Baustelle in der Innenstadt

Mühlenplatz soll zeitnah fertig werden

Noch ist die neue Treppe zum Mühlenplatz von einem Bauzaun umgeben, doch das soll sich bald ändern. Foto: Christian Beier
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Noch ist die neue Treppe zum Mühlenplatz von einem Bauzaun umgeben, doch das soll sich bald ändern.

Dauerregen und Lieferengpässe hatten die Bauarbeiten am Mühlenplatz verzögert. Nun hofft der Architekt auf einen Abschluss im März.

Von Kristin Dowe

Solingen. „Wir hätten im November gerne schon einen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt auf dem fertigen Mühlenplatz getrunken“, gibt der Solinger Architekt Andreas Seidensticker zu, der mit dem Umbau des Mühlenplatzes betraut ist. Doch daraus wurde nichts, wenngleich die Arbeiten eigentlich schon im Herbst vergangenen Jahres abgeschlossen werden sollten. Lieferengpässe und vor allen Dingen der Dauerregen der vergangenen Wochen hätten den Handwerkern immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht, heißt es zur Begründung bei der Stadt.

Der vorrangige Grund für die Verzögerung war laut Seidensticker allerdings das schlechte Wetter. „Um die Arbeiten durchführen zu können, benötigen wir längere Zeit Trockenheit und mindestens fünf Grad plus, auch nachts.“ Umso mehr hoffe er nun, dass die Arbeiten zeitnah abgeschlossen werden können „und wir im März noch ein Ende finden werden“.

Derweil ist seit dem Baustart Ende 2020 einiges passiert: So ist die eigentliche Platzfläche bereits fertiggestellt und kann wieder genutzt werden. Zudem wurden der Unterbau und der gesamte Boden erneuert. „Das neue Betonsteinpflaster ist optisch ansprechend und hält hoher Beanspruchung stand, vor allem auch bei Veranstaltungen auf dem Platz“, erläutert Rathaussprecherin Sabine Rische. Aktuell werde noch an der Brunnenkaskade neben der Stufenanlage gearbeitet.

„Ich hoffe, dass wir im März noch ein Ende finden werden.“

Andreas Seidensticker, Architekt

Ebenfalls zeitintensiv seien dort die Abdichtungsarbeiten gewesen. „Die Unterkonstruktion und die Brunnentechnik wurden noch im alten Jahr montiert. Sobald die Anlage fertiggestellt ist, kann der Brunnen in Betrieb genommen werden“, so Rische. Ebenfalls noch nicht ganz vollendet sind die Stufen, die an einigen Stellen Bankauflagen aus Holz erhalten und damit Sitzgelegenheiten bieten werden. Im Dezember 2021 hatten die Handwerker zunächst die Drainageplatten verlegt, diese Arbeiten sind weitgehend abgeschlossen. Sobald das Wetter mitspielt, werden anschließend die Stufen mit den Natursteinplatten verkleidet.

Nach dem eigentlichen Umbau des Platzes werden oberhalb der Anlage noch vier Blasenbäume gepflanzt. Eine unterirdisch vergrößerte Pflanzgrube mit einem speziellen Substrat zur Wasserspeicherung soll später dafür sorgen, dass diese gut gedeihen können. Außerdem werden Fahrradständer aufgestellt.

Verwundert zeigte sich ST-Leser Klaus-Dieter Freidhof über eine neue Rampe, die unmittelbar neben der Treppe verläuft. Er selbst habe als früheres Mitglied der Bezirksvertretung Mitte und damaliger Sprecher der Grün- und Wegekommission bereits einen Antrag zum Bau einer solchen Rampe gestellt. „Dies wurde abgelehnt, weil der Winkel zu groß sei und damit die Rampe zu steil. Der Winkel musste laut dem Baurecht wesentlich geringer sein“, erinnert sich Freidhof. „Ich frage mich, ob es in den letzten 20 Jahren solche starken Veränderungen in den Vorschriften gegeben hat und warum die Bürgerinnen und Bürger mit Kinderwagen, Rollstühlen und Rollatoren dann so lange warten mussten.“

Sabine Rische bemüht sich um Klärung: So sei 2019 beschlossen worden, die Wegebeziehung zwischen Platz und Hauptstraße zu verbessern und dafür die vorhandene Podesttreppe zu verschmälern. „Es geht also nicht darum, eine neue barrierefreie Zuwegung zu schaffen. Menschen mit Rollstuhl oder Rollator können den Platz ja auch weiterhin durch die Mall von der Mummstraße aus barrierefrei erreichen.“ Vielmehr habe man den Zugang barrierearm erleichtern wollen – etwa für Menschen, die einen Kinderwagen schieben. „Die Vorschriften zur Barrierefreiheit haben sich nicht geändert“, macht Rische deutlich. „Sechs Prozent wären rollstuhlgerecht. Aber das kann auf dem Platz baulich nicht umgesetzt werden.“

Hintergrund

Projekt: Die Aufwertung des Mühlenplatzes ist Teil der vom Land geförderten Maßnahme „City 2013“. Den Eigenanteil von 20 Prozent übernimmt die Immobilien Solingen Projektgesellschaft mbH als Eigentümerin der Clemens-Galerien. Mit der Maßnahme soll die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt verbessert werden.

Standpunkt

kristin.dowe@solinger-tageblatt.de

Kommentar von Kristin Dowe

Das Aufatmen bei den Betreibern der Cafés und Geschäfte ringsum den Mühlenplatz dürfte groß darüber sein, dass sich die Arbeiten an der Anlage in den kommenden Wochen endlich der Zielgeraden nähern. Den Baulärm durch die Maßnahme bekamen sie unmittelbar zu spüren, und auch der Blick auf die Baustelle dürfte die Wohlfühlatmosphäre bei Personal und Kunden nicht gerade gesteigert haben. Vorzuwerfen ist den Planern die zeitliche Verzögerung aufgrund einiger Unwägbarkeiten in der Bauphase allerdings nicht. Die gute Nachricht ist: Ein Ende ist nun in Sicht. Die Rudimente von Treppe und Brunnenkaskade lassen bereits ahnen, dass die Geduld belohnt werden wird. Denn der Mühlenplatz spielt für die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt eine wichtige Rolle, die angesichts der vielen Leerstände dringend attraktiviert und belebt werden muss. Der bauplanerische Entwurf mit den einladenden Stufen als Sitzgelegenheit, während die Brunnenanlage zugleich Spielmöglichkeiten für Kinder bietet, sprechen zumindest dafür, dass der Mühlenplatz wieder ein sozialer Treffpunkt wird. Wenn sich die Sonne zeigt, können die Solinger auf den Stufen hoffentlich schon bald das erste Eis genießen.

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