Einschulung

Bei den Solinger i-Dötzchen wird es im Sommer voll

1767 i-Dötzchen werden im Sommer eingeschult. Vergangenes Jahr fanden viele Feiern, wie in Stübchen, im Freien statt. Archivfoto: Christian Beier
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1767 i-Dötzchen werden im Sommer eingeschult. Vergangenes Jahr fanden viele Feiern, wie in Stübchen, im Freien statt.

Zwei Grundschulen nehmen bis zu 30 Kinder pro Klasse auf. Wegen der Pandemie gibt es 131 Wiederholer in der ersten Klasse.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. 1767 i-Dötzchen kommen im Sommer in die ersten Klassen. In früheren Jahren waren es 1500 bis 1600. Die große Zahl der Schulneulinge hat die Stadt und die Schulen vor immense Herausforderungen gestellt. In diesen Tagen werden die letzten Aufnahmebescheide an die Eltern verschickt. An vielen Grundschulen musste die beschlossene Erweiterung von zuvor maximal 25 auf bis zu 29 Kinder pro Klasse als Obergrenze umgesetzt werden – und teilweise wird die Klassenstärke noch darüber liegen.

„Durch das geänderte Anmeldeverhalten von Eltern an einigen Schulen ist die Lage nicht ganz so angespannt wie noch vor einigen Wochen befürchtet“, erklärt Oliver Vogt, Leiter des Stadtdienstes Schule. „Aber Tatsache ist, dass es in den Klassen voll wird. Zudem kommen aktuell noch 30 Kinder aus der Ukraine hinzu, die ebenfalls im Sommer eingeschult werden“, so Vogt. Wie viele geflüchtete Kinder es bis zum Sommer noch werden, sei natürlich noch nicht absehbar.

Oliver Vogt ist Leiter des Stadtdienstes Schule. Archivfoto: mis

Wegen der großen Zahl an Anmeldungen musste in diesem Jahr zwischen den Schulen koordiniert und verteilt werden. „Nach diesen Koordinierungsrunden gibt es mit den Grundschulen Gerberstraße in Gräfrath und Am Rosenkamp in Wald jetzt zwei Schulen, in denen wir auf Klassenstärken von 29 und 30 Kindern gehen mussten“, so Vogt. Stadtweit seien es 30 bis 40 Kinder, die im Sommer nicht an ihrer Wunschschule eingeschult werden können.

Zugespitzt hat sich die Lage auch durch die 131 Kinder, die schon im ersten Schuljahr sind, im Sommer aber noch mal in die erste Klasse gehen werden. Die Klassen eins und zwei in drei Jahren zu absolvieren, ist durch die verlängerte Schuleingangsphase möglich. „Im Gespräch mit den Schulen hat sich herausgestellt, dass diese große Zahl auf Defizite durch die Corona-Situation zurückzuführen ist. Deshalb möchten die Schulen den Kindern auch die Möglichkeit geben, die dreijährige Schuleingangsphase zu nutzen. Es gibt natürlich jedes Jahr einige Wiederholer, aber die große Zahl dieses Jahr ist nicht anders als durch die Ausfälle in der Pandemie zu erklären“, bedauert Vogt.

Solinger Verwaltung will die ersten Schuljahre unterstützen

Die städtische Schulverwaltung wolle jetzt genau schauen, wie den Schulen mit den vollen ersten Klassen geholfen werden kann. Bei der Schulsozialarbeit könnten beispielsweise Stellen noch anders besetzt werden. „Wir überlegen, ob Bufdis oder Integrationshelfer die Klassen unterstützen können. Geprüft wird auch, ob im Bereich Verwaltung die Schulsekretariate entlastet werden können. Unsere Überlegungen gehen bis hin zu der Frage, ob für Schulen zusätzliche Räume angemietet werden können“, so Vogt. Bei den eigenen Raum-Kapazitäten seien die Solinger Grundschulen alle an ihren Grenzen.

Eine der Schulen, die Kinder ablehnen mussten, ist die Grundschule Am Rosenkammp in Wald. „Wir haben in den vergangenen Wochen Kinder in andere Schulen ,umberaten‘, weil wir in diesem Jahr deutlich mehr Anmeldungen als Kapazitäten hatten“, erklärt Schulleiterin Anne Blessmann. Die beiden ersten Schuljahre der Grundschule an der Heidstraße sind für den Sommer jetzt mit je 29 Kindern geplant. „Da sind die ukrainischen Kinder noch nicht mitgerechnet“, so Blessmann – zwei Anmeldungen von geflüchteten Kindern liegen ebenfalls schon vor. Hinzu komme vermutlich noch ein Kind aus der Schuleingangsphase – dann wäre man bei 31. „Denkbar ist aber auch noch, dass es für die geflüchteten ukrainischen Kinder zentrale Willkommensklassen gibt“, so Blessmann.

Ein Vorteil am Rosenkamp sei der rhythmisierte Ganztag, bei dem das Personal des Offenen Ganztags (OGS) auch schon vormittags im Unterricht mit dabei ist. „Glücklicherweise stockt auch unsere Schulsozialpädagogin, die in der Schuleingangsphase eingebunden ist, zum Sommer ihre Stelle von 50 auf 100 Prozent auf“, skizziert Anne Blessmann eine weitere Unterstützung.

Wie viele ukrainische Kinder im Sommer eingeschult werden, ist auch an der Grundschule Weyer noch die große Unbekannte. „Ansonsten haben wir mit 68 Kindern in drei Klassen vergleichsweise entspannte Gruppengrößen“, so Schulleiterin Claudia Bialowons.

Klar sei, so Vogt, dass die große Zahl der i-Dötzchen stadtweit auch Auswirkungen auf den Offenen Ganztag haben werde. „Im Sommer sollen drei zusätzliche OGS-Gruppen eingerichtet werden“, so der Stadtdienstleiter. Aber schon jetzt sei absehbar, dass es in vielen Schulen eine Warteliste geben wird.

Berichterstattung zur Situation des OGS in den nächsten Tagen im Tageblatt

Ausblick

Schuljahr 2023: Das drängendste Thema sei, für 2023 Entlastung in den Grundschulen zu schaffen. Dafür sei die Schulverwaltung auf der Suche nach einem Übergangsstandort, um zusätzliche Klassen unterbringen zu können, idealerweise in Mitte oder Gräfrath. Auch die Personalfrage müsse mit der Schulaufsicht abgestimmt werden.
Sekundarstufe I: Ab 2026 werden dann als Konsequenz in der Sekundarstufe I drei weitere Klassenzüge benötigt.

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