Personalnot

Bedürftige erhalten in der Krise Essen nur an festen Standorten

Der Kältebus hat Alternativen gefunden, um auch in Corona-Zeiten für die Bedürftigen der Stadt da zu sein.  Archivfoto: Christian Beier
+
Der Kältebus hat Alternativen gefunden, um auch in Corona-Zeiten für die Bedürftigen der Stadt da zu sein.

Kältebus ist bis März jeden Sonntagabend im Einsatz.

Von Moritz Jonas

Solingen. Auch in diesem Winter ist der Kältebus der Malteser wieder in Solingen im Einsatz. Seit dem vergangenen Sonntag versorgt er die Menschen mit warmen Speisen und Getränken. Doch wegen der Pandemie gibt es Änderungen im Vergleich zu den Vorjahren.

Die Helfer des Kältebusses haben es sich zur Aufgabe gemacht, den bedürftigen Menschen in der kalten Jahreszeit etwas Schutz und Geborgenheit zu bieten. Geboten wird ein Platz, um sich aufzuwärmen. Für Kaffee, Tee und einen großen Bottich Suppe ist dort stets gesorgt. Auch werde den Menschen, die den Weg zum Kältebus finden, immer ein offenes Ohr entgegengebracht. Der Kältebus ist eine Aktion der Stadt, um die Organisation und Umsetzung kümmern sich seit vier Jahren die Malteser. Und in diesem Jahr ist besonders viel zu organisieren. Bis März werden die Malteser das Angebot aufrecht erhalten.

„Die Situation hat definitiv massive Auswirkungen auf unsere Planungen“, sagt Bettina Heuschkel von den Maltesern. Deshalb müsse auf eine Ausgabe direkt aus dem Kältebus heraus verzichtet werden. Stattdessen erfolge die Ausgabe an die Bedürftigen nur an festen Standorten, beispielsweise immer sonntags von 19 bis 21 Uhr vor den Pfarrgemeinden St. Sebastian und St. Clemens. Wenn es kälter wird, könne das Angebot auf Freitage und Samstage ausgeweitet werden. Dennoch kommen Kältebusse zum Einsatz. Durch eine Kooperation mit dem Autohaus Schiefer könnten die Busse zumindest symbolisch vor den Pfarrheimen aufgestellt werden.

Zufrieden ist Bettina Heuschkel mit dem ersten sonntäglichen Einsatz des Kältebusses. Das Hygienekonzept habe gegriffen. Allerdings sei die Resonanz aufgrund der neuen Standorte nicht ganz so hoch wie noch in den Jahren zuvor. Die Betreiber rechnen in den nächsten Wochen mit einem Anstieg. Dann sollten sich die neuen Standorte rumgesprochen haben, heißt es vonseiten der Malteser.

Nur wenige Ehrenamtler können dieses Jahr helfen

Ein Problem in der Krise ist allerdings die Personalnot. Viele Mitarbeiter seien zurzeit als Helfer für Krankenhäuser und Gesundheitsämter eingeplant. Zusätzlich können die Malteser nicht wie sonst auf ehrenamtliche Helfer setzen. Denn die Schulungen, die üblicherweise stattfänden, um das Personal auf die Aufgaben vorzubereiten, hätten in diesem Jahr aus hygienischen Gründen nicht durchgeführt werden können. Jedoch würden die Malteser von Caritas und Technischem Hilfswerk (THW) unterstützt.

Eine weitere Einschränkung in der Pandemie: Die Malteser nehmen in diesem Jahr keine Sachspenden entgegen, da die Mitarbeiter wegen der aktuell hohen Belastung die Spenden nicht angemessen lagern könnten, berichtet Bettina Heuschkel. Außerdem sei die Sammlung von Sachspenden aus hygienischen Gründen problematisch.

Wer dennoch den Kältebus unterstützen möchte, kann dies mit einer Geldspende an die Malteser tun. Weitere Informationen dazu gibt es auf der Internetseite der Hilfsorganisation.

malteser-solingen.de

Die ehrenamtlichen Helfer stehen abends wieder an der Kölner Straße. Das Projekt ist in Gefahr.

Die Wohnungsnotfallhilfen der Stadt, die Caritas und andere Träger bieten Menschen ohne Obdach Unterstützung an.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Corona: Inzidenz sinkt in Solingen weiter - Impfungen in Burg und Südpark
Corona: Inzidenz sinkt in Solingen weiter - Impfungen in Burg und Südpark
Corona: Inzidenz sinkt in Solingen weiter - Impfungen in Burg und Südpark
Nach 27 Minuten ausverkauft: Weinverkauf für Opfer der Flutkatastrophe übertrifft alle Erwartungen
Nach 27 Minuten ausverkauft: Weinverkauf für Opfer der Flutkatastrophe übertrifft alle Erwartungen
Nach 27 Minuten ausverkauft: Weinverkauf für Opfer der Flutkatastrophe übertrifft alle Erwartungen
Solinger Dezernentin will mehr Rechte für Geimpfte
Solinger Dezernentin will mehr Rechte für Geimpfte
Solinger Dezernentin will mehr Rechte für Geimpfte
Nach dem Hochwasser kehrt der Alltag nicht zurück
Nach dem Hochwasser kehrt der Alltag nicht zurück
Nach dem Hochwasser kehrt der Alltag nicht zurück

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare