Laufende Abstimmungen mit allen Beteiligten

„Baustellen-Variante“: Das Dürpelfest fällt nächstes Jahr kleiner aus

Zuletzt waren die Möbelvarianten für die Umgestaltung der Ohligser Fußgängerzone auf einer Musterfläche auf der Düsseldorfer Straße zu sehen. Bei den Bänken entschieden sich die Bürger für das rechte, bei den Abfallbehältern für das linke Modell. Foto: Christian Beier
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Zuletzt waren die Möbelvarianten für die Umgestaltung der Ohligser Fußgängerzone auf einer Musterfläche auf der Düsseldorfer Straße zu sehen. Bei den Bänken entschieden sich die Bürger für das rechte, bei den Abfallbehältern für das linke Modell.

Hintergrund sind die Arbeiten auf dem Marktplatz. Ohligser haben neue Bänke und Mülleimer ausgesucht.

Von Kristin Dowe

Solingen. Schausteller und Gewerbetreibende müssen sich für das vom 20. bis 22. Mai kommenden Jahres geplante Dürpelfest auf Einschränkungen einstellen. So wird die Veranstaltung nach Angaben der Stadt voraussichtlich in einer „Baustellen-Variante“ stattfinden. Grund dafür ist die Umgestaltung des Ohligser Marktplatzes, mit der die Stadt noch in diesem Jahr beginnen will. Die Marktfläche wird für den Dürpel somit nicht zur Verfügung stehen.

Wann genau in diesem Jahr der Startschuss für die Arbeiten des ersten Bauabschnitts fällt, stehe noch nicht fest, erklärt Rathaussprecherin Sabine Rische. „Prinzipiell wollte die Stadt den Händlern und weiteren Verantwortlichen das Dürpelfest ermöglichen.“ Somit solle mit den Arbeiten an der Düsseldorfer Straße erst nach der Veranstaltung im Mai 2022 begonnen werden.

„Horrorvorstellung wäre es, wenn sich die Baustellenzeit in die Länge ziehen würde.“

Brigitte Kiekenap, OWG

Derweil wünschen sich Händler wie Brigitte Kiekenap, Vorsitzende der Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft (OWG), mehr Planungssicherheit. „Unsere Horrorvorstellung wäre es, wenn sich bei den Arbeiten die derzeit herrschende Materialknappheit bemerkbar machen und sich die Baustellenzeit in die Länge ziehen würde.“ Diesbezüglich wünsche sie sich klarere Ansagen von der Stadt. Immerhin sei bereits ein Termin zur Vorbesprechung zwischen der OWG und dem Architekturbüro für November vereinbart worden.

Die Stadt verweist auf laufende Abstimmungen mit allen Beteiligten – dabei gehe es etwa um „Flächen für Außengastronomie, Sondernutzungen und Veranstaltungen“, heißt es in einer Mitteilung. Anschließend, so die Planung, wird sich die Politik mit dem weiteren Prozedere an der Düsseldorfer Straße beschäftigen. „Wird sie im Dezember von der zuständigen Bezirksvertretung sowie vom Ausschuss für Städtebau, Stadtentwicklung und Digitale Infrastruktur beschlossen, kann die Ausführungsplanung fertiggestellt und die Bauleistung anschließend ausgeschrieben und vergeben werden“, skizziert Sabine Rische.

Das künftige Gesicht der Ohligser Fußgängerzone und des Marktplatzes konnten die Solingerinnen und Solinger bislang entscheidend mitprägen. Nach einer ersten Beteiligungsrunde im Juni, in der es um Pflasterung und Bäume ging, beschäftigte sich eine zweite Abstimmung im September mit Möblierungselementen wie Abfallbehältern, Sitzbänken, Fahrradständern und Pollern. Dabei konnte man sich jeweils zwischen zwei Modellen entscheiden. In dem Verfahren setzte sich der runde Abfalleimer mit 54 Prozent gegenüber dem eckigen durch, bei den Fahrradbügeln fiel die Wahl mit 55,1 Prozent auf die breitere Variante.

Bei den Pollern, für die es auch eine herausnehmbare Version gibt, entschieden sich die Solinger mit 66,6 Prozent für das runde Modell. Alle Möbelteile bestehen aus feuerverzinktem und pulverbeschichteten Stahl in der Farbe „Eisenglimmer“. Dieses Material wiederholt sich auch im Gestell der Bänke, dazu kommt ein Sitz aus Robinienholz. Mit 65,1 Prozent fiel die Entscheidung deutlich für die klassische Variante mit Seitenlehnen. Auf der Musterfläche auf der Düsseldorfer Straße war kürzlich auch die vorgesehene Beleuchtungsstele zu sehen, die schon am Rathaus und am Hauptbahnhof eingesetzt wird. Sie böte nicht nur moderne Lichttechnik, sondern auch die Möglichkeit, smarte Technikelemente wie etwa Lautsprecher, Wettersensoren, Effektbeleuchtung und Wlan zu integrieren, heißt es.

Eine weitere Beteiligung folgt in Kürze. Da dann mehrere „Spielinseln“ auf der Düsseldorfer Straße im Mittelpunkt stehen, sei besonders das Votum von Kindern erwünscht, so die Stadt. Die Entwürfe orientieren sich an den Gegebenheiten der jeweiligen Standorte. Auf dieser Grundlage geht es um die Auswahl von Details.

Hintergrund

Bürgerbeteiligung: Insgesamt 468 Personen haben nach Angaben der Stadt bei dem Bürgerbeteiligungsverfahren mitgemacht – 187 analog über Abstimmungskarten, die anderen digital über das Beteiligungsportal der Stadt Solingen.

Ergebnisse: Die Ergebnisse der Befragung und eine Liste der vorgesehenen Gestaltungselemente für die Ohligser Fußgängerzone sind in dem Portal online einsehbar. solingen-redet-mit.de

Informationen zur bevorstehenden Umgestaltung von Düsseldorfer Straße und Marktplatz bieten auch die Baustellen-News auf der Homepage des Ohligser Stadtteilbüros: www.stadtteilbuero-ohligs.de

Standpunkt: Aufwand wird sich lohnen

Von Kristin Dowe

kristin.dowe@solinger-tageblatt.de

Begeistert dürften Freunde des Dürpelfestes sowie die beteiligten Händler und Gewerbetreibenden nicht gerade sein, dass die beliebte Veranstaltung im kommenden Jahr nur in abgespeckter Form stattfinden wird – musste sie doch nun schon zwei Jahre hintereinander coronabedingt ganz ausfallen. Aber man kann nun mal nicht alles haben. So ist zu begrüßen, dass die Stadt für die Umgestaltung der Ohligser Fußgängerzone zumindest die Arbeiten an der Düsseldorfer Straße erst nach Mai 2022 terminiert hat, damit der Dürpel nicht erneut komplett ins Wasser fallen muss, wohingegen es am Marktplatz schon bald losgehen soll. Für die Abstriche bekommt Ohligs im besten Fall aber auch eine Menge zurück. Der Aufwand wird sich hoffentlich gelohnt haben, wenn die Fußgängerzone nach Abschluss der Arbeiten in neuem Glanz erstrahlt. Dass den Solingerinnen und Solingern die Entwicklung des Stadtteils wichtig ist, zeigt die rege Teilnahme an dem von der Stadt initiierten Beteiligungsverfahren zu der Baumaßnahme. So trägt die neue Einkaufszone später auch ihre Handschrift.

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