Eschbachstraße

Baustelle Unterburg neigt sich dem Ende

Noch bis Mittwoch werden die Stahlrohre aus dem Eschbach ausgebaut. Sie leiteten das Wasser durch die Baugrube. Somit stehen die Arbeiten des Wupperverbandes kurz vor dem Abschluss. Patrick Vondung vom Wupperverband leitete das Projekt. Fotos: Christian Beier
+
Noch bis Mittwoch werden die Stahlrohre aus dem Eschbach ausgebaut. Sie leiteten das Wasser durch die Baugrube. Somit stehen die Arbeiten des Wupperverbandes kurz vor dem Abschluss.

Dem Eschbach werden noch bis Mittwoch die Stahlrohre entnommen.

Von Alexandra Dulinski

Solingen. Bereits um sieben Uhr starteten am Montagmorgen die Arbeiten an der Eschbachstraße in Unterburg. Noch bis Mittwochabend werden dem Bach die Stahlrohre entnommen, die während der Baumaßnahme das Wasser durch die Baustelle geleitet haben und so die Bachgrube trocken hielten. Denn für die Tieferlegung der Bachsohle musste das Fundament der Ufermauern neu errichtet werden.

An der Brücke Mühlendamm liegt der Eschbach nun 1,60 Meter niedriger als vor der Tieferlegung. Hochwasser solle es so nur noch etwa alle 40 Jahre geben, berichtet Projektleiter Patrick Vondung vom Wupperverband. Auf einer Strecke von insgesamt 300 Metern wurden im letzten Jahr die Rohre verlegt, von denen diese Woche noch etwa 160 Meter aus dem Bach herausgehoben werden müssen, berichtet Jakob Breuer von der Baufirma Hochtief. Verankert sind sie im Bachbett über sogenannte Jumbo-Steine, die den Auftrieb verhindern und die Rohre an Ort und Stelle halten.

Dabei wiegt ein zwölf Meter langes Stahlrohr 3,4 Tonnen und stellt die Mitarbeiter der Firma somit vor eine logistische Herausforderung. Auf Lkw verladen, werden die Rohre zum Zwischenlager an der Alten Schlossfabrik gebracht. „Die Hochleitung der Ampelanlage und die Nähe der Wohnhäuser erschweren dabei den Abtransport“, erklärt Jakob Breuer. Denn viel Platz zum Rangieren gibt es nicht.

Patrick Vondung vom Wupperverband leitete das Projekt.

Ursprünglich war das Ende der Bauarbeiten am Eschbach und somit die Aushebung der Rohre für Juni geplant. Häufiger vorkommende Hochwassersituationen, zuletzt im März, hatten die Arbeiten allerdings verzögert. „Die Rohre konnten das Wasser nicht halten, so dass es in die Baugrube gelaufen ist“, berichtet Patrick Vondung. Durch den hohen Wasserdruck haben sich die Verankerungen der Rohre gelöst, die anschließend neu installiert wurden. Die Arbeiten in der Baugrube mussten deshalb unterbrochen werden, um Mitarbeiter und Geräte zu schützen. Ebenfalls ein Grund für die Verzögerung sei die Suche nach Baufirmen gewesen. Die Arbeiten sollten ursprünglich nämlich nicht in drei Bauabschnitten, sondern in einem Rutsch durchgeführt werden, so Vondung. So mussten die Arbeiten allerdings drei Mal ausgeschrieben werden. Immer wieder habe es während der Baumaßnahme Verkehrsproblemen gegeben.

Solingen: Behelfsbrücke Mühlendamm soll Mitte September abgebaut werden

Gegenüber der ursprünglichen Planung sei es zudem zu deutlichen Mehrkosten gekommen, berichtet Vondung. So sei die Sicherung der an den Bach angrenzenden Gebäude deutlich teurer geworden. Auch der Aufbruch der Straße Mühlendamm sei ursprünglich nicht geplant gewesen. Der Kostenrahmen für den Hochwasserschutz betrug rund 13 Millionen Euro, davon werden 10 Millionen durch das Land gefördert. Den verbleibenden Eigenanteil tragen die Kommunen Solingen, Remscheid, Wermelskirchen und Straßen NRW, berichtet Susanne Fischer vom Wupperverband. Der Wupperverband sei anfänglich von einem Kostenumfang von 10,75 Millionen Euro ausgegangen.

Wenn die Rohre vollständig ausgehoben sind, müssen die Ufermauern noch fertiggestellt und Schlosserarbeiten an den Geländern durchgeführt werden. Mitte September soll dann auch die Behelfsbrücke Mühlendamm abgebaut werden, berichtet Patrick Vondung. „Der Bau des geplanten Fischaufstiegs soll sich dann nahtlos anschließen“, sagt der Projektleiter.

Die Baumaßnahme an der Eschbachstraße wurde in drei Bauabschnitten durchgeführt. Im Jahr 2016 fand der Neubau der Brücke Mühlendamm statt, von 2017 bis 2019 sowie von 2019 bis heute wurden zwei mal 300 Meter Hochwasserschutz an Strecke des Bachlaufs fertiggestellt.

In diesem Rahmen wurden die maroden Ufermauern – auf der westlichen Seite zur Straße hin in städtischer Hand, die östliche Seite in privater – abschnittsweise auf dem neuen Bachniveau mit neuem Fundament wiedererrichtet. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt Solingen war sehr eng“, berichtet Vondung. Der Bau der neuen Ufermauern sei ein Gemeinschaftsprojekt gewesen.

Hintergrund

Sperrung: Noch bis Mitwoch, 29. Juli, ist die Eschbachstraße tagsüber von 7 bis 18 Uhr voll gesperrt. Die Sperrung betrifft den Bereich zwischen Hausnummer 93 und 113.

Hochwasser: Das Hochwasserportal des Wupperverbandes gibt Auskunft über die Wasserstände einzelner Gewässer und zeigt aktuelle Messdaten sowie Hochwasserwarnungen und -alarme an.

https://t1p.de/c93i

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Stufe 2: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen wieder
Stufe 2: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen wieder
Stufe 2: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen wieder
Fahrradweg soll ab 2023 dauerhaft sein
Fahrradweg soll ab 2023 dauerhaft sein
Fahrradweg soll ab 2023 dauerhaft sein
Corona: Impfaktionen in Solingen werden weiter ausgeweitet
Corona: Impfaktionen in Solingen werden weiter ausgeweitet
Corona: Impfaktionen in Solingen werden weiter ausgeweitet
Radfahrer bei Zusammenstoß mit geparktem Fahrzeug lebensgefährlich verletzt
Radfahrer bei Zusammenstoß mit geparktem Fahrzeug lebensgefährlich verletzt
Radfahrer bei Zusammenstoß mit geparktem Fahrzeug lebensgefährlich verletzt

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare