Neue Einfamilienhäuser

Bebauungsplan für Widdert wird umgesetzt

Investor Norbert Zimmermann und die Stadt besprechen noch weiter den Weg zum Neubaugebiet und dessen Entwässerung. Archivfoto: Christian Beier
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Investor Norbert Zimmermann und die Stadt besprechen noch weiter den Weg zum Neubaugebiet und dessen Entwässerung.

Anwohner der Börsenstraße wehren sich aus Naturschutzgründen gegen neue Einfamilienhäuser.

Von Philipp Müller

Solingen. In der Dezembersitzung des Stadtplanungsausschusses des Rats der Stadt Solingen konnten sich die Anwohner der Börsenstraße und auch die Fraktion Linke/Die Partei nicht mit ihrem Wunsch durchsetzen, den Bebauungsplan H667 für die Börsenstraße nicht umzusetzen. Als Gründe hatten sie erneut den Naturverbrauch für die geplante Siedlung für Einfamilienhäuser angeführt – das scheiterte bereits in mehreren Planungsphasen. Aktuell forderten die Fraktion und die Anwohner: Wegen Hanglage des Geländes müsse der Ort auch auf mögliche Starkregenereignisse hin untersucht werden, wie sie im Juli stattfanden. Genau das sei passiert, versicherte die Verwaltung.

„Modellrechnungen für Starkregen kommen für das gesamte Stadtgebiet.“

Wulf Riedel, Technische Betriebe

So bleibt es dabei, dass der Bebauungsplan rechtskräftig werden kann. Doch davor steht noch die Ausgestaltung eines Vertrags mit Investor Dr. Norbert Zimmermann und der Stadt. Nach Angaben des Solinger Immobilienkaufmanns gestalten sich die Fragen, wie die Zugangswege zur neuen Siedlung aussehen müssen als komplex. Denn auch dabei wird vor allem der Aspekt Versickerung von Niederschlagswasser betrachtet.

Es habe bisher keinen Bebauungsplan gegeben, der sich so intensiv mit der Lösung der Problematik des Starkregens beschäftigt habe wie H667 an der Börsenstraße, hatte Stadtdirektor und Baudezernent Hartmut Hoferichter (parteilos) in der Sitzung erneut betont. So sind Versickerungsflächen und die Ableitung von Regenwasser über einen neuen Stauraumkanal in die Kanäle der Börsenstraße als Lösung berechnet und für gut befunden worden.

Bei den Technischen Betrieben (TBS) ist Wulf Riedel ausgewiesener Experte für „Siedlungswasser“. Auf ST-Nachfrage erklärt er, was für die heutige Brachfläche in Widdert ausgerechnet wurde. Danach treffen die TBS im Fazit diese Aussage: Für H667 an der Börsenstraße ist die Entwässerung im Grunde überdimensioniert. Mittels Modellrechnung und der zu erwartenden Fließrichtungen bei Starkregen reichen der Stauraumkanal und die Versickerungsflächen selbst bei Regenereignissen, wie sie nur alle 30 Jahre vorkommen.

Zu den Berechnungen erklärt Riedel: „Beim 30-jährlichen Regenereignis sprechen wir in Solingen von etwa 420 Liter pro Sekunde und Hektar innerhalb von 10 Minuten.“ Bei der Erschließungsfläche in Widdert von circa 2,5 Hektar kämen da in den zehn Minuten etwa 630 Kubikmeter Wassermenge zusammen. „Das entspricht in etwa 25 Liter oder 25 Millimeter Regenmenge pro Quadratmeter.“ Die Stadt und die TBS führen diese neue Form der Berechnung von Starkregenereignissen als Modellrechnungen für das gesamte Stadtgebiet durch.

Starkregen

Wulf Riedel verweist darauf, dass es bereits ein Kataster mit den Risiken für Starkregen auf Landesebene gibt. „Aber unsere Berechnungen sind genauer, da wir auch die Kanalisation mit einbeziehen“, sagt der Experte für Siedlungswasser. Die Landesgefahrenkarte:

www.klimaanpassung-karte.nrw.de

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