Messerform

Bauteile für die Strohner Brücke sind endlich da - Mit Video

Das Stahltragwerk für den Neubau ist in Solingen angekommen. Bald soll die neue Brücke stehen.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Die Gegend um das Tierheim Glüder ist idyllisch – normalerweise. Am Mittwoch prägten dort jedoch nicht Wanderer und Radfahrer, sondern Lkw und schweres Gerät das Bild. Per Sondertransport haben die beiden seitlichen Stahlfachwerke für die neue Strohner Brücke die Klingenstadt erreicht. „Das ist ein Meilenstein für das Projekt“, erklärte Stephan Mayr. Er ist bei der Stadt für das Vorhaben verantwortlich.

Der Bau der Strohner Brücke hat sich verzögert

Am Wasserwerk musste ein Kran die Konstruktionen auf einen Tieflader umheben – die letzten Meter zur Baustelle waren zu eng für den Sondertransport.

Seit Mitte 2016 ist die Wupperbrücke in Strohn für den Fußgänger- und Radverkehr gesperrt. Schon zuvor konnten Fahrzeuge und Reiter das marode Bauwerk nicht mehr passieren. Ein schneller Neubau war aus Kostengründen nicht in Sicht. Deshalb startete das ST mit dem Verschönerungsverein Solingen einen Spendenaufruf – 97 555 Euro kamen zusammen.

Die Arbeiten hier unten sind nicht ganz einfach.

Stephan Mayr, städtischer Projektleiter

Immer wieder gab es Verzögerungen, nun nimmt der Bau Formen an. „Wir sind aus dem Gröbsten raus“, zeigte sich Mayr hoffnungsvoll. Die Eröffnung der Brücke ist für Oktober vorgesehen. Das Volumen des Projektes beläuft sich auf etwa zwei Millionen Euro.

Rund 25 Meter lang sind die beiden Stahlbögen, die ein polnisches Unternehmen für die neue Strohner Brücke gefertigt hat.

„Die Arbeiten hier unten sind nicht ganz einfach“, bekannte Stephan Mayr. Damit spielte er vor allem auf die räumlichen Bedingungen und die komplizierte Anfahrt an. Was das in der Praxis bedeutet, wurde an der Lieferung der beiden stählernen Fachwerkbögen deutlich. Die rund 25 Meter langen und mehr als vier Meter hohen Konstruktionen wurden in Polen von einem Nachunternehmer der ausführenden Firma Echterhoff gefertigt. Vor einigen Tagen begann der Sondertransport der je acht Tonnen schweren Bögen nach Solingen.

Strohner Brücke nimmt Form an

Teile für die Strohner Brücke sind angekommen.
Teile für die Strohner Brücke sind angekommen. © Christian Beier
Teile für die Strohner Brücke sind angekommen.
Teile für die Strohner Brücke sind angekommen. © Christian Beier
Teile für die Strohner Brücke sind angekommen.
Teile für die Strohner Brücke sind angekommen. © Christian Beier
Teile für die Strohner Brücke sind angekommen.
Teile für die Strohner Brücke sind angekommen. © Christian Beier
Teile für die Strohner Brücke sind angekommen.
Teile für die Strohner Brücke sind angekommen. © Christian Beier
Teile für die Strohner Brücke sind angekommen.
Teile für die Strohner Brücke sind angekommen. © Christian Beier
Teile für die Strohner Brücke sind angekommen.
Teile für die Strohner Brücke sind angekommen. © Christian Beier
Teile für die Strohner Brücke sind angekommen.
Teile für die Strohner Brücke sind angekommen. © Christian Beier
Teile für die Strohner Brücke sind angekommen.
Teile für die Strohner Brücke sind angekommen. © Christian Beier
Teile für die Strohner Brücke sind angekommen.
Teile für die Strohner Brücke sind angekommen. © Christian Beier

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch stand der letzte Abschnitt aus Richtung Witzhelden an. Zeitweise Straßensperrungen waren notwendig, Teile der Strecke mussten die überlangen und -breiten Fahrzeuge rückwärts zurücklegen. „Sonst wären sie nicht um die Kurven gekommen“, erläuterte Mayr.

Im Umgang mit den rund acht Tonnen schweren Stahlteilen war Genauigkeit gefragt. Es gab keine Komplikationen.

Auf dem Wanderparkplatz Glüder legten sie einen Zwischenstopp ein, ehe es am Mittwochmorgen rückwärts zum Wasserwerk Glüder ging. Das letzte Stück zur Baustelle war für die Sondertransporte aufgrund ihrer Größe nicht passierbar. Deshalb musste ein Kran die Bögen auf einen Tieflader hieven.

„Alles läuft gut, man muss aber viele Aspekte bedenken“, sagte Stephan Mayr. Als Beispiel führte er die Brücke zwischen Wasserwerk und Tierheim an. Diese sei für eine Belastung von 18 Tonnen ausgelegt – der an der Wupper stehende Kran wiegt 72 Tonnen. Um ihn dorthin zu kriegen, musste er teilweise auseinandergebaut werden. Zudem waren statische Nachberechnungen notwendig.

Am Rande der Wupper werden die Bögen in den kommenden Tagen miteinander verbunden. Danach hebt ein riesiger Kran sie an die richtige Stelle.

Nun steht alles an seinem Platz. Die Bögen wurden parallel zueinander am Wupperufer platziert. In den kommenden Tagen folgen die Montage der verbindenden Querträger und weitere Arbeiten. Samt Schalung wird das mittlere Brückenteil mehr als 24 Tonnen wiegen. Aktuell geplant ist, es am 30. Juni oder 1. Juli einzuheben.

Ein großer Schritt – doch es bleiben noch einige Aufgaben: Unter anderem muss die Plattform montiert werden, die der Brücke die Form eines Messers geben soll. Voraussichtlich im Juli werde dann die Betonplatte gegossen, kündigt Mayr an. Damit im Herbst wieder Wanderer und Radfahrer das Bild in Glüder bestimmen.

Kosten

Die Kosten für die neue Strohner Brücke betragen rund zwei Millionen Euro. Das Land fördert das Projekt, die Stadtwerke übernehmen die Abrisskosten der alten Brücke. Der städtische Anteil beträgt etwa 680 000 Euro – darin sind die Spenden der Solinger für den Neubau enthalten.

Standpunkt von Manuel Böhnke: Beispiellos

manuel.boehnke@solinger-tageblatt.de

Es war eine kurze Meldung: „Stadtwerke sperren Wupperbrücke Strohn“ war am 7. Juli 2016 im Tageblatt zu lesen. Was sich in den Monaten darauf entwickelte, ist beispiellos: Zahlreiche engagierte Solinger sagten ihre Hilfe für den Neubau zu. Bei einer vom ST mit Unterstützung des Verschönerungsvereins Solingen initiierten Spendenaktion kamen beinahe 100 000 Euro zusammen, um der klammen Stadt unter die Arme zu greifen.

Danach passierte erst einmal lange nichts. Immer wieder kam es zu Verzögerungen: Der Abriss ließ auf sich warten, gestiegene Kosten verursachten Diskussionen. Regelmäßig kamen berechtigte Fragen auf, wann die neue Brücke denn endlich gebaut werde.

Nun spricht viel dafür, dass im Herbst tatsächlich die ersten Wanderer und Radfahrer die Brücke überqueren können. Dass dann mehr als sechs Jahre seit der Sperrung vergangen sein werden, ist unbefriedigend. Aber: Wie wäre wohl der Stand des Projektes ohne den großen Einsatz der Solinger? 

Rubriklistenbild: © Christian Beier

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