. Außerdem sieht die aktuelle Corona-Arbeitsschutzverordnung eine Mindestfläche von zehn Quadratmetern für jede im Raum befindliche Person vor.

Solingen: Corona-Vorschriften machen kleinen Friseur-Salons Probleme

Für kleine Salons sei das eine Herausforderung. „Manche Kunden sitzen drei Stunden bei uns. In dieser Zeit können wir keine anderen Personen bedienen“, sagt Schneider. Sie fürchtet, dass die Umsätze deshalb nicht ausreichen könnten, um tatsächlich alle Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zu bekommen.

Diese Sorge teilt Michael Dams nur bedingt. Sein Friseursalon am Central ist 45 Quadratmeter groß. Vier Personen dürfen sich also gleichzeitig darin aufhalten. „Normalerweise haben wir drei Stühle. Der Mittelplatz bleibt frei“, erklärt Dams. Natürlich gehe dadurch Umsatz verloren, die Öffnung rechne sich aber dennoch. „Die Hauptsache ist, dass wir wieder loslegen dürfen.“ Die enorme Nachfrage, der Salon ist im März quasi ausgebucht, helfe den Unternehmen sehr.

Auch Gönül Zarnekow und ihr vierköpfiges Team, zu dem unter anderem die Auszubildende Melike Celik gehört, freuen sich auf das Wiedersehen mit den Kunden. Masken und Desinfektionsmittelspender stehen bereit.

Die erfahrene Friseurmeisterin weiß, dass die Wiedereröffnung für viele Menschen ein wichtiger Termin ist. Insbesondere für einige Ältere habe der Friseurbesuch beinahe eine psychologische Funktion. „Wer schön aussieht, fühlt sich einfach wohler.“

Kontrollen

Auf ST-Anfrage teilt die Stadt mit, dass das Solinger Ordnungsamt die hiesigen Friseurbetriebe über die neuen Regeln zum Infektionsschutz in Kenntnis setzen wird. „Sicherlich wird es auch in Zukunft Stichproben zur Kontrolle geben“, erklärt Pressesprecher Lutz Peters mit Blick auf die Einhaltung der Vorgaben.

„Wir machen schön – nicht krank“ – mit dieser Botschaft hatten rund 100 Friseure, Kosmetiker und Nageldesigner Ende Januar bei einer Kundgebung in Solingen auf ihre Situation aufmerksam gemacht: Wegen den corona-bedingten Schließungen freht die Schönheitsbranche um Hilfe.

Die Friseure dürfen also ab dem 1. März öffnen, die Einzelhändler aber nicht. Diese Ungleichbehandlung stößt bei Solinger Händlern auf Kritik. Die Einzelhändler fordern mehr Einsatz für eine Öffnung.

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